Immaculate Italien, USA 2024 – 89min.

Filmkritik

Im Kloster hört dich niemand schreien

Christopher  Diekhaus
Filmkritik: Christopher Diekhaus

Nach wie vor sind Klöster ein beliebter Schauplatz des Horrorkinos. In der Rolle einer Novizin bekommt es «Euphoria»-Star Sidney Sweeney an einem solchen Ort mit unvorstellbarem Grauen zu tun. Die Leistung der Hauptdarstellerin ist famos. Der Film um sie herum mutiert allerdings zu einem Schocker mit kruden Wendungen.

Ein Unfall, den sie wie durch ein Wunder überlebte, führte Cecilia (Sidney Sweeney) früh in den Schoss der Kirche. Als ihr Kloster in den USA schliessen muss, zieht es die junge Frau nach Europa. In Italien begrüsst Pater Tedeschi (Álvaro Morte) die Amerikanerin in einem Konvent, in dem sich todkranke Nonnen auf ihre letzte Reise vorbereiten. Ganz geheuer ist Cecilia ihr neues Zuhause jedoch nicht. Und schon bald wird sie mit einer erschütternden Entdeckung konfrontiert.

Ein Gefühl der Verunsicherung und Bedrohung stellt sich sehr schnell ein. Nicht nur, weil Regisseur Michael Mohan das Kloster auf routinierte Weise als schummrig-unheimlichen Ort inszeniert. Auch die Verlorenheit der Hauptfigur in einem fremden Land, dessen Sprache sie nicht spricht, vermittelt sich bereits in der ersten Viertelstunde des Films. Noch erschreckender ist, mit welcher Selbstverständlichkeit die Kirche Frauen unterdrückt, gar über ihre Körper bestimmen möchte.

Leider machen diese spannenden Gedanken spätestens zur Hälfte Platz für eine Horrorshow mit saftigen Splatter-Momenten und abstrusen Plot-Volten. Dass man Cecilia dennoch die Daumen drückt, liegt vor allem an der auch als Produzentin involvierten Sidney Sweeney. Ihre rot unterlaufenen Augen spiegeln den inneren Aufruhr der Protagonistin eindringlich wider. Und ihre zunächst zurückgenommene Performance wandelt sich mit zunehmender Dauer zu einem Kraftakt, der in einen durch Mark und Bein gehenden Urschrei mündet.

08.07.2024

3

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Kommentare

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as1960

vor 8 Tagen

"Immaculate" ist ein Horrorfilm, bei dem mir die Grundstory gefällt. Und ein Kloster, bei dem es offenbar nicht nur um Nächstenliebe geht, gibt bereits auf natürliche Art und Weise eine wunderbar unheimliche Kulisse. Leider ist in der Detailumsetzung aber wenig sorgsam gearbeitet worden. Logikfehler können nur bedingt durch Horroer-Elemente kompensiert werden. Eigentlich hätte ich den Film lieber als "normalen" Thriller gesehen.Mehr anzeigen


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