The Black Phone USA 2021 – 102min.

Filmkritik

Hilfe aus dem Jenseits

Christopher  Diekhaus
Filmkritik: Christopher Diekhaus

Basierend auf einer Kurzgeschichte von Stephen Kings ebenfalls schriftstellerisch tätigem Sohn Joe Hill, legt Schauerexperte Scott Derrickson («Erlöse uns von dem Bösen») einen ungemütlichen Vorstadtthriller mit paranormaler Note vor. Für ein echtes Genrehighlight reicht es allerdings nicht.

1978 geht im Norden Denvers die Angst um. Ein Unbekannter (Ethan Hawke) hat schon mehrere Kinder entführt, über deren Verbleib nichts bekannt ist. Eines Tages gerät auch der 13-jährige Finney (Mason Thames) in die Gewalt des Serienmörders und landet in dessen schalldichtem Keller. Dort hängt ein kaputtes Telefon, über das sich auf einmal die Geister früherer Opfer melden. Finneys Schwester Gwen (Madeleine McGraw) will derweil ihre übersinnliche Gabe nutzen, um ihren Bruder zu finden.

Bereits in der Titelsequenz erzeugt der sein 1970er-Jahre-Setting sorgfältig nachstellende Horrorfilm eine beklemmende Stimmung. Die bei vielen Regisseuren beliebten aggressiven Buh-Effekte verwendet Derrickson nur sporadisch. Meistens vertraut der Gruselspezialist der unheimlichen Grundkonstellation, einem furchteinflössenden Ethan Hawke in der Rolle des «Greifer» genannten Killers und unserer Sorge um Finney, der mit Hilfe der anderen toten Kinder nach einem Weg in die Freiheit sucht. Der hier beschworene jugendliche Zusammenhalt weckt Erinnerungen an den gemeinschaftlichen Kampf gegen das Böse aus den «It»-Adaptionen nach Stephen King.

In die oberste Horrorliga schafft es «The Black Phone» leider nicht, da die Handlungsfäden um Gwen und Max (James Ransone), den Bruder des bizarre Masken tragenden Täters, etwas unausgegoren wirken. Auch neigt das Drehbuch manchmal dazu, die Ermächtigung des zurückhaltenden, in der Schule gemobbten Protagonisten überdeutlich auszuformulieren.

21.06.2022

3.5

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Kommentare

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flashgordon99

vor 5 Tagen

Leider tappt man bei den verschiedenen Protagonisten völlig im Dunkel, was die Hintergrundgeschichten betrifft. Ich hätte mir noch etwas mehr Tiefgang gewünscht. So wirkt einiges halt irgendwie unfertig und nicht ausgereift. Ethan Hawke ist komplett verschenkt in seiner Rolle. Schade. Als es dann gegen Ende mit der Vorbereitung aufs grosse Final immer mehr zu einem Teeniefilm mutiert, verliert der Film den Horroreffekt und den Schockeffekt. Sogar das Kinoposter ist gruseliger als der Film selbst. Tut mir leid, aber «the Black Phone» ist eine grosse Enttäuschung. Viel Potential verschenkt mit einer etwas dümmlichen «over the top» Geschichte.Mehr anzeigen


Taz

vor 7 Tagen

Stimmungsvoller Thriller, dessen Ausgang aber nie in Frage gestellt wird. Der Weg dorthin ist aber spannend und durchaus unangenehm. Leider sieht man von Ethan Hawke nicht wirklich viel, er muss meist mit den Händen agieren, weil er stets eine Maske trägt. Ausserdem hängt die Story im Mittelteil recht durch. Am Ende bleibt ein Film, von dem man sich eigentlich mehr versprochen hätte. Immerhin ein bisschen Schauder ist ja auch nicht schlecht.Mehr anzeigen


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