Moonage Daydream Deutschland, USA 2022 – 140min.

Filmkritik

Don´t waste any Day - Meine Beziehung zur Realität

Filmkritik: Nicole Janssen

«Moonage Daydream» ist ein filmischer Spiegel des Künstlers David Bowie selbst. Bunt, laut, stark, leise, verwirrt und klar, all diese Facetten erfasst Brett Morgen in seiner als Dokumentation getarnte Archivreise wieder. Auf jede laute Welle folgt eine leise und gliedert so David Bowies Leben: vom Auftakt seiner Karriere bis zu seinem zumindest filmischen Ende, als er zu sich selbst als Figur und als Mensch gefunden hat.

Der US-amerikanische Filmemacher Brett Morgen lässt Bowie für sich selbst sprechen. Tausende Stunden Mitschnitte von Konzertauftritten, Musikvideos und frühen Fernsehauftritten standen dem Regisseur zur Verfügung, welche er nutzte, um eine ganz eigene Form des Kinos zu schaffen und somit dem Weltstar David Bowie gerecht zu werden.

Der US-amerikanische Filmemacher Brett Morgen greift in seiner untypischen Dokumentation die verschiedenen Dekaden von Bowies leben auf: von Glam-Rock-Phase als «Ziggy Stardust» über seine Blues-Soul-Phase in Los Angeles, die Selbstfindung in Berlin, seinem grossen Comeback 1983 bis hin zu seiner Porträtmalerei oder den Auftritten als Schauspieler.

Der Film mit 140 min Spiellänge gleicht einer rauschhaften Gedankenwelt von Bowie. Ein Wechselbad aus Bilderrausch und klarer Sicht zieht sich durch den gesamten Film. Für Fans der Legende genau das Richtige, dem ein oder anderen könnte der Film jedoch etwas zu viel mit seinen starken visuellen und auditiven Effekten sein.

Laut, intensiv, lang, leise, reflektiert, chaotisch und doch klar – «Moonage Daydream» erlaubt dem Zuschauer nur wenig Pausen zum Durchatmen und am Ende bleibt die Frage: Werden die 140 min dem Künstler auch nur ansatzweise gerecht?

05.10.2022

3.5

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