Lyle - Mein Freund, das Krokodil USA 2022 – 106min.

Filmkritik

Kein Grund für Krokodilstränen

Gaby Tscharner
Filmkritik: Gaby Tscharner

Shawn Mendes leiht einem singenden, Halstuch tragenden CGI-Krokodil seine goldene Stimme in diesem widersprüchlichen, aber dennoch amüsanten Musical der Macher erwachsener Komödien wie «Die Eisprinzen» oder «Office Christmas Party».

Die Primms sind eine Patchwork Familie, bestehend aus dem Vater Joseph (Scoot McNairy), einem Mathe Lehrer, seiner Frau Katie (Constance Wu aus «Crazy Rich»), die ein Kochbuch schreibt, und ihrem Sohn Josh (Winslow Fegley), der sich in einer neuen Schule einleben muss, weil die Familie soeben in ein neues Haus eingezogen ist. Dort, auf dem Dachboden, stösst Josh auf Lyle (Singstimme von Shawn Mendes), ein grünes Krokodil, das wie ein Engel singen kann und aus der Primms Familie das Beste herausbringt. Aber als Lyles ursprünglicher Besitzer, der Zauberer Hector Valenti (Oscar-Preisträger Javier Bardem), wieder auftaucht, wird das Leben des Krokodils und seiner neuen Familie ganz schön durcheinander gebracht.

Es war absehbar, dass der Erfolg der charmanten «Paddington» Filme eine Reihe von Nachahmern nach sich ziehen würde und «Lyle - Mein Freund das Krokodil» will sich definitiv eine Scheibe des Erfolgs des süssen Bärs abschneiden. Paddington trägt einen roten Hut, Lyle einen roten Schal. Paddington ist scheu, Lyle hat Lampenfieber. Deshalb kann Valenti aus seinem Talent auch keinen Profit schlagen. Nur, ein Krokodil ist schlicht und einfach weniger niedlich als ein Teddybär. Das heisst aber nicht, dass Lyle nicht die Kinderherzen erobern kann. Die Tatsache, dass er nicht spricht und nur singend kommuniziert, ist interessant und mit seiner sozialen Unbeholfenheit ist Lyle sicher für viele Kinder eine Identifikationsfigur.

Aber, so wie der Schuppenpanzer des Krokodils sind die Handlungsbögen und der ständig zwischen Staunen und Ironie wechselnde Ton des Films etwas kantiger und rauher, als man es von einem Kinderfilm wünschen würde. Für die grossen, emotionalen Momente des Films sorgen die Lieder des Komponisten-Duo Benj Pasek and Justin PaulThe Greatest Showman», «Dear Evan Hansen»), die zwar eingängig sind, aber nicht die Hitparaden stürmen werden.

19.10.2022

3

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Kommentare

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Taz

vor einem Monat

Wer sich zur anvisierten Zielgruppe zählt, der wird hier gut unterhalten. Alle anderen müssen sich an die Darsteller oder die Musiknummern halten. Netter Film, aber halt wirklich nicht mehr.


Patrick

vor einem Monat

Liebevoll und ordentlich animierter Familien Spass für Zwischendurch.Storymässig etwas dünn & vorsehbar aber der sympathische Darsteller~Cast macht das ganze wieder wett.Sowie hören sich die Songs gut an.Fazit:Ein Film für Musical & Shawn Mendes Fans.

Zuletzt geändert vor einem Monat


dschneider73

vor einem Monat

Für Kinder sicherlich unterhaltsam. Das Ensemble war gut, Bardem toll wie immer. Die viele Musik - naja - wer's mag. Ist halt diese typisch überproduzierte Musik mit gefühlt per AI erzeugten Gesangslinien à la The Greatest Showman und Konsorten, mit viel zu viel Autotune...


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