Les passagers de la nuit Frankreich 2022 – 111min.

Filmkritik

Die Morgenröte einer Frau

Théo Metais
Filmkritik: Théo Metais

Paris, 1981. Charlotte Gainsbourg spielt Elisabeth, eine Hausfrau und Mutter, die sich durchschlagen muss, nachdem ihr Mann sie gerade verlassen hat. Eines Tages schreibt sie einen Brief an die Sendung, die sie abends hört: «Les Passagers de la Nuit». Die Chefin der Redaktion (Emmanuelle Béart) liest den Brief und ist auf Anhieb davon berührt. Aus diesem Grund bietet sie ihr einen Job als Telefonistin an. Diese Möglichkeit kombiniert sie mit einer Halbtagsstelle in einer Bibliothek. Langsam beginnt Elisabeth ein neues Leben.

Elisabeth übernimmt die Telefonzentrale der Sendung, die sie so sehr liebt, und lernt in der Bibliothek einen charmanten Menschen kennen. Ihre Kinder werden erwachsen. Zu ihrem Leidwesen will ihr Sohn Dichter werden und ihre Tochter wird Politikerin. In den Studios der Radiosendung trifft sie eine verlorene Seele, ein junges Mädchen namens Talulah, das sie als ihre Tochter aufnimmt. Elisabeths Leben ist in ständiger Bewegung und ihre Geschichte spielt sich vor dem Hintergrund der französischen Politik ab, die kurz vor der Wahl von François Mitterrand steht.

Mikhaël Hers enthüllt eine nostalgische Fabel, in der Elisabeths individuelle Geschichte auf die grosse Geschichte Frankreichs in den 1980-er Jahren trifft. Ein erhabenes Porträt einer Frau, gespielt von einer emotionalen Charlotte Gainsbourg, die versucht, ihr Leben neu zu gestalten und ihre Familie über Wasser zu halten. Eine minutiöse Rekonstruktion und eine bezaubernde Musik begleiten «Les Passagers de la Nuit». Die Geschichte einer Epoche, ein seltener Film mit einer seltenen Grazie.

15.02.2022

4

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