Dog USA 2022 – 101min.

Filmkritik

Dog – Hunde sind die wahren Helden

Gaby Tscharner
Filmkritik: Gaby Tscharner

Channing Tatum macht mit dieser rührenden, wenn auch etwas absehbaren Buddy-Tragikomödie über zwei traumatisierte Soldaten, einer davon ist ein Vierbeiner, sein Regiedebüt. Wenn er ernste Töne anschlägt, zeigt der Film aber seine Schwächen.

Jackson Briggs (Channing Tatum) ist ein ehemaliger US Army Ranger, der nach einem schweren Hirntrauma vom Militär ausrangiert wird, aber verzweifelt versucht, zum Einsatz im Nahen Osten zurückzukehren. Sein Vorgesetzter (Luke Forbes) hat jedoch eine andere Idee. Er will, dass Briggs einen Soldaten namens Lulu von Washington nach Arizona begleitet, wo die Beerdigung ihres Partners stattfindet. Der Haken? Lulu ist eine temperamentvolle belgische Schäferhündin, die wegen ihres Traumas im militärischen Einsatz ebenfalls als «nicht mehr tauglich» abgestempelt wird. Der lange Roadtrip mit dem schwierigen Hund soll ein Stresstest für Jackson darstellen, er stellt sich aber für ihn und Lulu als therapeutisch heraus.

Buddy Filme mit Hund gibt es viele, von den «Lassie»-Filmen über «Marley & ich» bis zu «Hachiko – Eine wunderbare Freundschaft», aber nicht alle sind gleich erfolgreich. «Dog» hat viele gute Komponenten, die Hündin Lulu (gespielt von drei verschiedenen Schäfern) ist süss, Channing Tatum ist enorm gutaussehend und zusammen sind sie ein dynamisches Paar, das viel Unfug anstellt. Auf ihrer Reise nach Arizona haben sie einige haarsträubende Abenteuer, ein Witziges in einer Hippie-Kommune in Portland mit zwei Sex Spezialistinnen (Emmy Raver-Lampman und Nicole LaLiberte) und ein etwas weniger Lustiges in einem Nobelhotel, wo sich Jackson als blinder Veteran verkleidet, um ein gratis Zimmer zu ergattern. Die Stärke des Films liegt aber in den leisen Momenten, in der Zeit im Auto, wo sich Jackson seiner Reisepartnerin öffnet, wie er es nie mit einem Menschen tut. Wir erkennen bald, wie viel sie gemeinsam haben und dass ihre Freundschaft für beide heilend sein kann.

Aber trotz, oder gerade wegen der ernsten Töne, die der Film anschlägt, zeigt er seine Schwächen. Wenn die Witze über das von Lulu zerstörte Autointerieur abgedroschen sind, wünschte man sich, «Dog» würde Stellung beziehen, wo er bezüglich der Probleme von Soldaten steht, deren Einsätze zu schwersten mentalen Störungen geführt haben. Sowohl Jackson als auch Lulu leiden and PTSD, posttraumatischen Belastungsstörungen, aber der Film vermeidet es, in der politischen Diskussion eine Haltung einzunehmen. Wir haben zwar das Gefühl, dass Jackson kaum eine Ahnung hat, wofür er eigentlich kämpft und dass sein Bedürfnis, in den Einsatz zurückzukehren, mehr mit seiner Loyalität für seine Einheit als mit der Ursache des Konflikts zu tun hat. Eine Szene, in der die Hündin Lulu rassistische Tendenzen aufweist, wenn sie in einem Nobelhotel einen Muslim angreift, wird aber nicht als problematisch dargestellt, sondern in erster Linie als Lacher missbraucht.

Im Grossen ganzen liefert «Dog» aber, was er verspricht. Eine oft rührende und berührende Geschichte über die spezielle Beziehung zwischen Mensch und Hund und unsere Liebe für unsere vierbeinigen Freunde. Channing Tatum und sein Co-Regisseur, «Magic Mike»-Produzent Reid Carolin, liefern in diesem Roadtrip-Movie grosse Kulissen und noch grössere Gefühle, die oft auch ganz schön auf die Tränendrüsen drücken. Wenn Jackson sein Kind mit seiner ehemalige Freundin Niki (gespielt von der Schauspielerin mit Schweizer Wurzeln, Q’orianka Kilcher) besucht, und dieses ihn nicht erkennt, oder wenn die Soldaten am Ziel ankommen und Lulu macht, was wir alle von ihr erwarten, ist der Film auf eine gute Art schamlos sentimental.

01.06.2022

3

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Kommentare

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stochi

vor 30 Tagen

Nicht besonders. Zu einfach. Nur der Hund spielt gut


Filmenthusiast

vor einem Monat

Okay-Movie, simple Story, mässig unterhaltend, wer Hunde liebt ist klar im Vorteil

Zuletzt geändert vor einem Monat


Patrick

vor einem Monat

Unterhaltsamer Film untermalt mit einem tollen Soundtrack der zum mitsingen und mit den Füssen mit zu Wippen einläd,Auch die Landschafts Aufnahmen sind schön anzusehen.Storymässig ist’s ok,aber leider wieder schnell vergessen.Channig Tatum hat seine Erinnerung mit seinem Eigenem Hund der krank war und auch kurz vor dem einschläfern war im Drehbuch verarbeitet.Mit ihm hatte er auch ein Road-Trip gmacht und das auch ins Drehbuch verarbeitet.In diesem Sinne kommt Dog etwas Tagebuchartig & Episodenhaft daher.Ich gebe Dog 3.1/2 Sterne von 5.Mehr anzeigen

Zuletzt geändert vor einem Monat


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