Hopper und der Hamster der Finsternis Belgien, Frankreich 2022 – 92min.

Filmkritik

Die aussergewöhnlichen Abenteuer des Hopper Chickenson

Filmkritik: Eleo Billet

Mit seiner Produktionsfirma für 3D-Animationsfilme hat der belgische Regisseur Ben StassenDie magische Villa», «Royal Corgi») einen kritischen Misserfolg nach dem anderen erlitten. Bis zu diesem neuen Projekt. «Hopper and the Dark Hamster» ist eine Adaption des Comics von Chris Grine und zeigt die epische Reise eines Hasen, der davon träumt, ein Abenteurer zu werden, um endlich von seiner Familie und von sich selbst akzeptiert zu werden.

Hopper Chickenson, ein Waisenjunge, der vom König von Federbart adoptiert wurde, leidet darunter, dass er einzigartig ist: Er ist ein Hase, halb Kaninchen, aber auch halb Huhn. Diesen Teil von sich versteckt er aber und riskiert dabei auch sein Leben, um nicht als seltsam wahrgenommen zu werden. Als er die Prüfungen zum Abenteurer nicht besteht, gibt er die Hoffnung nicht auf und nutzt die Flucht seines Onkels, des grausamen Harolds, um sich auf die Suche nach dem grössten und mächtigsten aller Schätze zu machen: dem Zepter des dunklen Hamsters. Auf seiner Suche begleiten Hopper Chickenson sein Diener Archie, eine zynische Schildkröte, und Meg, ein selbstbewusstes Stinktier.

Von den ersten Minuten an tauchen die Zuschauer in eine Märchenwelt ein, in der anthropomorphe Tiere aller Arten in einem geordneten Reich aufeinandertreffen. Nur Hopper, ein grosser Bewunderer seines Vaters und ein aufstrebender Forscher, der einen Fehler nach dem anderen begeht, stört diesen Frieden ein wenig. Wie sein inhaftierter Onkel, der seinerzeit ebenfalls verspottet wurde, weigert er sich, im Schatten des Königs zu leben, und beschliesst, seinen eigenen Weg zu gehen. Um dies zu erreichen, stellt er eine Gruppe zusammen, deren Mitglieder so unterschiedlich und liebenswert sind, dass sie ihre Unterschiede akzeptieren.

Sicherlich wird eine gute Portion Suspension des Unglaubens nötig sein, um den Jubel eines Volkes angesichts der Entdeckung von Besteck zu verstehen. Aber abgesehen von einigen Ungereimtheiten und leeren Hintergründen bleibt die dargestellte Welt zusammenhängend. Sie ist voller fantastischer Kreaturen, wie z. B. «Apéricube»-Schweinen oder radioaktiven Hamstern, die jeweils unglaubliche geometrische Strukturen bilden, die auch an die Opferszene im zweiten Teil der Saga «Madagaskar» erinnern können.

Man könnte meinen, eine kindische Kopie der Abenteuerfilme der 80er-Jahre im Stil von «Indiana Jones» zu sehen. Die Regie zollt ihnen natürlich Tribut, lässt aber fleischfressende Pflanzen und andere bekannte Fallen beiseite und konzentriert sich stattdessen auf die wachsende Freundschaft des Trios. Wenn sie diese unterläuft, dann nicht nur aus humoristischen Gründen, sondern auch, um zur Suche des Helden beizutragen. Theatralische Einflüsse lassen sich in Shakespeares Konflikt zwischen dem König und seinem Bruder um den Thron erkennen oder in den Tändelei des Dieners Archie, seinen Klagen über seinen Zustand und seinen Fragen über die entstehende Freundschaft mit seinem Herrn. Die zahlreichen Bezüge machen die Handlung der Schatzsuche und die Charaktere auf ihrer Suche nach einer Initiation komplexer.

Der Spielfilm geht noch einen Schritt weiter, indem er die Beziehung zwischen Hopper und zwei seiner Stalker, einem Hasen und einem Huhn, als Metapher für Diskriminierung darstellt. Tatsächlich lässt sich eine Parallele zwischen den Quälgeistern und den Mechanismen des Rassismus ziehen. Erstere drehen nach Hoppers Heldentaten den Spiess um und streiten sich um eine glorreich gewordene Bruderschaft. Die letzteren wechseln von der Lobpreisung zur Verleugnung der Menschlichkeit einer Person entsprechend ihrer Taten.

Obwohl der Film nicht durch Originalität oder Animationstechniken glänzt, liefert er dennoch eine mitreissende Geschichte, ein Plädoyer für die Freundschaft zwischen Menschen am Rande der Gesellschaft, das junge Zuschauer begeistern und sie dazu bringen wird, die Werke zu entdecken, von denen er inspiriert wurde.

Übersetzung aus dem Französischen von Eleo Billet durch Zoë Bayer.

04.04.2022

3.5

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