Licorice Pizza Kanada, USA 2021 – 134min.

Filmkritik

Die Liebesfabel von Paul Thomas Anderson

Théo Metais
Filmkritik: Théo Metais

Paul Thomas Anderson kehrt mit einer sentimentalen und nostalgischen Romcom auf die Kinoleinwand zurück. «Licorice Pizza» führt uns in das San Fernando Valley in den 70er Jahren. Alana und Gary lernen sich dort kennen und der Coming-of-Age-Film wird zur Erzählung ihrer Liebeskämpfe.

San Fernando Valley, 1973. Gary (Cooper Hoffman), ein junger aufstrebender Schauspieler, lernt die zehn Jahre ältere Alana (Alana Haim) kennen. Alles beginnt mit einem zufälligen Fototermin in der Schule, dem ein erstes Date folgt. Zwischen der Presseagentur seiner Mutter und einigen Auftritten in amerikanischen Talkshows schmiedet der Teenager Pläne für seinen Ruhm. Gary ist ständig von Celebrities umgegeben und wird fast immer von Alana begleitet. Der Unterschied im Alter und sozialen Hintergrund sorgen für ein breites Spektrum an gegensätzlichen Bestrebungen. Doch die beiden Turteltauben sind (fast) unzertrennlich geworden und so halten Gary und Alana in guten wie in schlechten Zeiten durch.

Paul Thomas Anderson führt den Film in den sonnigen 70er Jahren durch,in dem eine besondere Partnerschaft zwischen zwei geliebten Menschen entsteht. In seinem berühmten Film «Boogie Nights» gibt der Filmemacher der Musikerin Alana Haim eine herausragende Rolle. Die Künstlerin offenbart sich der siebten Kunst (das Kino) mit verrückter Energie. Ebenso wie Cooper Hoffman, der Sohn des verstorbenen Philip Seymour Hoffman, der ebenfalls sein Debüt als widerspenstiger Gary mit jungenhaftem Charme gibt. Und das Duo entpuppt sich tatsächlich als formidabel unkonventionell. «Licorice Pizza» ist ein Film mit dezenten 70er-Jahre Charme, der an «American Graffiti» und die Wanderungen von Cliff Booth in «Once Upon a Time… in Hollywood» erinnert.

Die Kamera von Paul Thomas Anderson vereint die Stadt der Engel und das Kino. Der Film ist eine einzigartige Hommage an diesen Teil von Kalifornien im Jahr 1973, wo sich Albträume mit (amerikanischen) Träumen vermischen. Es ist eine Gelegenheit, den Wahlkampf des Stadtrats Joel Wachs (gespielt von Benny Safdie) unter die Lupe zu nehmen, die Wege von Jon Peters zu kreuzen, Barbra Streisands berühmtem Mann, gespielt von Bradley Cooper. Das Ganze geschieht während der Ölkrise und den Biker-Tiraden eines fliegenden Sean Penn. Paul Thomas Anderson interpretiert den Tumult einer Generation, einer Ära voller wirtschaftlicher und sozialer Schwierigkeiten, meisterhaft und mit einer grossartigen Beherrschung des Bildes.

Nach der makellosen Eleganz von «Phantom Thread» wiederbelebt der nordamerikanische Filmemacher dieses Genre. Dabei stellt er seine kalifornischen Erinnerungen durch eine eleganten 35mm-Rolle dar. Ein Duo, das sich für die siebte Kunst als Wunderwerk anbietet, und der Besetzung, die immer wieder die Show stiehlt. «Licorice Pizza» lässt sich wie eine Lerngeschichte erleben. Bezaubernd, grausam aber für immer jung.

Übersetzung aus dem Französischen von Théo Metais durch Alejandro Manjon.

17.01.2022

4

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Kommentare

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Patrick

vor 2 Tagen

Durch die Ausstattung und dem Soundtrack aus den guten alten 70iger Jahre fühlt man sich in dessen Jahre zurück versetzt,vorallem für Kinogänger die in den guten alten 70 iger Jahre aufgewachsen sind Auch die Kameraführung ist famos man denkt man sei mittendrin..Der Darsteller~Cast spielt auf eine verrückte und skurrile Art,vorallem die Kurzauftritte von:Sean Penn & Bradley Cooper.Auch Cool & Orginell sind die Szenen wo die Autos;Herbie und das Batmobil kurz zu sehen sind.Aber leider wirkt es Storymässig : Episodenhaft und langatmig und daher unnötig in die Länge gezogen daher gibt’s zu wenig her um die lange Film Laufzeit vollends zu Unterhalten.Mehr anzeigen

Zuletzt geändert vor 2 Tagen


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