Resident Evil: Welcome to Raccoon City Frankreich, Deutschland, Grossbritannien, USA 2021 – 107min.

Filmkritik

Rückkehr ins Leben

Filmkritik: Maxime Maynard

Raccoon City, das ehemalige Hauptquartier der Umbrella Corporation, ist nur noch ein Schatten seiner selbst. Die Verlagerung des Pharmaunternehmens hat die Stadt in eine sterbende Stadt mit einer verfallenden Landschaft verwandelt. Eines Nachts im Jahr 1998 ergreift ein seltsames Übel von den Strassen Besitz. Die Grenzen der Stadt sind blockiert und die Einwohner sind gefangen. Für Claire (Kaya Scodelario), ihren Bruder Chris (Robbie Amell) und eine kleine Gruppe von Überlebenden wird es eine lange Nacht werden.

Der Spielfilm ist unmittelbar von den Spielen «Resident Evil» und «Resident Evil 2» inspiriert, die 1996 bzw. 1998 veröffentlicht wurden und versucht, ihnen so weit wie möglich treu zu bleiben. Regisseur Johannes Roberts ( «47 Meters Down: Uncaged») greift ihre Geschichten auf, personalisiert und verändert sie, mit dem eindeutigen Wunsch, eine wirklich erschreckende Atmosphäre zu schaffen. Schwere, allgegenwärtige Musik, ein ewiger sintflutartiger Regen, eine bedrückende nächtliche Landschaft. Die verwendeten Elemente sind zwar alles andere als originell, aber sie funktionieren und bieten uns einen ersten Teil des Films mit einem Hauch von Angst. Wir lassen uns vom Spiel mitreissen, wir suchen die Dunkelheit ab, wir klammern uns an unsere Sitze und sind bereit, die unzähligen uninteressanten und uninspirierten Schreckmomente zu überspringen.

Die Darsteller liefern eine unterhaltsame Leistung ab und schlüpfen dabei in die Haut der aus den Videospielen bekannten Charaktere –zugegebenermassen ohne jegliche Substanz, aber dennoch genug, um unser Interesse zu wecken. In der zweiten Hälfte ändert sich das Tempo, denn die Action-Handlung beginnt. Der Film verlässt seine Schneckengeschwindigkeit und nimmt Fahrt auf. Eine atmosphärische Veränderung, die als beunruhigend wahrgenommen werden könnte. Aber das Auftauchen der verschiedenen Kreaturen, die für die Franchise typisch sind, lenkt völlig ab. Die uneinheitlichen Spezialeffekte veranschaulichen dieses beunruhigende Bestiarium, das sich bis zum erwarteten Endboss entwickelt. Vielleicht wäre es gut gewesen, das Tempo zu verlangsamen, um etwas tiefer in ein zu abruptes Ende einzutauchen? Wir wollen einfach mehr und suchen verzweifelt nach Befriedigung.

«Resident Evil: Welcome to Raccoon City» mag es an Originalität mangeln, aber eine intensive Atmosphäre und eine adäquate Besetzung legen ein solides Fundament für eine Franchise voller Potenzial. Der Spielfilm von Johannes Roberts überrascht uns zwar nicht wirklich und erfüllt auch nicht unsere Erwartungen. Aber er unterhält uns und sorgt für eine angenehme Zeit inmitten von Wesen, die sich im Wandel befinden.

Übersetzung aus dem Französischen von Maxime Maynard durch Alejandro Manjon

17.01.2022

3

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Kommentare

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walter-Oliver

vor 6 Monaten

Pluspunkt keine Filmmusik von Hans Zimmer, und auch sonst praktisch keine Filmmusik,
wozu auch, zu was für einem Film, hier ist
keiner.
Die guten Stellen vom Film sind bevor er anfängt und nachdem er fertig ist, dazwischen ist nur gequirlter Müll, Zombies die sich in Alien-Dinosaurier verwandeln, gäähhn.
Keine Story kein Handlungsstrang kein Spannungsbogen nur computeranimierte Sumpfmonster Schwemme.
Das ist nix !Mehr anzeigen


Taz

vor 7 Monaten

Nett. Nicht mehr und auch nicht weniger. Wer die Spiele mag, der kriegt ein paar Eastereggs geliefert, aber ansonsten hält sich Action und Spannung extrem im Rahmen.


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