Chaos Walking USA 2019 – 109min.

Filmkritik

Schreiende Gedanken auf dem Planeten New World

Filmkritik: Walter Rohrbach

In der Science-Fiction-Verfilmung kämpft Tom Holland nicht nur gegen seine Gedanken, sondern vor allem auch gegen den Bösewicht Mads Mikkelsen. Als dann auch noch Daisy Ridley auftaucht ist die Reizüberflutung für ihn komplett.

Planet New World, das Jahr 2257 nach Christus. Seine Gedanken machen ihn klein und angreifbar. Auf dem Planeten, fern der Erde, sind nämlich die Gedanken hörbar. So hört man neben dem Gesprochenem, ständig auch noch die Gedanken der Anderen. Ziemlich schwierig also für Todd (Tom Holland) ein wichtiges Geheimnis für sich zu behalten: Nach einer harten Bruchlandung mit dem Raumschiff landet nämlich Viola (Daisy Ridley) quasi in seinem Vorgarten. Gestrandet ist sie in einer dystopischen Welt, in der das Recht des Stärkeren zählt, in einer Siedlung ohne Frauen. Todd, der noch nie zuvor eine Frau gesehen hat, findet sie und beschliesst, das sonderbare Geschöpf zu beschützen und ihr zu helfen. Allerdings gegen den Willen des diktatorisch-regierenden Bürgermeister von Prentisstown (Mads Mikkelsen), der mit all seinen gewaltbereiten Männern verhindern will, dass Viola Kontakt mit dem Heimatplaneten aufnimmt. Die unbarmherzige Verfolgungsjagd durch New World beginnt.

Buchvorlage der Verfilmung ist der Science-Fiction Roman «The Knife of Never Letting Go», geschrieben von Patrick Ness. Es ist das erste Buch der «Chaos-Walking-Trilogie», dass in einer deutschen Übersetzung unter dem Titel «New World: Die Flucht» veröffentlicht wurde. Doug Liman hat nun diesen Stoff in Szene gesetzt. Bekannt geworden ist er bereits durch seine Regiearbeiten in den Filmen «Swingers», «Mr. & Mrs. Smith» oder «The Bourne Identity» und gilt seither als einer der Erfolgsregisseure in Hollywood.

Unweigerlich denkt man aber eher an die «Hunger-Games» Filme: die Machart, die dystopische Atmosphäre und die Verfilmung eines Coming of Age Romans – all dies sind sich gleichende Merkmale. Leider bleibt «Chaos Walking» in vielerlei Hinsicht hinter «Hunger-Games» zurück und der Wunsch einen ähnlichen Riesenerfolg zu verbuchen wird wohl unerfüllt bleiben. Zu wenig ist es Doug Liman gelungen, die erfinderische Stärke des Buches überzeugend auf die Leinwand zu bringen. So wird beispielsweise das eigentlich geniale Konzept der sichtbaren Gedanken, filmisch nur ansatzweise umgesetzt und mögliche Analogien, wie die Informationsüberflutung in heutiger Zeit, zu wenig verdeutlicht. Auch werden viele Handlungen nur leicht angerissen, aber nicht stringent ausgeführt – was um fair zu bleiben, vielleicht in einer nächsten Fortsetzung aufgelöst werden wird, störend ist es aber trotzdem. Die Besetzung aber ist wirklich fantastisch und bei allen Schwächen bleibt: fesselnd ist der Film gleichwohl.

18.05.2021

3.5

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Kommentare

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Patrick

vor einem Monat

Der Mix aus echter Stimme und der Gedanken Stimme der Darsteller ist anfangs etwas nervig.Aber es gibt ein paar Szenen die so packend sind das sie einem vom Kino Sessel hauen.Tom Holland & Daisy Ridley spielen ihre Rollen solide und der Hund ist mega Herzig.Der grandiose Mads Mikkelsen ist zurzeit auch in einem anderem aktuellem Kino Film zu bestaunen und zwar in:Drunk (mehr Infos auf dieser Seite) der Darsteller ist einfach grandios vielseitig.Das etwas offene Ende macht Lust auf eine neue Film Trilogie.Mehr anzeigen

Zuletzt geändert vor einem Monat


dulik

vor einem Monat

Ein Science Fiction Streifen, der eigentlich gute Ansätze bietet, aber leider nur selten spannend ist. Man wartet irgendwie während des ganzen Films auf eine Wendung, welche die Handlung in eine interessante Richtung lenkt. Doch diese bleibt leider aus und so schleppt die Geschichte so vor sich hin und macht auch nicht wirklich Lust auf die angedeutete Fortsetzung. Schade, denn technisch und schauspielerisch ist "Chaos Walking" auf einem guten Niveau.
6/10Mehr anzeigen


Taz

vor einem Monat

Hatte mir fix mehr davon versprochen, mit diesem Cast und der Romanvorlage. Leider packt diese Umsetzung nur sehr selten und die offenstehenden Gedanken haben ihre Faszination auch bald mal verspielt. Bleibt ein nicht speziell spannender Film, um den viel zu viel Rauch gemacht wird. Ecken und Kanten sucht man hier übrigens vergebens. Aber inzwischen glättet man lieber alles massengerecht durch. Schade - war enttäuscht.Mehr anzeigen


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