Raya und der letzte Drache USA 2020 – 107min.

Filmkritik

Vertrauen erschafft Vertrauen

Peter Osteried
Filmkritik: Peter Osteried

Der Film hätte schon letztes Jahr in die Kinos kommen sollen, der Pandemie wegen wurde er dann auf den 5. März verschoben – mit einer zweigleisigen Strategie. Disney wollte den Film zeitgleich in den Kinos und bei Disney+ starten. Aufgrund des nach wie vor anhaltenden Lockdowns und der geschlossenen Kinos debütiert Raya and the Last Dragon nun einzig und allein beim hauseigenen Streaming-Dienst.

Vor 500 Jahren retteten die Drachen die Menschen vor Monstern, die sie in Stein verwandelten. Doch der Sieg kam mit einem Preis. Auch die Drachen erstarrten zu Stein. Die Menschen begannen, einander zu misstrauen und zu bekriegen, aber Rayas Vater träumt davon, sie alle wiederzuvereinen. Doch als das Drachenjuwel zerschlagen wird und auch er zu Stein erstarrt, scheint alle Hoffnung verloren. Doch Raya macht sich auf den Weg, den letzten Drachen zu finden. Nur mit ihm kann sie die zerbrochene Welt wieder einen.

Es ist ein schöner Film, den Disney hier präsentiert. Einer, der mit magischen Kreaturen und sympathischen Figuren aufwartet, vor allem aber von einer zentralen Botschaft getragen wird. Dass man zusammen stärker ist und dass Vertrauen wiederum Vertrauen generiert. Nur wer den ersten Schritt wagt, kann hoffen, dass ihm dieser ebenso vergolten wird. Das könnte in Kitsch ausarten, tut es aber nicht. Emotional hält der Film immer perfekt die Balance.

Darüber hinaus ist dies natürlich ein farbenfrohes und sehr rasantes Abenteuer – dem klassischen Aufbau einer Fantasy-Quest folgend – und bietet darüber hinaus reichlich Action. Gerade auch die Schwertkämpfe sind wunderbar gemacht und kommen mit enormer Dynamik daher. Überhaupt hat man bei diesem Film das Gefühl, er hätte auch genauso funktioniert, wenn man nicht auf Computeranimation gesetzt, sondern mit realen Schauspielern gearbeitet hätte.

Das ist im Grunde die Königsklasse, weil ein Animationsfilm dann wirklich alle Altersklassen abholt. Er funktioniert für die Kleinen ebenso wie für die Grossen, bietet viel zu lachen und schmunzeln, aber auch handfestes und mitreißendes Abenteuer, allesamt garniert mit dreidimensional geformten Figuren, deren Handlungen man immer nachvollziehen kann.

Auf der grossen Leinwand hätte Raya and the Last Dragon sicherlich sehr schön ausgesehen, Filme von derart hoher Qualität aber auch gleich zuhause genießen zu können, hat schon etwas. In Zeiten wie diesen mag man nicht ins Kino gehen können, aber mit Filmen wie Raya and the Last Dragon kann man das Kino nach Hause holen.

10.05.2021

4

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Kommentare

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Taz

vor 6 Monaten

Hat mir sehr gut gefallen, vor allem optisch. Ansonsten wird halt eine nette Story erzählt, die jetzt nicht alles auf den Kopf stellt, aber unterhaltend ist. Gelungen fand ich vor allem die Hintergründe und Orte, an denen die Story spielt und natürlich die Nebenfiguren, die, typisch Disney, dem Hauptcharakter schon die Show stehlen.Mehr anzeigen


Patrick

vor 6 Monaten

Süss,Herz~erwähnt und Witzig so kommt auch das neuste Disney Movie daher.Manchmal vergisst man das die Figuren nicht aus Fleisch & Blut sind, so echt kommen die Figuren manchmal daher.Die Disney Filme kommen technisch immer überzeugter daher das man sich jetzt schon auf die kommenden Disney Filme freut.Auch der Vorfilm ist eine Wohltat fürs Herz.Mehr anzeigen

Zuletzt geändert vor 6 Monaten


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