Ooops 2 - Land in Sicht! Deutschland 2020 – 90min.

Filmkritik

Das grosse Fressen bleibt aus

Peter Osteried
Filmkritik: Peter Osteried

Vor fünf Jahren kam Ooops! Die Arche ist weg... in die Kinos. Die europäische Ko-Produktion war überraschend erfolgreich, weswegen es nicht lange dauerte, bis Bestrebungen unternommen wurden, ein Sequel in die Kinos zu bringen. Während man technisch an Ooops 2 - Land in Sicht! nichts aussetzen kann, ist die Geschichte mager. Sie variiert nur, was man vom ersten Teil schon kennt.

Da hat man die Sintflut überlebt, aber dann ist kein Land in Sicht – und an Bord gehen die Vorräte zur Neige. Der Nestrier Dave, der auch als Schiffskoch fungiert, muss sich also fragen, wie er 50.000 Tiere ernähren soll, bevor diese anfangen, sich gegenseitig zu fressen. Und das ist nur eines seiner Probleme. Denn sein Sohn Finny und dessen Freundin Leah gehen über Bord und werden getrennt. Finny findet sich in einer Nestrier-Kolonie wieder, die von der Zerstörung bedroht ist, Leah auf einer wunderschönen Insel. Die Freunde müssen sich wiederfinden und verhindern, dass des Hungers wegen alle aufeinander losgehen.

Schöne Animationen, liebevolle Designs, reichlich Humor – der Film kann durchaus punkten, aber man wird eben das Gefühl nicht los, das alles schon in kaum spürbarer Variation beim ersten Teil gesehen zu haben. Das macht den Film schwächer, als er hätte sein müssen, weil die Figuren durchaus Potenzial zu mehr haben. Das Highlight ist Dave, der fahrige Typ, der versucht, alles geheim zu halten und die Probleme selbst zu lösen, dabei aber immer nur vom Regen in die Traufe kommt. Einen besseren Synchronsprecher als Christian Ulmen hätte man für ihn nicht finden können. Dave ist im Grunde so wie Christian Ulmen, wenn man dessen Serie «Jerks» zum Vergleich heranzieht.

Das sorgt für einigen Humor, es gibt aber auch Momente des Leerlaufs, weil der Film sich nie so recht entscheiden kann, welche Figur nun im Vordergrund stehen soll. Dafür gibt es die kleinen Momente mit Nebenfiguren, die immer wieder zum Schmunzeln einladen, etwa die mit dem Gorilla, der einfach nicht in Ruhe seine Banane essen kann.

In erster Linie richtet sich der Film an ein kindliches Publikum. Die erwachsenen Begleiter haben zwar auch solide Unterhaltung vor sich, mit Sternstunden der Animation kann dieser Film aber nicht mithalten, weil er nicht universell jede Altersgruppe anspricht, sondern auf eine bestimmte Klientel zugeschnitten ist. Originalität hätte nicht geschadet, die Wiederholung dessen, was beim ersten Teil funktioniert hat, mag aber auch reichen, um dafür zu sorgen, dass auch dieses Sequel sein Geld einspielt. Einen dritten Teil braucht es dann aber wirklich nicht.

22.09.2020

3

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Kommentare

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sonja555

vor 9 Tagen

Total süss!! 😍😍😍


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