Meine Freundin Conni - Geheimnis um Kater Mau Deutschland 2020

Filmkritik

Ein aufgewecktes Haustier

Björn Schneider
Filmkritik: Björn Schneider

Conni erlebt in ihrem ersten Animationsfilm ein unvergessliches Abenteuer auf einem Schloss. Die Macher von Meine Freundin Conni - Geheimnis um Kater Mau verbinden Detailfülle und kindgerechten Witz mit einer Vielzahl an kauzigen Figuren.

Der dreitägige Kita-Ausflug zum Schloss Finkelstein ist für Conni der erste Urlaub ohne Eltern. Ihre besten Freunde Anna und Simon sind mit dabei, nur Kater Mau musste Conni zu Hause lassen. Denn: In der im Schloss untergebrachten Jugendherberge sind keine Haustiere erlaubt. Doch Mau hat sich als „blinder Passagier“ mit auf den Weg gemacht – und befindet sich plötzlich im Schlafsaal inmitten der Kita-Kinder. Da jedoch ausgerechnet die Leiterin, Frau Weingärtner, auf Katzen allergisch ist, droht Unheil. Also muss Conni alles dafür tun, damit Mau nicht entdeckt wird. Als wäre das allein nicht genug, verschwinden zudem immer öfter Gegenstände aus dem Anwesen. Treibt ein mysteriöser Dieb sein Unwesen?

Der deutsche Trickfilmer Ansgar Niebuhr (Prinzessin Lillifee) geht von Beginn an sehr detailliert vor und beweist ein tolles Gespür dafür, was Kinder umtreibt und beschäftigt. Von der allmählichen Abnabelung von den Eltern, freundschaftlichem Zusammenhalt oder der Sehnsucht nach den geliebten Haustieren – Niebuhr nimmt die Sorgen und Hoffnungen der Handelnden jederzeit ernst und versetzt somit auch Eltern gekonnt in die Lebenswirklichkeit ihrer Sprösslinge. Hinzu kommt die Vielzahl an gelungen ausgearbeiteten Protagonisten, die aufgrund ihrer unterschiedlichen Wesenszüge für Abwechslung sorgen.

Denn ergänzend zu Conni, ihren Freunden, Frau Weingärtner und deren Sohn Lukas treffen wir auf einige (tierische) Nebencharaktere, die einen Grossteil des pfiffigen, locker-leichten Humors auf sich verbuchen. Darunter der niedliche Waschbär Oskar, der für die Taten und „Streiche“ von Mau verantwortlich gemacht wird, und natürlich Mau selbst. Dem „tierischen Wirbelwind“ kommt die Rolle einer zweiten Hauptfigur zu, da er ordentlich Verwirrung stiftet.

Mau bringt die Einrichtungsgegenstände durcheinander, rennt wie wild im Anwesen herum und frisst schon mal die (Kuchen-)Vorräte auf. Die Herausforderung für Conni besteht darin, seine Anwesenheit geheim zu halten. Dies ist die kindgerechte dramaturgische Grundkonstellation, die für viel Spannung, sympathisches Chaos und irrwitzige Verwechslungen sorgt. Und nicht zuletzt ist es auch einfach mal wieder schön und charmant, einen „klassischen“, minimalistisch aber realitätsnah gezeichneten 2D-Trickfilm zu sehen, der mit detailreichen Hintergründen sowie liebevoll gezeichneten Zeichentrick-Kulissen überzeugt. Und damit beweist, dass es nicht immer millionenschwere Budgets, edle CGI-Optik und Dreidimensionalität braucht.

15.09.2020

4

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Kommentare

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christian_schaad

vor 4 Tagen

Die Conni-Geschichten aus den Büchern und Hörspielen orientieren sich ja immer an einem realitätsnahen Alltagsleben. Was Conni dort erlebt, könnte jedes Kind tatsächlich erleben. Das ist in diesem Film anders: Das ist ein mittelmässiger Abenteuerfilm für kleinere Kinder, der mit der Conni, wie wir sie kennen, eigentlich nichts zu tun hat ausser Name, Ringelpulli und der Tatsache, dass sie einen Kater hat. Für mich ein Etikettenschwindel: Es steht zwar Conni drauf, es ist aber nicht wirklich Conni drin.Mehr anzeigen


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