Lady Business USA 2019 – 83min.

Filmkritik

Wo ist der Witz?

Peter Osteried
Filmkritik: Peter Osteried

Die Zielgruppe eines Films wie Lady Business ist natürlich in erster Linie weiblich. Das muss aber nicht heissen, dass die andere Hälfte der Zuschauerschaft über Bord springt. Es gibt genügend Filme dieser Couleur, die eine klare Klientel bedienen wollen, aber mit ihrer gewitzten Mischung jedem gefallen können. Das Problem: Lady Business ist keiner dieser Filme. Schlimmer noch: Er wird niemandem gerecht. Weil das Schema F hier über Gebühr angestrengt wird.

Seit langer Zeit sind Mia (Tiffany Haddish) und Mel (Rose Byrne) beste Freundinnen. Sie haben sogar ihre eigene kleine Kosmetikfirma, die sie über die Jahre selbst aufgebaut haben. Klingt alles perfekt? Ist es aber nicht, denn den beiden Jungunternehmerinnen steht das Wasser bis zum Hals. Die Rechnungen stapeln sich, und es gibt keine Aussicht darauf, aus den Schulden herauszukommen. Da ist das Übernahmeangebot der Kosmetik-Magnatin Claire Luna (Salma Hayek) ausgesprochen verlockend. Mia und Mel sind sich jedoch zum ersten Mal uneinig: Dies ist die erste grosse Bewährungsprobe ihrer Freundschaft.

Die Schauspielerinnen sind gut. Sie hätten einen weit besseren Film verdient. Vielleicht war das Skript mal halbwegs lustig, der Film ist es nicht, weil er ständig im Trüben fischt und Gags präsentiert, die kaum ein müdes Lächeln hervorrufen können. Der Trailer ist dafür eigentlich schon ein gutes Indiz: Normalerweise packt man dort die besten Gags rein, davon finden sich in der knapp dreiminütigen Fassung des Films herzlich wenige, weil der Film humoristisch generell recht schwach aufgestellt ist.

Salma Hayek, die kurz darüber nachgedacht hat, für ihre Magnatenrolle Botox spritzen zu lassen, sich dann aber dagegen entschieden hat, weil der Effekt vor Beginn der Dreharbeiten ihres nächsten Films nicht wieder vergangen gewesen wäre, ist hier die Schurkin. Eine solche, wie man sie bei Disney-Zeichentrickfilmen finden kann: Total übertrieben. Hätte Salma Hayek ein Schnurrbärtchen, sie würde es in dieser Rolle zwirbeln und dabei schallend lachen. So subtil ist Lady Business.

Eine Komödie, die kaum zum Lachen anregt. Das ist die Kardinalssünde in diesem Genre. Eine Geschichte kann altbekannt sein, aber zumindest die Gags sollten stimmen – das würde schon viel retten. So jedoch erscheint der Film in seiner wenig originellen Geschichte länger, als er eigentlich ist.

10.03.2020

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Kommentare

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Taz

vor 20 Tagen

Leider ganz schlecht, weil langweilig, unwitzig und mit dem Dampfhammer präsentiert. Solche Filme gehören eigentlich nicht ins Kino, zumal das Level an Spässen und Sprüchen halt schlichtweg zu tief für eine einigermassen anständige Unterhaltung ist. Gucken lohnt sich nicht!


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