The Grudge USA 2019 – 94min.

Filmkritik

Neues Haus, alter Fluch

Christopher  Diekhaus
Filmkritik: Christopher Diekhaus

Braucht es wirklich einen weiteren Aufguss der 2004 gestarteten The Grudge-Reihe, die erzählerisch nach dem dritten Teil im Jahr 2009 schon längst erschöpft schien? The Evil Dead-Erfinder Sam Raimi meint „Ja“ und schickt als Produzent einen neuen Spukstreifen ins Rennen, der nach einem Drehbuch und unter der Regie von Independent-Filmer Nicolas Pesce entstand.

Als die Pflegerin Fiona Landers (Tara Westwood) 2004 in einem Haus in Tokio eine grausige Begegnung hat, kehrt sie unverzüglich zu ihrem Mann (David Lawrence Brown) und ihrer Tochter (Zoe Fish) in eine Kleinstadt im US-Bundesstaat Pennsylvania zurück. Was sie nicht ahnt: Ein schrecklicher Fluch, der auf eine grausige Familientragödie zurückgeht, wandert mit ihr in die Heimat.

Zwei Jahre später lässt sich Detective Muldoon (Andrea Riseborough) nach einem Schicksalsschlag mit ihrem Sohn (John J. Hansen) in derselben Ortschaft nieder und wird im Dienst gleich mit einem mysteriösen Todesfall konfrontiert, der ihrem neuen Kollegen Goodman (Demián Bichir) den Angstschweiss auf die Stirn treibt. Schliesslich scheint er mit einem unheimlichen Verbrechen in Zusammenhang zu stehen, das sich einst im Haus der Landers zugetragen hat. Muldoon will dem Ganzen auf den Grund gehen und stösst auf die verwirrte Faith Matheson (Lin Shaye) und deren toten Gatten William (Frankie Faison). Als die Ermittlerin weitere Nachforschungen anstellt, wird sie plötzlich von beunruhigenden Geistervisionen heimgesucht.

2004 brachte Sam Raimi mit The Grudge ein US-Remake des japanischen Horrorfilms Ju-on: The Grudge in die Kinos, das Ursprungsregisseur Takashi Shimizu inszeniert hatte. 16 Jahre und zwei weitere amerikanische Fortsetzungen später erreicht nun ein vierter Reiheneintrag die hiesigen Leinwände, der sich irgendwo zwischen Neuinterpretation und Spin-off einpendelt. Die Handlung spielt teilweise parallel zu den Ereignissen der Vorgänger und ist wieder einmal achronologisch angeordnet. Ausgehend vom Hauptstrang rund um die Polizistin taucht der Film in mehrere Subplots mit unterschiedlichen Figuren ein, die allesamt mit dem todbringenden Fluch in Berührung kommen. Was komplex klingt, ist allerdings – gerade für Kenner der Gruselsaga – schnell durchschaut und erzeugt nur wenig Spannung.

Nicolas Pesce, dessen kompromissloses Debütwerk The Eyes of My Mother für Aufsehen sorgen konnte, bemüht sich, den Protagonisten interessante Profile zu verleihen. Wirklich tief gehen die skizzierten Schicksale aber nicht, da die Geisterangriffe dann doch spürbar im Vordergrund stehen. Leider variiert die Art und Weise, wie die Schockeffekte arrangiert werden, erschreckend selten. Horrorerprobten Zuschauern dürfte der Spuk trotz einiger blutiger Spitzen daher nur ein müdes Lächeln entlocken. Zementiert wird der dürftige Gesamteindruck durch einen hirnrissige Entscheidung Muldoons im Finale und die leichtfertige Vergeudung von Schauspielkraft. Dass etwa Oscar-Kandidat Demián Bichir (nominiert für A Better Life) in einer ebenso überflüssigen wie langweiligen Stichwortgeberrolle auftaucht, ist einfach nur zum Haareraufen.

08.01.2020

2

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Kommentare

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andrea.camara.129

vor einem Monat

cooler Film👍🏼


Sunnxx0

vor einem Monat

Ich fand den Film gut👍🏼


Taz

vor einem Monat

Entäuschend, wenn in der Anfangssequenz die besten Momente sind und dann nur noch Leerlauf kommt. Story viel zu komplex (x verschiedene Stränge miteinander erzählt) und die Geister spuken mit Ankündigung. Lieber den mit Buffy nochmal gucken oder dann grad aufs Original gehen. Da ist Gänsehaut garantiert.Mehr anzeigen


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