Birds of Prey: The Emancipation of Harley Quinn USA 2020 – 120min.

Filmkritik

Fight like a Girl

Noëlle Tschudi
Filmkritik: Noëlle Tschudi

In Gotham City hat sich in der Szene der Gangster und Ganoven so einiges getan. Denn Joker hat seine Harley Quinn sitzen lassen, wonach sie in das Visier unzähliger Krimineller gerät, die alle noch ein Hühnchen mit ihr zu rupfen haben...

Verbrecher Roman Sionis alias Black Mask (Ewan Mcgregor) und sein Handlanger Victor Zsasz (Chris Messina) haben es auf ein junges Mädchen abgesehen, welches etwas bei sich trägt, das ein Vermögen wert ist. Um den sadistischen Bösewicht zu Fall zu bringen, schliessen sich Harley Quinn, Huntress (Mary Elizabeth Winstead), Black Canary (Jurnee Smollett-Bell) und Detective Renee Montoya (Rosie Perez) zusammen, denn auch sie haben dessen Rache zu fürchten und erkennen, dass sie nur gemeinsam eine Chance gegen den eiskalten Killer haben.

Bedingt durch den Umstand, dass die Sängerin Black Canary Sionis betrogen hat, Selbstjustizlerin Huntress ihn um einige seiner Männer brachte, Renee Montoya versucht, ihm das Handwerk zu legen, und eine ganze Reihe von Vergehen gegen ihn auf das Konto von Harley gehen, stehen ihre Aussichten auf Gnade und Vergebung nicht gerade rosig. Zu allem Überfluss muss Harley auch noch die Trennung von Joker verarbeiten und es mit diversen Bösewichten aus der kriminellen Unterwelt Gothams aufnehmen. Dass es hierbei ziemlich verrückt zu und her geht, dürfte Fans der ehemaligen Joker-Gefährtin kaum erstaunen. Tatsächlich macht aber eben diese abgedrehte, beinahe schon mühelos wirkende Art von Harley, gegen Kriminelle vorzugehen, den ganzen Charme des mit Glitzergeschossen versehenen Actionstreifen aus.

Die an Scott Pilgrim Vs. the World erinnernde, kunterbunte Comic-Optik des Films passt nicht nur perfekt zur aufgedrehten Protagonistin von Birds of Prey, sondern wirkt vor allem aufregend, unverbraucht und – durchzogen mit einem typischen Harley Quinn-Farbschema – sehr stimmig. Damit kann der neueste DC-Streifen mit einem optisch ansprechenden Farbspiel punkten wie beispielsweise auch der dritte Ableger der John Wick-Filmreihe. Auch wenn sich die Frauentruppe rund um Harley durch Massen von Gegnern pflügt, drängt sich ein Vergleich zum Actionkracher rund um den erfahrenen Auftragskiller auf. Mit originellen Ideen zur Aussergefechtsetzung von Gegnern, massenweise Glitzer und einer vorwiegend unterhaltsamen ungleichen Truppe steht dieser Film, bei dem die Actionszenen allein ein Gang ins Kino wert sind, allerdings definitiv auf eigenen Beinen.

Zwar gelingt es Birds of Prey, seine Hauptfiguren ausführlich zu beleuchten und dem Publikum näherzubringen, doch die verschlungene Geschichte, die in der ersten Filmhälfte vorwiegend von Harley Quinn in Rückblenden erzählt und immer wieder unterbrochen wird, um weitere Erzählstränge ins Spiel zu bringen, wirkt oftmals chaotisch. Die Story erscheint nicht nur deshalb nur bedingt überzeugend – wenn auch deutlich erinnerungswürdiger als Suicide Squad. Dies ist vor allem McGregors starker Performance als Black Mask, vielen witzigen Einfällen und Margot Robbie als Harley Quinn zu verdanken. Unter dem Strich präsentiert sich der Streifen als geeignetes Vehikel, um aufregende neue Figuren wie Black Canary oder Huntress vorzustellen, die zukünftig frischen Wind in das DCU und auf die Grossleinwand bringen könnten.

05.02.2020

3.5

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Kommentare

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elelcoolr

vor 2 Tagen

Ein spassiger und kurzweiliger Film. Margot Robbie ist wieder grossartig als Harley Quinn aber der Rest schadet dem Film eher. Diversität hin oder her - das Casting war schlecht.


3730151

vor 2 Tagen

Szenenbild: Yay 🤩 - Story: Ney 😕


navj

vor 6 Tagen

Wer Margot Robbies Auftritt als Harley Quinn in „Suicide Squad“ mochte, für den ist „Birds of Prey: The Emancipation of Harley Quinn“ ein weiteres Fest. Die Vorliebe für das Schrille und Verspielte, das Schräge und übertriebene, nie um einen kraftvollen Spruch verlegen, all dies wurde beibehalten. Allerdings verlässt sich der Film zu sehr auf sein Aushängeschild. So sehr Robbie in ihrer Rolle aufgeht und für gute Stimmung sorgt, so wenig Platz lässt sie den eigentlichen Birds of Prey Mitglieder (Black Canary und Huntress). „Birds of Prey: The Emancipation of Harley Quinn“ reicht für einen vergnüglichen Abend aus und wenn „Suicide Squad“ ein Erfolg war, wird es dieser Film ebenfalls sein.Mehr anzeigen


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