After Truth USA 2020 – 105min.

Filmkritik

Die bittere Wahrheit

Peter Osteried
Filmkritik: Peter Osteried

In After Truth erzählt die Hauptfigur vom ersten Film, vor allem aber von der Liebe der beiden Protagonisten. „Die Geschichte ist nicht neu“, heisst es da. „Sie wurde schon tausendmal erzählt“. Nur tausendmal besser. Das wird zwar nicht gesagt, mit hoher Wahrscheinlichkeit wird man sich das aber denken.

Tessa und Hardin sind getrennt, sie fängt ein Praktikum bei einem Verlag an. Hardin verzehrt sich jedoch nach seiner Verflossenen. Beim unweigerlichen Zusammentreffen flammt ihre Leidenschaft und Liebe erneut auf – aber Tessa und Hardin wären nicht Tessa und Hardin, wenn es nicht reichlich selbstgemachte Probleme gäbe, welche die beiden wieder auseinanderzureissen drohen. Ob sie nach der Leidenschaft und der Wahrheit doch noch ihr finales Happy End bekommen?

Die definitive Antwort erfährt man in diesem Film nicht, und wohl auch nicht im nächsten, so er denn kommt, denn die Buchreihe rund um die Teenie-Romanze von Anna Todd besteht aus stolzen fünf Romanen; da muss also noch einiges passieren. Das Drehbuch hat Todd dieses Mal selbst geschrieben. Weil ihr das zum ersten Film zu weit von der Vorlage abwich. Zudem boxte sie durch, dass der Film in den USA ein R-Rating erhält, also ein bisschen freizügiger sein darf. Wirklich genutzt hat man die neue Freizügigkeit aber nicht. After Truth fällt betreffend Intimszenen – wie für amerikanische Produktionen so üblich– äusserst brav aus.

Mit authentischen Sexszenen kann After Truth also nicht punkten, ausser natürlich, man ist von Hero Fiennes Tiffins nacktem Hintern oder Josephine Langfords nacktem Rücken entzückt. Das dürfte angesichts der sterilen Inszenierung wohl aber allenfalls bei jungen Teenies Anklang finden. Bei älteren Kinobesuchern werden angesichts der albernen Dialoge und der klischierten Erzählweise, die streng nach Vorschrift abhakt, was dieses Genre eben braucht, allenfalls die Lachmuskeln angeregt. Denn der Film ist auf geradezu atemberaubende Weise unfreiwillig komisch.

Das liegt am mauen Drehbuch, am Hauptdarsteller, der nichts anderes als den leidenden Hundeblick draufhat, und an den Figuren, deren emotionale Reife locker die von 14-Jährigen unterschreitet. Das Drehbuch biegt sich alles hin, wie es das gerade braucht. Hardin hat wegen eines Traumas in seiner Kindheit Albträume? Klar, in After Passion hat Tessa das nach all den Schäferstündchen nie gemerkt, hier schreckt der arme Junge aber ständig aus dem Schlaf. Schon praktisch, wenn solche Albträume nur kommen, wenn es die Geschichte gerade erforderlich macht. Man darf gespannt sein, welche Einfälle Anna Todd in möglichen weiteren Filmen aus dem Hut zaubern wird.

02.09.2020

1.5

Dein Film-Rating

Kommentare

Sie müssen sich zuerst einloggen um Kommentare zu verfassen.

Login & Registrierung

Veni98

vor 8 Tagen

Dieses Review ist das bescheuertste was ich je gelesen habe. Der Film ist für TEENAGER. Was erwartet ihr bitte für Sexszenen. Schaut mal Gerda Lewis vorbei, die sagt es war soooo heftige Sexszenen, sie war so schockiert😂
Lachhaft wie man es einfach keinem Recht machen kann. Es sind nicht umsonst junge Schauspieler und Charaktere 🤦🏻‍♀️ Wer die Bücher gelesen hat, weiß das. Ich bin jedenfalls sehr zufrieden, da der Film dieses Mal wirklich mehr ans Buch abgelehnt ist und es spannende Szenen gab. Aber hier hat jemand eindeutig die Bücher nie zu Gesicht bekommen 😂😂Mehr anzeigen

Zuletzt geändert vor 8 Tagen


Mehr Filmkritiken

Tenet

The New Mutants

The Secret - Das Geheimnis