Zombieland: Doppelt hält besser USA 2019 – 97min.

Filmkritik

Absurde Apokalypse

Christopher  Diekhaus
Filmkritik: Christopher Diekhaus

2009, als das Zombie-Subgenre noch nicht derart abgenutzt war wie heute, legte Ruben Fleischer (Venom) mit Zombieland eine unterhaltsame Horrorkomödie vor, die in besonderem Masse vom Zusammenspiel ihrer prominenten Darsteller lebte. Zehn Jahre später kehrt der energiegeladene Cast von damals noch einmal zurück und macht auch die Fortsetzung zu einer launigen, wenngleich anspruchslosen Angelegenheit.

Nach dem Ausbruch einer verheerenden Virusepidemie, die unzählige Menschen in wilde Bestien verwandelte, fanden sich im ersten Teil vier Überlebende zusammen, die eine Schicksalsgemeinschaft bildeten. Obwohl die Ereignisse des Vorgängers inzwischen einige Zeit zurückliegen, durchstreifen Columbus (Jesse Eisenberg), Tallahassee (Woody Harrelson), Wichita (Emma Stone) und Little Rock (Abigail Breslin) noch immer zusammen das verwüstete Gebiet, das einst als USA bekannt war, mittlerweile aber nur noch Zombieland genannt wird. Im leerstehenden Weissen Haus macht es sich das Quartett am Anfang des zweiten Films bequem und lebt dort fast wie eine richtige Familie.

Als der stets unsichere Columbus den Mut aufbringt, um die Hand seiner Freundin Wichita anzuhalten, ist es mit dem schönen Miteinander allerdings vorbei. Aus Angst vor zu viel Nähe haut die Angebetete mit ihrer kleinen Schwester Little Rock ab und hinterlässt einen ratlosen Columbus, der nur wenig später die aufgekratzte Madison (Zoey Deutch) kennenlernt und sie zu sich einlädt. Ausgerechnet in diesem Moment kehrt Wichita ins Weisse Haus zurück, um sich zu bewaffnen und nach Little Rock zu suchen, die mit einem pazifistischen Hippie (Avan Jogia) durchgebrannt ist. Columbus und Tallahassee sichern umgehend ihre Hilfe zu. Und so bricht das Trio, begleitet von Madison, zu einem gefährlichen Roadtrip auf.

Zombieland: Doppelt hält besser bietet gegenüber dem Erstling nicht viele Neuerungen. Der Plot ist wenig mehr als eine Aneinanderreihung von Episoden. Und den skizzenhaften Protagonisten gönnt das Drehbuch keine spannenden Charakterbögen. Auch aus der frischen Idee einer noch widerstandsfähigeren Super-Zombie-Spezies holen Regisseur Fleischer und seine Autoren nicht allzu viel heraus.

Während manche Gags – etwa die ständigen Witze über Madisons Dummheit – arg plump geraten und versanden, sind andere auf Teil eins und die Popkultur anspielende Pointen für einige Lacher gut. Ein köstlicher Scherz aus Zombieland reicht sogar bis in den Abspann des Sequels hinein. Die schwankende Humorqualität lässt sich vor allem deshalb verschmerzen, weil die Hauptdarsteller wieder einmal schmissig interagieren. Bis auf Abigail Breslin, deren Figur leider wenig Raum erhält, können alle zentralen Ensemblemitglieder Ausrufezeichen setzen. Da auch die Action-Splatter-Szenen zackig und genüsslich überdreht daherkommen, bleibt die für das Subgenre der Zombie-Komödie sicherlich nicht prägende Fortsetzung als spritzig-kurzweiliges Revival in Erinnerung.

05.11.2019

3

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Kommentare

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elelcoolr

vor 7 Monaten

Die Fortsetzung von Zombieland hat mir besser gefallen als der erste Teil. Das Tempo war besser und die Charaktere waren witziger. Seichte Unterhaltung und mit knapp 100 Minuten auch genau die richtige Laufzeit.


navj

vor 7 Monaten

Gelungene Fortsetzung zur Zombiekomödie von 2009, die sich stilistisch treu bleibt und die alte Truppe von damals wieder zusammentrommelt. Hinzu kommen jede Menge durchgeknallter Slascher-Comedy und einige neue Gesichter (unter anderem Zoey Deutch als amüsanter Paris-Hilton-Verschnitt), die für willkommenes frisches Blut sorgen.Mehr anzeigen


nick74

vor 7 Monaten

Naja, nett aber nicht mehr als 3 Sterne


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