UglyDolls Kanada, China, USA 2019 – 87min.

UglyDolls

Filmkritik

Hässlich ist das neue Hübsch

Peter Osteried
Filmkritik: Peter Osteried

Seit knapp 20 Jahren gibt es die Plüschpuppen, die zwar Ugly sein sollen, aber eigentlich ziemlich lieb und knuffig aussehen. Da sie sich als Verkaufsschlager bei den Kindern erwiesen, fand sich auch schnell ein Filmstudio, das Interesse daran hatte, mit den Uglys einen Film zu machen. Und doch dauerte es eine halbe Ewigkeit, bis UglyDolls endlich Wirklichkeit wurde. Das Ergebnis überzeugt leider nicht auf ganzer Linie.

Die UglyDolls sind Puppen, die mit Macken aus der Spielzeugfabrik kommen und darum ausgemustert werden. Sie landen in Uglyville, wo sie eigentlich ganz glücklich leben. Die quirlige Moxy wünscht sich jedoch mehr von ihrem Dasein und macht sich zusammen mit einigen Freunden auf, das Tal zu verlassen und zu erkunden, was auf der anderen Seite des Berges ist. Dort befindet sich das Institut für Perfektion, wo makellose Puppen für den Einsatz in Kinderzimmern vorbereitet werden. Chef-Ausbilder Lou hat strenge Kriterien. Selbstverständlich sind ihm die Uglys da ein Dorn im Auge.

Die Animation ist gewollt etwas einfacher gehalten, weil die Hauptfiguren eben auch allesamt wie Puppen aussehen sollen. Gerade bei den Uglys stellt sich da der Eindruck ein, keinen gar so teuren Animationsfilm vor sich zu haben, zumal die Umgebung, in der die Puppen agieren, auch ausgesprochen künstlich daherkommt. So hat man den Effekt, dass der Film billiger wirkt, als er ist, da die Animation zwar nach modernem Fernsehen aussieht, eigentlich aber viel aufwendiger ist.

Die Geschichte wiederum ist ebenfalls einfach gestrickt. Sie lebt von der ganz klaren, simplen Botschaft, dass man zu sich und seinen eigenen kleinen Fehlern stehen muss. Weil niemand perfekt ist, und weil Perfektion langweilig ist. Damit zielt der Film auf ein eher junges Publikum an, ist es aber allzu jung, dann findet es wohl nicht wirklich die ideale Unterhaltung. Weil die Gags zwar vorhanden, aber nicht so überbordend sind, wie man das bei dem Stoff vielleicht erwarten würde, und damit vielmehr ältere Kinder anspricht. Der Film sitzt somit etwas zwischen allen Stühlen, weil er sich nie sicher zu sein scheint, an welche Zielgruppe er sich richtet.

Über weite Strecken ist der Film mit seinen reichlich vorhandenen Musical-Einlagen zwar ganz unterhaltsam, hat aber seine besten Momente, als die Melancholie in Uglyville ihren Einzug hält. Wo sonst sieht man schon, dass ein Geschäft wegen Hoffnungslosigkeit geschlossen wird. Man hätte zwar mehr erwartet, UglyDolls hat letzten Endes aber dennoch seine Momente.

11.10.2019

3

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Kommentare

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Adrian Weyermann

vor einem Monat

Ein lustiger und niedlicher Kinderfilm der ein bisschen zu viele songs hat aber sonst voll süss ist . Meine kinder haben ihn gesehen und toll gefunden


Taz

vor einem Monat

Langweiliges Kindermusical, das weder fetzige oder schöne Songs hat, noch viel Witz und Spass bietet. Zumal diese "Ugly Dolls" ja bei uns eher eine Randerscheiung sind. Wäre besser im Heimkino aufgehoben gewesen.


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