Sonic the Hedgehog Japan, USA 2019 – 99min.

Filmkritik

Rasanter Spass für die ganze Familie

Peter Osteried
Filmkritik: Peter Osteried

Die Figur des Sonic sorgte für einen Aufschrei bei den Fans, als im letzten Jahr der erste Trailer präsentiert wurde. Sein Aussehen war erschreckend und das Feedback derart schlecht, dass man sich daran machte, das Design und damit die Effekte noch einmal zu überarbeiten. Böse Zungen vermuten allerdings auch einen Marketing-Trick, der vorsah, mit einem miesen Design im Trailer, das den Film nicht widerspiegelt, für Aufsehen zu sorgen. Wie dem auch sei: Sonic the Hedgehog ist jetzt da – und er ist gut!

Der superschnelle, blaue Igel Sonic flieht auf die Erde und lebt alleine nahe dem Örtchen Green Hills in Montana. Er hat keinen Kontakt zu den Leuten dort, beobachtet sie aber und versucht so, eine Form von Leben zu haben. Als er frustriert einen Energiestoss auslöst, wird die Regierung auf ihn aufmerksam. Man schickt den verrückten Wissenschaftler Dr. Robotnik, der mit seinen Drohnen und Maschinen alles daransetzt, den kleinen, blauen Flitzer in die Hände zu bekommen. Hilfe erhält Sonic von einem Polizisten, der sich schon lange gewünscht hat, jemandem das Leben retten zu können – und nun seine Chance gekommen sieht.

Inhaltlich erfindet man hier das Rad nicht neu. Das kennt man beispielsweise schon aus The Smurfs. Aber die Umsetzung ist gelungen. Das gilt für die inhaltliche Ausrichtung, weil der Film im Rahmen dessen, was er sein will, alles richtig macht. Aber auch die technische Seite gibt keinen Grund zum Meckern. Hier werden die richtigen Register gezogen.

Der Humor kommt auf natürliche Art und Weise zum Tragen und wirkt nie aufgesetzt, und die Actionszenen sind zwar versiert, aber auch nie überzogen. Eine ist besonders schön, auch wenn sie nur für junge Zuschauer wirklich neu sein wird. Man erlebt mit, wie Sonic inmitten einer Kneipenschlägerei losspurtet, während alles quasi stillsteht, und Dinge und Menschen manipuliert, um bei Normalgeschwindigkeit zum gewünschten Ergebnis zu finden – Quicksilver aus X-Men: Days of Future Past lässt grüssen.

Sonic ist sympathisch und rührt mit seinem Kampf gegen das Alleinsein auch die Herzen. Der eigentliche Star des Films ist aber Jim Carrey, der den schurkischen Dr. Robotnik spielt. Carrey agiert hier, wie man ihn schon lange nicht mehr gesehen hat: grimassierend, chargierend, energetisch – so wie bei vielen seiner Filme in den 1990er-Jahren. Er bringt vollen Körpereinsatz und überrascht mit den herrlich irritierenden Manierismen seiner Figur.

Dass man ihn als Schurken wiedersehen wird, wenn es denn weitergeht, verspricht eine Sequenz im Nachspann. Eine weitere ist für Fans von Sonic the Hedgehog sicherlich ein echter Aha-Moment: Hier wird der Grundstein für ein Universum der Sega-Game-Figuren gelegt.

13.02.2020

4

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Kommentare

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jeroen.debrunner

vor einem Tag

Die perfekte Verfilmung von Sonic. Sowohl für Kinder wie auch für Erwachsene geeignet. Fans von den Sonic Games kommen voll auf ihre Kosten: Viele Anspielungen und Details aus der Sonic-Welt, die geniale Besetzung von Dr. Robotnik (Jim Carrey) und ein fantastisches Ende mit Gänsehautgarantie. Ein Film, den man gesehen haben muss. Ich kann den zweiten Teil kaum erwarten!Mehr anzeigen


Taz

vor 3 Tagen

Der Fan kriegt, was der Fan erwartet. Ein paar flotte Sprüche, Jim Carrey endlich mal wieder am rumhampeln (er kanns noch...) und eine Story, die man in- und auswendig kennt. So bleiben die einzelnen Konfrontations-Action-Szenen, die gut umgesetzt und spassig gemacht sind. Nach dem Abspann sitzen bleiben, es kommt noch was. Kids will love it!Mehr anzeigen


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