Rambo: Last Blood USA 2019 – 100min.

Filmkritik

Alter schützt vor Rache nicht

Christopher  Diekhaus
Filmkritik: Christopher Diekhaus

Elf Jahre nach John Rambo schlüpft Actionikone Sylvester Stallone noch einmal in die Rolle des rabiaten Ex-Soldaten und nimmt im neuen, mutmasslich letzten Film der Reihe ein mexikanisches Kartell ins Visier. Das Endergebnis dürfte vor allem Donald Trump begeistern.

Auch nachdem sich Vietnamveteran John Rambo (Sylvester Stallone) auf die Farm seines Vaters in Arizona zurückgezogen hat, findet er keine Ruhe und schlägt sich immer wieder mit seinen schrecklichen Kriegserlebnissen herum. Etwas Licht in das trostlose Dasein bringt jedoch die aufgeweckte Gabrielle (Yvette Monreal), eine Art Ziehtochter, die in Kürze aufs College wechseln wird. Als die Enkelin seiner Haushälterin ihm eines Tages offenbart, dass sie ihren leiblichen, vor vielen Jahren abgehauenen Vater in Mexiko besuchen wolle, versucht John, ihr dieses Vorhaben auszureden. Gabrielle lässt sich von den Einwänden allerdings nicht stoppen und unternimmt einen Trip über die Grenze, den sie schon bald bereut. Denn nicht nur erhält sie von ihrem Erzeuger eine böse Abfuhr. Kurz darauf gerät sie auch noch in die Fänge eines skrupellosen Kartells, das sich auf Menschenhandel und Zwangsprostitution spezialisiert hat.

Ted Kotcheffs spannende, um sozialkritische Untertöne bemühte Romanverfilmung Rambo mauserte sich 1982 zum Kassenschlager und gilt verdientermassen als Klassiker des Actiongenres. In den Fortsetzungen mutierte der im Zentrum stehende psychisch angeknackste Veteran dann aber schnell zu einer comichaften Killermaschine, die sich durch ideologisch fragwürdige Kampfspektakel ballerte. Mit Rambo: Last Blood führen Regisseur Adrian Grünberg (Get the Gringo), der wieder einmal am Drehbuch mitbeteiligte Stallone und Koautor Matthew Cirulnick die unrühmliche Tradition beherzt fort.

Hinweise auf das Trauma des Protagonisten werden zu Beginn alibimässig in die Handlung eingestreut, fallen im weiteren Verlauf allerdings komplett unter den Tisch. Am Herzen liegt den Machern einzig und allein der dünne Racheplot, der lediglich an einer Stelle mit einer kleinen Überraschung aufwartet. Die Nebenfiguren sind allesamt dramaturgische Erfüllungsgehilfen ohne spannende Eigenschaften. Und überdies kann der oft in nahen Einstellungen gedrehte Film noch nicht einmal mit besonders staunenswerten Actioneinlagen punkten. Kein Wunder, hat Hauptdarsteller Sylvester Stallone inzwischen doch schon 73 Jahre auf dem Buckel.

Schwer erträglich ist neben dem klischeehaft-finsteren Mexiko-Bild, das hier, passend zu Donald Trumps Horrorszenarien, entworfen wird, auch die Art und Weise, wie im grotesk überzogenen Finale blutige Grausamkeiten als Heldentaten abgefeiert werden. Der Zweck heiligt alle Mittel, schreit uns Rambo: Last Blood lauthals entgegen – und gibt sich damit den Todesstoss.

19.09.2019

1.5

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Kommentare

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clalahan

vor 5 Monaten

Bin grosser Syl Stallone Fan und Rambo logischerweise meine Lieblingsfilme Stallone ist eine lebende Filmlegende
Rambo last Blood schliesst natlos an seine Vorgänger mein Liebling ist Teil 3


kritiker71

vor 8 Monaten

naja, man müsste lügen, wenn man den film als gut bezeichnen würde. der ausdruck „sinnloses gemetzel“ passt für einmal ausgezeichnet. immerhin, die zerschlagene visage des ü-70 stallone und sein gestöhne hat man schon so oft gesehen resp. gehört, dass man ihm einfach nicht böse sein kann und sich freut, wenn er diese mexikanischen drogenheinis am schluss so richtig auseinandernimmt!Mehr anzeigen

Zuletzt geändert vor 8 Monaten


Travelmichi

vor 8 Monaten

Ein Rambo Film nach sooo vielen Jahren, warum nicht.
Story war OK und Sly spiel wie immer.
Egal für einen Kinoabend reicht es völlig. Popcorn Kino halt.


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