Drei Schritte Zu Dir USA 2019 – 116min.

Drei Schritte Zu Dir

Filmkritik

Der Wert einer Berührung

Peter Osteried
Filmkritik: Peter Osteried

Filme wie Drei Schritte zu Dir basieren häufig auf Romanen, so wie das erfolgreiche Drama Das Schicksal ist ein mieser Verräter. Hier verhält es sich etwas anders, denn die Drehbuchautoren Mikki Daughtry und Tobias Iaconis haben zeitgleich zusammen mit Rachael Lippincott auch den Roman verfasst, sodass man darüber streiten kann, was nun zuerst da war. Eines ist aber unstrittig: Dass der Film sich sehr eng an den Roman hält. Nur in Bezug auf das Ende differiert er und ist weniger ambivalent.

Stella leidet an Mukoviszidose und verbringt – wieder mal – sehr viel Zeit im Krankenhaus. Es ist eine Krankheit, die mit einem Ablaufdatum daherkommt, wenn nicht rechtzeitig eine neue Lunge transplantiert werden kann. Und selbst dann ist die Lebenserwartung nicht besonders hoch. Ein paar Zimmer weiter liegt Will, der ebenfalls an der Krankheit leidet. Darum dürfen sich beide auch nicht näher als sechs Fuss kommen, da die Bakterien des jeweils anderen potenziell tödlich sind. Körperkontakt muss darum ausgeschlossen werden, aber was, wenn man sich zum ersten Mal im Leben so richtig verliebt?

Geschichten über todkranke Teenager, die sich zum ersten Mal verlieben, sind nicht unbedingt neu, den Goldstandard stellt aber sicherlich John Greens Bestseller «The Fault in Our Stars» dar, der im Grunde auch so etwas wie die Blaupause für Drei Schritte zu Dir gewesen sein muss, denn hier werden die typischen Erzählschritte abgehakt, ohne wirklich jemals neues Terrain zu betreten. Aber die Umsetzung ist gelungen, sodass man sich in dieser leicht kitschigen Geschichte natürlich verlieren kann – wenn man denn ein Faible für derartige Romanzen hat.

Jane the Virgin-Darsteller Justin Baldoni hat das Skript routiniert und ohne gröbere Aussetzer umgesetzt, vor allem kann der Film aber punkten, weil die beiden Hauptdarsteller Haley Lu Richardson und Cole Sprouse über sehr viel Chemie verfügen. Sie ist das süsse Mädchen von nebenan, in das man sich einfach verlieben muss, er der etwas unangepasste Rebell – auch das eine Konstellation, die für das Genre nicht neu, aber eben erprobt ist.

Natürlich gibt es Hollwoodnötige Anpassungen, aber die Darstellung der Krankheit Mukoviszidose und was damit zusammenhängt in Sachen Therapie, Operationen und dergleichen wird ziemlich authentisch dargestellt. Das wiederum hilft, der Geschichte von zwei Liebenden, die sich einander nie nahe sein dürfen, ein realistisches Fundament zu geben, auf dem sich diese Romanze mit allen grossen und kleinen Momenten entfalten kann.





14.06.2019

3.5

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Kommentare

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Frodo2008

vor 3 Monaten

Guter Film, rührt zu Tränen, eher kitschig aber trotzdem sehr schön, einfühlsam und berührend. Es lohnt sich!


Travelmichi

vor 4 Monaten

Rührende Geschichte über eine unmögliche tragische Liebe.
Das Schicksal is t ein mieser Verräter lässt grüssen, sogar teilweise die gleichen Songs.
Aber egal mir hats gefallen. Empfehlung.


tuvock

vor 4 Monaten Spoiler

Wieder mal ein Film über kranke Leute, wieder mal ein Film der zu Tränen rührt.
Wieder mal ein Film über eine Krankheit die nicht viele Leute haben aber dafür sympathische Darsteller.
Wieder mal ein Film mit einiges an Kitsch aber erträglich
Wieder mal ein Film wo man sich richtig einfühlen kann auch als Mann und die Freundin so schön trösten kann.
Wieder mal ein Film wo man wem dann umhängen kann, scheiß dich nicht an du hast Probleme? Was sollen die sagen.
Wieder mal ein Film der gut gemacht ist aber etwas eintönig wirkt, weil er immer in der gleichen Atmosphäre abspielt.
Wieder mal ein Film der knapp 2 Stunden dauert und einem nicht lange genug vorkommt
Wieder mal ein Film der zwar lange vorkommt aber dennoch nicht immer Szenen hat die unnötig sind
Wieder mal ein Film wo Szenen sind oder Begebenheiten wo ich sage, die hätte man anders drehen können
Wieder ein Film wo ein 18-Jähriger spielt der in Wirklichkeit 27 Jahre ist, der Dylan Thomas Sprouse heißt und einen Zwillingsbruder hat, 1992 geboren wurde und im Film „Big Daddy“ im Jahr 1999 spielte.
Dazu die 24-Jährige Haley Lu Richardson die eine 17-Jährige oder so spielt
Wieder ein Film mit unerfüllter unmöglicher Lovestory
Wieder ein Film wo ein Familienmitglied stirbt
Wo das Ende offen sein kann
Und Wieder ein Film wo das ganze Kino fast weint außer hartgesottene Männer oder Actionfreunde. Ach ja Haley ist mit 16 schon nach L.A. gezogen um tanzen zu lernen und ich muß sagen die ganzen Jungstars sind irgendwie irre früh erwachsen schon.

So was ist CF was im Film vorkam?

Tja, ganz einfach erklärt. CF ist eine autosomal-rezessiv vererbte Stoffwechselerkrankung.
Die Ursache dieser Erkrankung ist eine durch Mutation bedingte Fehlfunktion von Chlorid Kanälen bestimmter Körperzellen, wodurch die Zusammensetzung aller Sekrete exokriner Drüsen verändert wird. Die betroffenen Zellen sind nicht in der Lage, mittels Osmose Wasser in das umliegende Gewebe zu ziehen, wodurch der Wassergehalt des Bronchialsekrets sowie der Sekrete der Bauchspeicheldrüse, der Leber (Galle), der inneren Geschlechtsorgane und der akzessorischen Geschlechtsdrüsen sowie des Dünndarms und der Schweißdrüsen zu niedrig ist. Die Sekrete werden dadurch zähflüssig, und in den betroffenen Organen kann es zu Funktionsstörungen unterschiedlicher Art kommen.

Mukoviszidose ist daher eine Multisystemerkrankung. Bisher sind über 1900 verschiedene Mutationen bekannt, die bei den Betroffenen zu einer unterschiedlichen Ausprägung der Mukoviszidose führen können. Mukoviszidose ist die häufigste autosomal-rezessive Erbkrankheit und die häufigste letale genetische Erkrankung in der hellhäutigen Bevölkerung. Statistisch gesehen kommt in dieser Bevölkerungsgruppe auf etwa 2000 Lebendgeburten ein erkranktes Kind. Dabei gibt es erhebliche regionale Schwankungen in der Häufigkeit der Erkrankung.

Erste Symptome zeigen sich bereits in der frühen Kindheit. Mukoviszidose kann vorgeburtlich diagnostiziert werden. Die tödlich endende Erkrankung ist derzeit nicht heilbar. Durch den medizinischen Fortschritt konnten über die letzten Jahrzehnte neue Behandlungsmöglichkeiten etabliert werden, durch die die mittlere Lebenserwartung auf mittlerweile etwa 40 Jahre erheblich gesteigert werden konnte. Mit neuen, personalisierten Behandlungskonzepten ist zukünftig eine weitere Verbesserung der Lebenserwartung zu erwarten. Die Krankheit ist Gegenstand intensiver Forschungen.

Um was geht es im Film?

Die 17-jährige Stella (Haley Lu Richardson) nennt das Krankenhaus bereits ihr zweites Zuhause. Die unheilbar an Mukoviszidose erkrankte Teenagerin weiß, dass sie nicht mehr lange zu leben hat, wenn sie nicht bald eine Spenderlunge bekommt. Doch die Chancen stehen schlecht. Also versucht sie, ihre verbleibende Zeit auf Erden in vollen Zügen zu genießen und steckt mit ihrem Lebensmut selbst die abgebrühtesten Krankenschwestern an. Ihre freie Zeit verbringt sie am liebsten auf der Neugeborenen Station oder mit ihrem schwulen besten Freund Poe (Moises Arias), der ebenfalls unheilbar krank ist. Als sie eines Tages den charmanten, ebenfalls unter Mukoviszidose leidenden Will (Cole Sprouse) kennenlernt, will sie ihn zunächst nur dazu animieren, nicht ständig gegen die so wichtige Behandlung zu rebellieren. Doch schon bald entwickelt sich zwischen den beiden eine zärtliche Liebe. Doch da ist eine Sache, die Stella nicht bedacht hat: Um zu verhindern, dass die Bakterien ihrer Mitpatienten sie schwächen und schlimmstenfalls töten, muss sie zu ihnen einen Sicherheitsabstand halten. Näher als etwa eineinhalb Meter (im Original heißt der Film deshalb auch „Five Feet Apart“) dürfen sich Stella und Will also nicht kommen…

Was dem Film gut gelingt oder den Darstellern ist dass sie eine funkelnde knisternde Teenie Romanzenbeziehungsverfilmung ins Leben rufen können, wo man wirklich denkt, he der hat sich geändert sie hat sich geändert, beide sind schrullig irgendwie aber macht nichts, Film und sie spielen gut als würden sie sich selber spielen, echte kleine Talente die Teenies.

Die Szenen die wirklich dramatisch sind, wenn die beiden verschleimt sind, sind eigentlich wenig gesät, als sie ihre Narben zeigen ist das schon eine arge Szene und passt gut in das ganze Geschehen, die Szenen wo sie im Krankenhaus so viel macht, einen Kontrollzwang hat, das fand ich irgendwie blöd gefilmt. War mir zu übertrieben und man hat auch zu wenig Erklärungen meiner Meinung nach über die Krankheit gehabt.

Diese beiden Fast Newcomer im Filmbusiness gelingt einfach eine richtige nette Spannung und eine knisternde Liebesbeziehung, man wünscht sich so sehr, dass sich die 2 näherkommen und nur wegen der blöden Krankheit geht das nicht.

Was sich auch gut gefunden habe, der Film ist eine Partnerschaft mit Claire's Place Foundation eingegangen, einer Wohltätigkeitsorganisation, die Familien mit Mukoviszidose emotional und finanziell unterstützt. Und das ist wiederum gut immer, wenn Stars in so einem Film spielen gibt es Geld, eine eigene Foundation und passt, die sollten mal was über Ruanda den Bürgerkrieg und Syrien machen, vielleicht kommt auch ein bisschen Geld zusammen für die Leute da unten.

Die Beraterin für den Film war übrigens Claire Wineland, die hatte diese Krankheit und starb vor kurzem als der Film fertig gestellt wurde. Sie arbeitete eng mit den Leitern zusammen, um die Rolle von Mukoviszidose-Patienten zu perfektionieren. Claire starb im September 2018 nach einer erfolgreichen Lungentransplantation an einem Schlaganfall. Und wer sich jetzt für Zeichnungen interessiert, Will hat die gar nicht gezeichnet übrigens. Ein Großteil von Wills Kunstwerken stammt von Caesar Meadows, einem in New Orleans ansässigen Grafiker, der für seinen lokalen Strip Mumbeaux Gumbo bekannt ist.

Und jetzt wird es spannend, Julie und ihr Baby werden von Emily Baldoni und Maxwell Baldoni gespielt, der echten Frau und dem Sohn des Regisseurs Justin Baldoni und das ist der Regisseur vom Film. Ach ja, es gibt übrigens ein Buch vor dem Film und das endet etwas anders und das ist auch vielleicht nicht übel zu lesen.

So was sage ich? Ja ich finde den Film gar nicht so übel, klar war der Film kitschig aber der Regisseur hat so ne Doku gedreht die wirklich viel besser ist und so ähnlich das Thema wie im Film behandelt, schade das da nicht mehr eingeflossen ist. Das bisschen Kitsch kann ich verzeihen, der Film ist gut, er zeigt ein neues Thema und er ist sehenswert, Punkt. 89 von 100 Punkten.Mehr anzeigen


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