Fast & Furious: Hobbs & Shaw USA 2019 – 136min.

Fast & Furious: Hobbs & Shaw

Filmkritik

Die Superheldenversion von «Fast & Furious»

Peter Osteried
Filmkritik: Peter Osteried

Nach acht Teilen der Fast & Furious-Reihe gibt es nun mit Fast & Furious: Hobbs & Shaw den ersten Spin-off, der Dwayne Johnson und Jason Statham auf den Leib geschrieben wurde. Deren Rivalität war schon im achten Teil der Hauptreihe sehr erfrischend und gehörte dort definitiv zu den Highlights. Im eigenen Film lässt sich das alles noch mal deutlich potenzieren, zumal man sich storytechnisch auch durch nichts mehr aufhalten lässt und Sci-Fi-Elemente einbaut.

In London soll ein extrem tödlicher Virus von den Handlangern einer Organisation gestohlen werden, die die Schwachen auf Erden ausmerzen und so das Überleben der Spezies sichern will. Doch eine Agentin von MI6 kann mit dem Virus entkommen. Man lässt es aber so aussehen, als hätte sie ihn gestohlen. Darum rekrutiert man den Amerikaner Hobbs und den Engländer Shaw, die gemeinsam hinter der Frau herjagen, aber schon bald erkennen, wie der Hase wirklich läuft, all derweil sie sich die derbsten Sprüche um die Ohren hauen. Denn Hobbs und Shaw können sich nicht ausstehen.

Im Kern ist der Film eine typische Buddy-Action-Komödie, wie man sie seit den 1980er-Jahren zuhauf gesehen hat, aber sie hat zugleich die überbordende, völlig abstruse, aber dennoch kinetische Action zu bieten, die die Fast & Furious-Filme auszeichnet. Was der Spin-off mit der Hauptreihe auch gemein hat: eine extrem hanebüchene Geschichte.

Die wird hier noch dadurch aufgemotzt, dass man mit Idris Elba als Gegner wirklich einen „Black Superman“ hat, wie die Figur sich nennt. Denn der Mann ist ein kybernetisch aufgemotzter Supermensch, nicht unähnlich dem Sechs-Millionen-Dollar-Mann mit gesteigerter Kraft und Reaktion, aber auch mit künstlichen Augen, die bei der Einschätzung jeder Gefahrenlage helfen. Das ist so dreist, dass man laut auflachen möchte – und das auch mehrmals tut. Manchmal gewollt, manchmal nicht gar so freiwillig.

Mit Elbas Figur betritt die Reihe endgültig das Sujet des Superhelden. Das waren zwar Stathams und Rocks Figuren ohnehin schon – man beachte nur, wie letzterer einen Hubschrauber an einer Kette festhält! –, aber so deutlich wie hier wurde das nie zuvor durchexerziert, zumal man Elba auch noch eine Art Kostüm verpasst hat.

Zugleich wirkt das Ganze wie eine James-Bond-Parodie mit der Organisation Eteon, die auch Spectre sein könnte – und mit einem Anführer, der nur als verzerrte Stimme wahrzunehmen ist, aber eine Vergangenheit mit Hobbs teilt. Welche, das wird man wohl im unweigerlich kommenden Sequel sehen. Aber gut, das darf schon kommen, denn dieser Streifen ist aller Dämlichkeit zum Trotz deutlich unterhaltsamer als jeder Film der Hauptreihe. Weil die Action bombastisch ist, aber auch der Humor passt.

01.08.2019

4

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Kommentare

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flashgordon99

vor 2 Monaten

Durch eine Einladung ging ich halt auch ins Kino, um die gefühlten 32te Fortsetzung von Fast & Furious zu sehen. Die ersten beiden Teile mit Paul Walker fand ich wirklich cool. Vor allem mit einigermassen realistischen Actionszenen doch spätestens ab dem dritten Teil war es nur noch komplette "Grütze" von der Stange. In Slow Motion fliegende Autos, Motorräder, Lastwagen etc. erinnert eher an Knight Rider in den 80iger. Die beiden Hauptdarsteller Statham und Johnson liefern sich ein Duell auf dem untersten Niveau der Schauspielkunst. Frei nach dem Motto; "hey man, guck jetzt, ich habe die grösseren Muckis und kann härter zuschlagen". Gähn …. Was für ein grottenschlechter Film! Da befindet sich sogar "Kasperl & Co." beim Sender ORF auf einem weitaus höheren Niveau, ganz abgesehen von der besseren Spannung ...Mehr anzeigen

Zuletzt geändert vor 2 Monaten


DaBestBoiiiii

vor 2 Monaten

Ganz spannend


slo85

vor 3 Monaten

Guter Actionfilm mit einigen witzigen Dialogen. Perfekt um wieder mal einen entspannten Kinoabend zu geniessen ohne das Hirn anzustrengen müssen :-)


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