Die Heinzels - Rückkehr der Heinzelmännchen Deutschland 2019 – 70min.

Filmkritik

Wer hätte nicht gerne ein paar Heinzels?

Peter Osteried
Filmkritik: Peter Osteried

Die deutsche Produktion Die Heinzels – Rückkehr der Heinzelmännchen ist ungewöhnlich, denn zumeist basieren Animationsfilme auf erfolgreichen Kinderbüchern. Hier hat man eine originäre Geschichte genommen, auch wenn die Zipfelmützenträger in der Folklore natürlich stark verwurzelt sind. Eine moderne Komponente wurde aber hinzugefügt: Neben den Heinzelmännchen gibt es auch Heinzelmädchen.

Seit mehr als zweieinhalb Jahrhunderten verstecken sich die Heinzelmännchen tief unter der Erde vor den fiesen Menschen. Früher, da war das anders. Da halfen die Heinzels den Menschen noch, aber das ist längst vergessen. Nur das kleine Heinzelmädchen Helvi (Jella Haase) hat den Glauben noch nicht aufgegeben und möchte bei den Menschen ein Handwerk erlernen. Darum zieht sie mit zwei Freunden los in die Welt der Menschen. Dort lernt sie den stinkstiefeligen Bäcker Theo kennen, der von seinem gierigen Bruder ruiniert wird. Für Helvi ist klar: Die Heinzels müssen Theo helfen.

Der nur knapp 80 Minuten lange Film erzählt ein flottes, sympathisches, mit schöner Botschaft versehenes Abenteuer, das für sich genommen sicherlich nicht besonders originell, dafür aber sehr putzig ist. Das liegt am liebevollen Design der Heinzels, die von Theo schon mal mit Gartenzwergen verwechselt werden, aber auch an den amüsanten Einfällen. Mit zu den besten Szenen gehört, wenn die Heinzels vom Hundeschwein – einem schwarzen Mops im rosa Body – gejagt werden.

Die Animation ist ansprechend, man merkt aber schon, dass hier nicht das Budget grosser Hollywood-Filme vorhanden ist. Auffällig ist das vor allem, wenn Wasser gezeigt wird, dessen Bewegung und Struktur nicht unbedingt natürlich erscheint. Im Rahmen der phantastischen Geschichte des Films sieht man darüber aber gerne hinweg, zumal das übrige Figuren- und Dekors-Design auch nicht unbedingt Realismus in den Vordergrund rückt.

Punkten kann der Film nicht nur mit den Figuren, sondern auch mit einer ganzen Reihe von kleinen Gags, die immer wieder zum Schmunzeln und Lachen anregen. Eine Gesangseinlage der Heinzels gibt es auch – und man muss schon sagen: Jella Haase singt süss, auch wenn man sich ein klein wenig an die Chipmunks erinnert fühlt.

Alles in allem ist Die Heinzels – Die Rückkehr der Heinzelmännchen ein sympathischer und gut aufgelegter Film, der für alle Altersstufen funktioniert und auch den älteren Zuschauern genug zu bieten hat, um sich als Begleitung der Kleinen nicht zu langweilen. Das erzählerische Niveau ist hoch und kann locker mit grösseren Animationsfilmen mithalten.

24.01.2020

4

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Kommentare

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Taz

vor 4 Monaten

Eine kleine Überraschung, weil absolut herzig und witzig gemacht. Sympathische Kerlchen, viel Slapstick und für die jüngeren Zuschauer sicher einen Blick wert. Zumal der Film mit 70 Minuten Spieldauer auch recht knackig ist.


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