Die drei Ausrufezeichen Deutschland 2019 – 99min.

Die drei Ausrufezeichen

Filmkritik

Girlpower

Peter Osteried
Filmkritik: Peter Osteried

Die drei Fragezeichen sind bekannt und seit vielen Jahren sehr erfolgreich. Seit 2006 erscheinen ihre Abenteuer im Verlag Kosmos, in dem auch die Fragezeichen aktiv sind. Die Ausrufezeichen wurden als starkes Mädels-Pendant entwickelt, um ähnlich spannende Krimigeschichten erzählen, als Zielpublikum jedoch junge Mädchen ansprechen zu können. Mit Die drei !!! kommt nun der erste Film in die Kinos.

Kim (Lilli Marie Lacher), Franzi (Alexandra Petzschmann) und Marie (Paula Renzler) sind die drei Ausrufezeichen. Sie gehen noch zur Schule, sind beste Freundinnen und ausgebuffte Detektivinnen, die jeden Fall lösen – und wenn er auch noch so unlösbar erscheint. In den Sommerferien engagieren sie sich bei einem Theaterprojekt, mit dem ein altes, durch ein Feuer vor Jahren arg mitgenommenes Theater wieder saniert und eröffnet werden soll. Aufgeführt wird Peter Pan, aber die drei Ausrufezeichen haben weniger mit den Rollen zu tun, die sie in dem Stück spielen, als vielmehr mit einem Phantom, das offenkundig alles in seiner Macht Stehende versucht, um diese Aufführung zu sabotieren.

Für den Film greift man nicht auf ein vorhandenes Abenteuer zurück und verzichtet auch darauf, eine Ursprungsgeschichte zu erzählen. Stattdessen geht es gleich in medias res. Die Geschichte greift Elemente aus Gaston Leroux‘ «Das Phantom der Oper» auf, bearbeitet sie jedoch kindgerecht und adaptiert das Ganze für einen Kriminalfall, bei dem zwar die Logik nicht immer so ganz bei der Sache, der Spass für jüngere Zuschauer aber garantiert ist. Der Film funktioniert dabei sicherlich nicht nur für Mädchen, hat aber durchaus Alleinstellungsmerkmal, da bei ähnlichen Stoffen wie TKKG oder Die Fünf Freunde zwar Mädchen auch mit dabei sind, aber eher die zweite Geige spielen. Hier stehen sie nun im Mittelpunkt – und das längst nicht nur auf den Brettern, die die Welt bedeuten.

Das Theaterambiente bietet einen schönen Hintergrund für diesen flott erzählten, mit ein paar auf der Bühne geschmetterten Songs aufwartenden Film, der von der Natürlichkeit der drei Hauptdarstellerinnen profitiert, denen man die engen Freundinnen locker abnimmt. Daneben agieren gestandene Mimen wie Jürgen Vogel oder Armin Rohde, die mit sichtlicher Spielfreude agieren. Insbesondere gilt das für Vogel, der als Theaterpädagoge auf der Bühne herrlich überzogen agiert – ganz und gar von der Passion fürs Schauspiel übermannt.

Der sympathische Film ist für ein junges Publikum beider Geschlechter bestens geeignet, weil er spritzig eine spannende Geschichte mit leichten Gruselmomenten erzählt, aber auch Vorbildfunktion für Kinder haben kann.

24.07.2019

3.5

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Kommentare

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MartinCineman

vor 3 Monaten

Frische Story mit sympathischen Darstellerinnen und Darstellern. Gute Musik.


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