Bayala - Das magische Elfenabenteuer Deutschland, Luxemburg 2019 – 85min.

Bayala - Das magische Elfenabenteuer

Filmkritik

Von Elfen und Drachen

Peter Osteried
Filmkritik: Peter Osteried

Die deutsch-luxemburgische Produktion zielt auf ein eher junges Publikum ab. Nicht nur, was die sehr simpel gestaltete Geschichte betrifft, sondern auch ihre Umsetzung. Denn mit den grossen Animationsprojekten aus Übersee kann Bayala - Das magische Elfenabenteuer nicht mithalten.

Seitdem die Drachen verschwunden sind, schwindet in den Reichen der Elfen auch die Magie, wodurch die Pflanzen zu welken beginnen. Doch die kleine Elfe Marween findet ein Drachen-Ei, durch das alle wieder Hoffnung schöpfen können. Die Drachen wieder heimisch zu machen, ist jedoch eine gewaltige Aufgabe, die nicht zuletzt an Ophira, der bösen Königin der Schattenelfen, scheitern könnte. Die Prinzessin Surah und ihre Freunde begeben sich auf eine gefährliche Reise: Sie wollen ihre Stiefschwester befreien, die eigentlich die wahre Herrscherin über die Schattenelfen ist.

Knallbunt ist die Welt der Elfen und das Geschehen um sie herum, die Animation hinkt jedoch einigermassen. Man fühlt sich an die verschiedenen computeranimierten Barbie-Filme erinnert, die auch oberflächlich hübsch anzusehen sind, aber technisch einige Defizite aufweisen. Hier sind es Bewegungsabläufe (immer sehr gut beim Wolf zu sehen), aber auch Texturen und Gesichter per se. Einige Elfen sehen sich viel zu ähnlich, besonders bei Szenen, in denen mehrere auftreten.

Die einzigen, die sich daran nicht stören, dürften ganz kleine Zuschauer sein. Entsprechend richtet sich der Film an sie, was sich auch im Humor widerspiegelt. Es gibt reichlich Szenen, bei denen man den Verdacht hegen muss, dass hier eigentlich gelacht werden sollte – nur witzig ist leider gar nichts.

Was bleibt, ist ein solide gestaltetes Fantasy-Märchen, das bei den Figuren auf Archetypen und auch bei der Erzählung, einer typischen Queste, auf Genre-Konventionen setzt. Das ist wiederum angesichts des anvisierten Publikums mehr als ausreichend, da für dieses all das, was hier geboten ist, noch neu sein wird.

Die erwachsenen Begleiter werden mit dem Film aber so ihre Probleme haben, denn so zuckersüss er auch aussehen mag, er zieht sich auch. Was für Kinder spannend und amüsant ist, bleibt für Erwachsene eben völlig uninteressant. Am ehesten kann man sich dann noch über Josefine Preuss freuen, die der Hauptfigur Surah ihre Stimme leiht – immer dann jedoch, wenn Surah singt, übernimmt eine andere Frau das stimmliche Ruder. Schade eigentlich.

Alles in allem ein netter, kleiner Fantasyfilm mit märchenhaften Zügen, der auch nie mehr als das sein will. Für das intendierte Zielpublikum hervorragend, für den Rest aber eher ein Film, den man aussitzt.

25.10.2019

2.5

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