The Happytime Murders USA 2018 – 91min.

The Happytime Murders

Filmkritik

Keine Abwechslung

Christopher  Diekhaus
Filmkritik: Christopher Diekhaus

Auch wenn mit Brian Henson der Sohn des legendären „Muppet Show“-Erfinders Jim Henson die inszenatorischen Zügel in der Hand hielt, ist die Puppenkomödie The Happytime Murders alles andere als kindgerechte Unterhaltung. Was ein originell-unangepasstes Vergnügen hätte werden können, erweist sich leider ziemlich schnell als einfallslose und monotone Zotenparade.

In einer Welt, in der Menschen und Puppen zusammenleben, Letztere aber von Ersteren diskriminiert werden, hält sich das Plüschwesen Phil Philips, ein ehemaliger Polizeibeamter, als Privatdetektiv über Wasser. Als ihn eine Nymphomanin beauftragt, einen perfiden Erpresser aufzuspüren, führen ihn seine Recherchen in einen Puppen-Pornoshop, in dem es vor seinen Augen zu einem Stoff-Massaker kommt. Ausgerechnet Phils frühere Partnerin Connie Edwards (Melissa McCarthy) wird mit dem Fall betraut und erhält nach einem weiteren brutalen Mord von ihrem Vorgesetzten die Anweisung, gemeinsam mit ihrem ungeliebten Ex-Kollegen zu ermitteln. Nur widerwillig raufen sich die beiden zusammen und heften sich an die Fersen des Täters, der es offenbar auf die Stars der einstigen TV-Erfolgsserie «The Happytime Gang» abgesehen hat.

Die Idee einer scharfzüngigen Hommage an den Film noir, in der Menschen und Puppen koexistieren, hat durchaus ihren Reiz. Über Phils anfängliche Voice-over-Kommentare etabliert sich zunächst eine nette, melancholisch angehauchte Grossstadtstimmung, die augenzwinkernd an die Atmosphäre vieler Klassiker der Schwarzen Serie erinnert. Kleine sozialkritische Beobachtungen – etwa der offen zu Tage tretende Rassismus, der den „Stoffis“ entgegenschlägt – lassen auf einen hintersinnigen Krimispass hoffen, gehen letztlich aber in einer Flut an stumpfen Genitalscherzen unter. Derbe Humoreinlagen können zweifelsohne lustig sein. The Happytime Murders gibt sich allerdings damit zufrieden, seine Geschmacklosigkeiten ohne grosse Variation zu wiederholen.

Als Paradebeispiel für schlechtes Timing und fehlende Cleverness taugt eine Szene, in der Connie Edwards eine Tür eintreten will, mit ihrem Vorhaben jedoch kläglich scheitert – was für den Zuschauer schon weit im Voraus abzusehen ist. Totgeritten wird ausserdem der wenig amüsante Running Gag über das angeblich maskuline Aussehen der Polizistin, mit der die fraglos talentierte McCarthy ihrem Schaffen eine weitere Knallchargenrolle hinzufügt.

Während der zweckdienliche Ermittlungsplot häufig bloss als Vorwand für das Abfeuern plumper Witze dient, kann zumindest die handwerkliche Arbeit überzeugen. Die Interaktion zwischen Menschen und Puppen gelingt, ist aber freilich nur ein schwacher Trost für das komödiantische Fiasko.

10.10.2018

1.5

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Kommentare

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muri

vor 2 Monaten

Quatsch, der weder lustig, noch interessant ist. Witze sitzen nicht und McCarthy sollte sich dringenst einen neuen Agenten suchen. Gucken auf eigene Gefahr!


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