Safari - Match me if you can Deutschland 2018 – 109min.

Safari - Match me if you can

Filmkritik

Ein Match für den Zuschauer?

Peter Osteried
Filmkritik: Peter Osteried

Eigentlich ist Regisseur Rudi Gaul ein Mann für die leisen Töne. Ein Regisseur, der sich den intimen, tiefsinnigen Geschichten annimmt – er wollte seine eigene Blase wohl aber auch mal verlassen. Das Ergebnis ist Safari – Match Me If You Can, der in seinen Erzählmustern Anleihen beim Drama nimmt, in der klamaukigen Situationskomik dann aber doch deutlich flacher daherkommt.

Das Leben kann so viel einfacher sein – wenn man eine App wie Safari hat. Das ist das Über-Tinder, wenn man so will, nicht nur mit schickem Bild, sondern auch gleich noch mit Auflistung sexueller Vorlieben. Wenn sich da kein Match ergibt, wo dann sonst. Und solche Matches gibt es – doch auch wenn das Kennenlernen digital stattfindet, beim Anbandeln im Bett ist dann doch wieder alles wie immer: Inklusive peinlicher Momente, wenn nicht alles so klappt, wie es soll. Das gilt für den Busfahrer, der sich als Pilot ausgibt, ebenso wie für den alleinerziehenden Vater, der mal wieder Intimität spüren will.

Dass man einen Stoff wie diesen nicht als existenzialistisches Drama angehen muss, ist verständlich. Dass der Humor aber altmodisch ausgelutscht erscheint, hätte dann nicht sein müssen. Der zündende Witz, der richtige Esprit, er fehlt einfach. Stattdessen müht sich Gaul, der auch am Drehbuch geschrieben hat, mit Situationen ab, die für reichlich Humor sorgen sollen, zu häufig aber im Nichts entschwinden. Dabei wäre dies durchaus eine Geschichte, die sich anböte, auf zweierlei Art angegangen zu werden: Ernst, wo es sein muss, lustig, wo es sein darf.

Zu häufig hat man aber das Gefühl, dass Gaul sich eigentlich nur über seine Figuren lustig machen will und gar nicht erst versucht, dem durchaus spannenden Thema – zunehmende Isolation trotz immer mehr Möglichkeiten, Menschen kennenzulernen – ein paar interessante Erkenntnisse oder wenigstens Aspekte abzugewinnen. Dabei hat Gaul ein sehr formidables Ensemble am Start, das sich müht, aus den Figuren mehr zu machen, als da ist. Besonders traurig ist das bei Sebastian Bezzels Figur. Als Polizist in den Eberhofer-Krimis ist er ein Garant fürs Komische, hier soll er ernsthafter sein. Was er auch kann, aber seine Figur lässt ihm nicht die nötigen Entfaltungsmöglichkeiten.

Was bleibt, ist reichlich Oberfläche. Als solche kann man Safari – Match Me If You Can halbwegs unterhaltsam finden, man merkt aber eben auch, dass hier viel verschenkt wurde. Denn Tiefgang muss nicht zugunsten von Humor verloren gehen. Beides kann auch sehr gut nebeneinander funktionieren. Wenn es ein passendes Match ist.

09.10.2018

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