Scoob! USA 2018 – 93min.

Filmkritik

Zu viel gewollt

Peter Osteried
Filmkritik: Peter Osteried

In den USA wurde Scooby! als Video-on-Demand veröffentlicht – eine Entscheidung, die der Corona-Pandemie geschuldet ist. In Europa setzt man auf einen Kinostart. Wohl auch deswegen, weil Warner weiss, dass nur die USA Scooby-Doo-Kernland sind; dort geniessen die Figuren grosse Beliebtheit.

Shaggy hat als Kind keine Freunde, findet dann aber den Hund Scooby. Als sie gemeinsam einen Kriminalfall lösen, lernen sie zudem Fred, Velma und Daphne kennen. Als Mystery Inc. sind sie sodann dem Rätsel- und Geisterhaften auf der Spur, bis ein Keil zwischen sie getrieben wird: Shaggy und Scooby werden vom bösen Dick Dastardly verfolgt und müssen mit dem Superhelden Blue Falcon zusammenarbeiten, um die Wiederkehr des Höllenhunds zu verhindern. Doch damit bröckelt auch die Freundschaft von Shaggy und Scooby.

Technisch kann man an diesem Film nichts aussetzen. Er ist der reinste Farbenrausch. Auch ist er vollkommen überladen. An Figuren, an Ereignissen und an Action, womit der Streifen jede Zielgruppe vernachlässigt. Denn für ältere Zuschauer ist er zu kindlich und zu langatmig, für kleinere Kinder wiederum zu gruselig, und dann wieder vollends überladen. Die Kleinsten werden von diesem Film überfordert sein.

Schuld daran ist die konzeptionelle Idee hinter diesem Film. Denn man plante, ein Hanna-Barbera-Film-Universum zu starten und machte denselben Fehler, der schon beim DC-Universum passiert ist. Anstatt das Universum langsam aufzubauen und mit jedem Film neue Figuren vorzustellen, stopft man alles in eine einzige Produktion. So findet man hier dann auch Figuren aus der Serie «Dastardly and Mutley in their Flying Machines» (1969-1970), «Captain Caveman and the Teen Angels» (1977-1980) und «Dynomutt Dog Wonder» (1976-1977). Das ist schlichtweg zu viel. Keine der Figuren kann sich wirklich entwickeln, am wenigsten Fred, Verna und Daphne, die in einem Scooby-Doo-Film mehr zu tun haben sollten.

Der Film ist aufwendig gemacht, das hilft jedoch alles nichts, wenn das Herz nicht am rechten Fleck ist. Mit den vielen Figuren wird der Streifen zur Nummernrevue, schafft es aber nie, eine interessante Geschichte aufzubauen, bei der man als Zuschauer in die Figuren investiert. Sie sind im Grunde nur Funktionsträger – das reicht aber nicht: Scooby! sitzt zwischen allen Stühlen und kann es damit niemandem recht machen. Potential wäre zwar vorhanden gewesen, dafür hätte man jedoch dem Motto „Weniger ist mehr“ folgen müssen.

08.07.2020

2.5

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Kommentare

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Dario

vor 4 Monaten

😎☝️☝️😎☝️☝️


Dario

vor 4 Monaten

Sehr witzig


DoloresPawlik

vor 4 Monaten

Krass


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