Mortal Engines: Krieg der Städte Neuseeland, USA 2018 – 128min.

Mortal Engines: Krieg der Städte

Filmkritik

Stadtdarwinismus

Peter Osteried
Filmkritik: Peter Osteried

Schon seit Jahren ist Peter Jackson (Der Herr der Ringe) an einer Umsetzung von Mortal Engines interessiert – die Zeit, ihn selbst zu machen, fand er dann aber nie, weswegen sein Protegé Christian Rivers auf dem Regiestuhl Platz nehmen durfte und so gut wie möglich versucht, Jacksons Stil zu kopieren. Das Ergebnis ist visuell atemberaubend.

Mehr als 1.000 Jahre sind seit dem 60-Minuten-Krieg vergangen. Das Gesicht der Erde hat sich verändert, das der Städte auch. Riesige Raubstädte ziehen durch die Gegend und verschlingen kleinere, um sich selbst am Laufen zu halten. In London trägt es sich zu, dass der nach Macht strebende Valentine (Hugo Weaving) von der jungen Hester (Hera Hilmar), die neu in der Stadt ist, angegriffen, aber vom Geschichtslehrling Tom (Robert Sheehan) gerettet wird. Sowohl Hester als auch Tom werden daraufhin aus der Stadt geschleudert und müssen einen Weg zurück finden – denn Valentine ist drauf und dran, alles zu verändern und einen neuen, grossen Krieg anzuzetteln.

Die Geschichte ist sehr simpel gehalten. Damit sind nicht mal die zu erwartenden Gut/Böse-Muster gemeint, sondern die allgemeine Entwicklung der Handlung. Die Motivation der Figuren ist eindimensional, vom Machtwillen des Schurken bis zum Rachedurst der Hauptfigur, die von der Isländerin Hera Hilmar mit sehr viel Esprit gespielt wird. Sie ist das emotionale Zentrum des Films, während ihr Co-Star Robert Sheehan praktisch im Hintergrund verschwindet. Hugo Weaving hat nicht viel, mit dem er arbeiten kann, sein natürliches Charisma reicht jedoch aus, seine Figur für den Zuschauer interessant zu machen.

Der mythologische Unterbau der Geschichte ist faszinierend und so reichhaltig, dass sich hier in möglichen Sequels noch viel machen lässt. Für den vorliegenden Film reichen die grundlegenden Informationen, die man erhält. Mortal Engines: Krieg der Städte versucht gar nicht erst, einen grossen politischen Ansatz zu erschaffen (obwohl die Schlussszene an der Mauer schon mehrdeutig betrachtet werden kann), sondern setzt ganz und gar aufs Abenteuer. Rasant erzählt, gibt es hier viel fürs Auge. Die riesige, sich über das Land bewegende Stadt ist ebenso imposant wie die Flugschiffe von ausnehmend schöner Eleganz sind. Das Design ist erstklassig und so stimmig, das sich wirklich eine gänzlich neue Welt vor dem Zuschauer aufbaut. Eine, bei der es bisweilen auch etwas Humor gibt, wie mit der Szene im Museum, bei der man sehen kann, wer die „amerikanischen Götter“ sind.

Die Geschichte könnte ruhig etwas komplexer sein, der Film stellt aber eine gute Grundlage dar, auf der man mit weiteren Filmen – Bücher, die als Vorlage dienen, gibt es mehr als genug – sehr gut aufbauen kann.

12.12.2018

3.5

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Kommentare

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bruno_meier

vor 6 Monaten

Amüsant gemacht um mal gesehen zu haben. Ich empfehle aber eher die Bücher zu lesen, da im Film die eigentliche Handlung absolut verfälscht ist und absolut nichts mit den Büchern überein hat ausser dem Namen und einigen Kleinigkeiten.


elvir_de_romeri

vor 8 Monaten

Ein trauriger Film... ! Auch in 1000 Jahren weiß die Menschheit nichts besseres zu tun als sich zu Bekriegen!!!!


elelcoolr

vor 9 Monaten

Insgesamt ein guter Film mit interessanter Idee. Jedoch hat die Handlung ein paar Schwachstellen zu viel. Die wahre Attraktion sind die Kulissen. Die Städte sehen toll aus, die Flugzeuge, Gebäude und alles im Film ist beeindruckend. CGI ist solide gemacht. 3D habe ich zu keiner Zeit bemerkt.Mehr anzeigen


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