Love, Simon USA 2018 – 110min.

Love, Simon

Filmkritik

Er liebt mich… er liebt mich nicht

Gaby Tscharner
Filmkritik: Gaby Tscharner

Diese süsse Rom-Com über einen schwulen Teenager, der sich nicht traut, seine Homosexualität zu leben, ist ein Riesenschritt für das Hollywood-Kino.

Simon (Nick Robinson) ist im letzten Jahr der High-School und hat ein völlig normales Leben, liebe Eltern (Jennifer Garner und Josh Duhamel) und gute Freunde wie Leah und Nick (Katherine Langford und Jorge Lendeborg) – nur: Simon hat ein „Riesen“-Geheimnis. Er ist schwul und traut sich nicht, das jemandem zu sagen. Als sich ein anderer Schüler unter dem Pseudonym „Blue“ auf dem Schulblog outet, nimmt Simon Kontakt auf und beginnt, mit ihm online seine Ängste und Sorgen zu teilen, was dazu führt, dass Simon für den sensiblen Unbekannten Gefühle entwickelt.

Romantische Komödien, immer nach derselben ausgeleierten Formel gestrickt, hatten in Hollywood in den letzten Jahren einen schweren Stand. Mit Love, Simon wird das Genre nun revitalisiert, mit einer überraschenden Wendung. Es ist die erste Rom-Com mit einem schwulen Protagonisten, die von einem grossen Hollywood-Studio realisiert wurde. Während homosexuelle Hauptdarsteller schon lange zur TV-Landschaft gehören, waren Filme wie Moonlight oder Call Me by Your Name allesamt Independent Filme.

Regisseur Greg Berlanti, der sich mit TV-Shows wie «Riverdale», «Supergirl», «The Flash» und vielen mehr als Lieblings-Autor des Millennial-Publikums etabliert hat, beweist nun mit Love, Simon seine Einfühlsamkeit als Regisseur. Er hat einen zeitgemässen Film über das Erwachsenwerden eines Teenagers realisiert, der verzweifelt versucht, das Unvermeidliche hinauszuzögern und sein Coming-Out auf die lange Bank zu schieben. Vorzugsweise bis er ins College geht, wo er – zumindest in seiner Phantasie – seine sexuelle Orientierung in einer Sing- und Tanznummer zu Whitney Houstons „I Wanna Dance With Somebody“ verkünden wird. Die homophoben Sprüche seines Vaters jedoch, die unwillkommenen Avancen seiner Mitschülerinnen und schliesslich der mysteriöse andere Schwule an der Schule bringen Simon in Zugzwang.

Love, Simon ist zwar weder kantig, noch weltbewegend, aber seine süsse Leichtigkeit, mit der er die Probleme eines Teenagerlebens als nicht unüberwindbar darstellt, ohne sie zu trivialisieren, ist erfrischend. Mit seinem poppigen Soundtrack, queren Schulrektor und sogar einem nervigen Sidekick à la „Duckie“ erinnert Love, Simon stark an die John Hughes Filme der 80er-Jahre. Pretty in Pink für eine Generation, die ihre sexuelle Orientierung als fliessend erlebt.

22.06.2018

4

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Kommentare

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freigut

vor 3 Tagen

Enttäuschend. Das einzige Innovative in diesem Film ist die Idee mit dem anonymen Blogger. Aber sonst verläuft alles in ausgekarrten Bahnen, und kein Cliché, dass Coming-out-Filmen droht, wird ausgelassen. Zum Beispiel lassen ihn erst alle Mitschüler fallen (erstaunlich, dass ihn überhaupt alle Schüler der Schule kannten), und nachher stehen alle zu ihm. Ach gähn. Und der Schluss ist total fade, keine spannende Wende, keine Überraschung. Alles in allem ziemlich langweilig.


petra_mosch

vor 9 Tagen

Berührender Film, guter Hauptdarsteller...
Jeder soll lieben, wie es ihm gefällt, jeder hat ein Recht glücklich zu sein


as1960

vor 12 Tagen

Der Titelheld in "Love, Simon" geniesst ein cooles Leben mit tollen Freunden. Bis auf die Tatsache, dass er seinen Nahen etwas verheimlicht: seine Homosexualität. Vetrauen findet der im anonymen Netz. Die Geschichte über junge Leute ist auch für ältere amüsant, völlig unverkrampt und berührend erzählt. Sicherlich teilweise vereinfachend, aber ein toller Feel-Good-Movie.


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