Godzilla II: King of the Monsters USA 2019 – 123min.

Godzilla II: King of the Monsters

Filmkritik

Gigant mit Stehauf-Qualitäten

Christopher  Diekhaus
Filmkritik: Christopher Diekhaus

Die Filme Godzilla und Kong: Skull Island bildeten bislang das sogenannte MonsterVerse, einen Erzählkosmos, in dem sich die beiden Leinwandikonen Godzilla und King Kong aufs Neue austoben durften. Mit Godzilla II: King of the Monsters bringt Michael Dougherty (Krampus) nun den dritten Beitrag der Giganten-Reihe in die Kinosäle und brennt dabei – erwartungsgemäss – vor allem ein bombastisches Spektakelfeuerwerk ab.

Als die Urzeitechse Godzilla 2014 im Kampf gegen böse Riesenkreaturen San Francisco in ein Trümmerfeld verwandelte, verlor das für die geheime Wissenschaftsorganisation „Monarch“ tätige Forscherpaar Emma (Vera Farmiga) und Mark Russell (Kyle Chandler) seinen geliebten Sohn. Ein Schicksalsschlag, der die Eheleute auseinandertrieb. Während Emma weiterhin alle Energie in ihre Arbeit steckte und die gemeinsam mit ihrem Mann entwickelte Orca-Maschine, ein Gerät zur Kommunikation mit prähistorischen Monstern, verfeinerte, zog sich Mark schwer gezeichnet in die Wildnis zurück.

Eines Tages werden seine Ex und Tochter Madison (Millie Bobby Brown) allerdings vom Ökoterroristen Jonah Alan (Charles Dance) entführt. Einem desillusionierten Ex-Soldaten, der mithilfe der Orca-Apparatur die Urzeitgiganten erwecken will, da nur sie – so glaubt er – die von Menschenhand zunehmend verwüstete Erde in ein neues Gleichgewicht bringen können. Der „Monarch“-Mitarbeiter Dr. Ishiro Serizawa (Ken Watanabe) sieht die Pläne, die zahlreiche Tote einkalkulieren, mit grosser Sorge und wendet sich kurzerhand an den Einsiedler Mark. Obwohl dieser seine Familie unbedingt retten will, sträubt er sich anfangs gegen den Gedanken, die Hilfe von Godzilla zu ersuchen.

Auch das dritte Kapitel im MonsterVerse glänzt eher nicht mit ausgefeilten Figuren und einer raffiniert-wendungsreichen Handlung. Spannende Ansätze scheinen zwar in der ambivalenten Rolle Emmas, in ihrem Konflikt mit Madison und in der Umwelt-Thematik durch. Das von Regisseur Dougherty und Koautor Zach Shields verfasste Drehbuch beschränkt sich aber zumeist auf hingeworfene Stichworte, die keine grosse emotionale Ausdruckskraft erlauben. Etwas mehr Persönlichkeit hätten auch die dieses Mal von der Leine gelassenen Riesenkreaturen vertragen können. Selbst der Titelheld bleibt – sieht man von einer erstaunlich intimen Szene mit Dr. Serizawa ab – fast ausschliesslich als unermüdlich wiederaufstehende Kampfmaschine in Erinnerung.

Mit seinen düsteren Untergangsbildern, seinem einnehmenden Monster-Design und einigen wuchtig inszenierten Actionsequenzen bietet Godzilla II: King of the Monsters, wie schon die Vorgänger, solide Spektakelkost. Um aus der Masse an zerstörungswütigen Blockbustern herauszuragen, fehlen allerdings prägnante kreative Akzente.

29.05.2019

3

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Kommentare

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Abomex

vor 9 Tagen

Als ich aus dem Kino trat, bemerkte ich auf ein Neues, wie erbärmlich langweilig solche Hollywood Neuverfilmungen sind & ich mich nach 3h Verschwendung meiner Lebenszeit 5 weitere Minuten Zeit nehmen musste, um in dieser Bewertung meinen Frust über den fatalen Fehlentscheid für den Kinobesuch loszuwerden.Mehr anzeigen


walter-Oliver

vor 12 Tagen

Na ja, Hollywood macht Neuverfilmung eines alten japanischen Monstermovies. Ein Berg von Spezialeffekten mit einem kitschigen Familiendrama. Die Sumpfmonster Parade nach der Pause ist die Rettung und Godzilla spuckt zum Schluss noch Atombomben auf seinen Gegner Gidra. Der Streifen ist ok. Unterm Strich ist es nur ein Werbefilm für Militär-Equipment.Mehr anzeigen


nick74

vor 16 Tagen

Naja, leider nur mittelmäßig bis schlecht


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