Fifty Shades of Grey – Befreite Lust USA 2018 – 101min.

Fifty Shades of Grey – Befreite Lust

Filmkritik

Happy End mit Striemen?

Peter Osteried
Filmkritik: Peter Osteried

Eine der größten Lachnummer des Jahres 2015 war der erste Teil dieser sehr fragwürdigen Trilogie, die umso kurioser anmutet, wenn man bedenkt, in welchen Zeiten man aktuell lebt. Denn der unverhohlene Sexismus und das fragwürdige Frauenbild, das hier gezeichnet wird, müssten im Grunde die Zuschauerinnen in Massen auf die Barrikaden treiben. Irgendwie fanden viele das Ganze dann aber doch romantisch.

Anastasia (Dakota Johnson) und Christian (Jamie Dornan) haben geheiratet. Das junge Glück könnte praktisch perfekt sein, aber natürlich droht dem Paar Ungemach. Denn Christian hat eine mysteriöse Vergangenheit, die ihn nun einzuholen droht. Aber damit nicht genug: Jack Hyde (Eric Johnson) bedroht das junge Paar und dessen Idylle. Schon bald sind Anastasia und Christian in ein Netz krimineller Intrigen verstrickt und müssen um ihre Liebe kämpfen. Und dazwischen gibt es natürlich noch ziemlich soften SM-Sex…

Allerdings kapriziert sich dieser dritte Teil nicht mehr so sehr auf die deviante Natur von Christians Sexualität, sondern lässt ihn mit Anastasia in deutlich vielfältigerer Art durch die Betten hüpfen. Denn: Fifty Shades Freed ist schon noch ein Erotikfilm. Oder soll zumindest einer sein. Die Beischlafszenen der zwei Hauptdarsteller sind jedoch nur bedingt prickelnd. Mitunter grenzen sie sogar ans Alberne, was dann weniger an der Szene selbst liegt, als vielmehr an ihrer Platzierung: Der Film scheut sich nicht davor, erst eine Autoverfolgungsjagd und dann einen Quickie im Auto zu zeigen – gerade so, als sei die Gefahr sowieso völlig irrelevant.

Allerdings behandelt der Film den Subplot mit den Thriller-Elementen auch so, dass er keinerlei Bedeutung erlangt. Er wirkt sogar wie ein Störfaktor, da es im Grunde völlig gereicht hätte, ein Drama daraus zu stricken, dass Christian eine mysteriöse Vergangenheit hat, die ihn nun heimsucht. Daraus hätte man mehr machen müssen – im Grunde kann man aber schon froh sein, dass die Dialoge nicht mehr so hanebüchen sind wie in den Vorgängern. Allerdings gibt es noch immer mehr als genug Möglichkeiten, sich die Hand vor die Stirn zu schlagen: Der ohne Ecken und Kanten daherkommende Film wirkt fast schon wie eine Parodie. Oder, und das ist für eine Reihe, die durch SM-Szenen schockieren wollte, noch schlimmer: Er scheint einfach nur ein weiterer romantischer Film zu sein. Ironische Brechung hätte helfen können, davon gibt es jedoch leider nichts.

Was bleibt, ist die Erkenntnis, dass der Spuk nach drei Jahren ein Ende hat. Sollen Anastasia und Christian doch glücklich bis an ihr Lebensende sein. Hauptsache, man muss ihrem Treiben nicht noch auf Jahre hinaus zusehen…

07.02.2018

2

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Kommentare

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muri

Sorry, das Ganze ist ausgelutscht, nicht sexy und hundsmiserabel gespielt. Ganz miese Sache.

Fifty Shades of Grey – Befreite Lust 1

navj

Zwischen den Hauptdarstellern fehlt jegliches Knistern, was vor allem Jamie Dornans lustloser Ausstrahlung zu Schulde kommt. Überhaupt wirkt der Film knallhart lustlos. Szenen werden heruntergespult, selbst bei einer Entführung fehlt jegliche Spannung und die Verfolgungsjagd wird zur lustigen Spritztour. Das einzig Positive ist Dakota Johnson. Ihr gelingt es irgendwie ihrer Figur Charakter zu verleihen. Zusammengefasst ist "Fifty Shades of Grey - Bereite Lust" ein sich hin plätschernder Erotik-Thriller ohne jegliches erotisches Knistern. Höchstens für Fans der Shades-Reihe empfehlenswert.

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Fifty Shades of Grey – Befreite Lust 1

elelcoolr

Die Erotikszenen verdienen diese Bezeichnung nicht mal annähernd - da völlig unerotisch und keusch. Der Film ist so prickeln wie stilles Wasser. Ich kann mir nicht vorstellen, dass die Zielgruppe der naiven Gören und sexuell frustrierten Hausfrauen diesen Schund mögen. ¾ des Films hat keine Handlung. Es werden laaaangweilige Szenen hintereinander gereiht bis über die Schmerzgrenze. Die Chemie zwischen den Hauptdarstellern Dakota und Jamie ist nicht vorhanden. Was die beiden am jeweils anderen anzieht, ist mir schleierhaft.

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Fifty Shades of Grey – Befreite Lust 1

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