Dora and the Lost City of Gold Australien, USA 2019 – 102min.

Dora and the Lost City of Gold

Filmkritik

Ein grosses Abenteuer

Peter Osteried
Filmkritik: Peter Osteried

Es ist eine ungewöhnliche Entscheidung, ein Format, das auf Vorschulkinder ausgerichtet ist, so weit zu verändern, dass es etwas gänzlich anderes wird. Denn Dora and the Lost City of Gold ist alles andere als die Zeichentrickserie, die seit fast 20 Jahren Kinder weltweit begeistert. Hier hat man vielmehr eine Art Indiana-Jones-Abenteuer, das für Kinder und Jugendliche gedacht ist.

Dora (Isabella Moner) wächst im Dschungel auf und erlebt mit ihrem Cousin Diego die wildesten Abenteuer – in ihrer Phantasie. Doch dann zieht Diego mit seiner Familie in die USA. Zehn Jahre später sehen sich die Cousins wieder: Da Doras Eltern nach der verlorenen Stadt aus Gold suchen, soll Dora derweil bei Verwandten unterkommen. Als ihre Eltern jedoch verschwinden, wird Dora zusammen mit ein paar Mitschülern entführt. Die Häscher hoffen, dass sie sie zur verlorenen Stadt führen kann. Dora spielt da hingegen nicht mit und sucht mit ihren Freunden auf eigene Faust nach ihrer Familie.

Elemente der Zeichentrickserie gehen verloren, werden aber auf liebevolle Art und Weise angesprochen – so etwa Doras direkte Ansprache an den Zuschauer, dem sie etwas erklärt. Ihr Affe wird weniger phantastisch gestaltet, aber andere Figuren bleiben, wie sie sind, so etwa der stehlende Fuchs Swiper. Amüsant ist eine Szene, in der man sich ganz und gar vor der Zeichentrickserie verbeugt, denn Dora und ihre Freunde atmen die Sporen von halluzinogenen Pflanzen ein und erleben einen Trip, der als Zeichentrick umgesetzt ist und die Protagonisten so wie in der Serie aussehen lässt.

Davon abgesehen präsentiert sich der Film als cleveres, flottes Abenteuer für Kinder und Jugendliche, bei dem der Erziehungsaspekt deutlich stärker zurückgefahren wurde, dafür aber ein hohes Mass an Moral geboten wird. Der Film folgt damit auch der Serie – beide wollen dem Zuschauer etwas vermitteln.

Die Geschichte ist sicherlich einfach gestrickt, was auch und gerade für die klischierten Schurken gilt. Denn die sind zwar herrlich verschlagen, das aber immer im Rahmen eines Films, der auf eine junge Zielgruppe schielt. Anders als die Zeichentrickserie kann Dora and the Lost City of Gold aber auch ältere Zuschauer bestens mit seiner locker-leichten Art und dem rasanten Erzähltempo unterhalten.

Der Film richtet sich so auch an ein Publikum, das von Dora eigentlich noch nie gehört hat, zugleich aber auch an all jene, die der Zeichentrickserie längst entwachsen sind. Mit der von Isabella Moner so naiv wie charmant gespielten Hauptdarstellerin geht man gerne auf eine abenteuerliche Reise.

05.11.2019

4

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Kommentare

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Taz

vor 6 Tagen

Nett, tut niemandem weh und hat ein paar witzige Einfälle (Trickfilmsequenz). Denke das könnte der Start für eine Real-Filmreihe sein, die wahrscheinlich das Sequel noch ins Kino bringt und sich dann auf den Streamingmarkt konzentriert.


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