Criminal Squad USA 2018 – 139min.

Criminal Squad

Filmkritik

Heat auf Sparflamme

Peter Osteried
Filmkritik: Peter Osteried

Gerard Butler hat bei der Auswahl seiner Filme einfach kein glückliches Händchen. Immer wieder verschwendet er sich an Filme, die schon auf dem Papier fragwürdig erscheinen, im Kino dann aber endgültig in sich zerfallen. Selbiges gilt nun auch für Den of Thieves, der cleverer sein möchte, als er es wirklich ist.

Ein gepanzerter Wagen wird überfallen. Die Fahrer sterben, herannahende Polizisten werden von den Räubern gnadenlos niedergemäht. Dann stehlen sie den Wagen, in dem sich kurioserweise jedoch nichts befindet. Das lässt beim Leiter der Major-Crimes-Einheit die Alarmglocken schrillen, da er weiß, dass offensichtlich etwas Größeres geplant ist. Die Zahl der Verdächtigen ist dabei gering, so dass sich das Team sehr schnell an die Fersen der Übeltäter haftet. Aber die machen unbeirrt weiter, obwohl sie wissen, dass die Polizei ihnen immer näherkommt. Haben sie am Ende einen so guten Plan, dass die Cops ihn gar nicht vereiteln können?

Autor und Regisseur Christian Gudegast greift ganz tief in die Klischeekiste, und das nicht nur in Hinblick auf die Charakterisierung der beiden Hauptfiguren, sondern in praktisch jeder Beziehung. Zudem merkt man seinem Werk die Inspiration ganz gewaltig an. Hier möchte jemand Michael Mann sein und Heat produzieren – zu mehr als einer Magermilchversion dieses Klassikers reicht es aber nicht. Dabei wird dieses Ziel so ernsthaft verfolgt, dass man sich bisweilen gar fragen muss, ob Den of Thieves nicht eigentlich eine Parodie sein muss. Man denke hier nur an die lachhafte Szene, in der die Figuren von Gerard Butler und Pablo Schreiber sich in dessen Wohnung gegenüberstehen. Es hätte eine bedeutungsvolle Szene sein sollen, sie bietet aber nicht mehr als einen Wegwerfmoment.

Stattdessen ergeht sich Butler in einer Macho-Darstellung, wie sie altmodischer nicht sein könnte. Zur besseren Charakterisierung darf er sich dann auch noch einen ewigen Streit mit einem FBI-Agenten liefern, der aber im Verlauf der gesamten Geschichte keinerlei Bedeutung erlangt. Das ist Füllmaterial aus dem Story-Baukasten.

Im Verlauf der Geschichte fragt man sich häufiger, wieso Figuren handeln, wie sie es tun. Mit dem Ende werden ein paar dieser Fragen aufgelöst, alle aber längst nicht. Das heißt wiederum, dass man immer wieder über Logikschwächen stolpert, die zusätzlich dazu beitragen, den Zuschauer aus der Geschichte zu reißen – ganz zu schweigen von für deutschsprachige Zuschauer kuriosen Momenten wie jenen in der Bar, in der Bierzeltmusik gespielt wird. Alles in allem ein halbgarer Actionfilm, der an seiner eigenen Ambition erstickt.

30.01.2018

2

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Kommentare

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kinomaster

Kann ausnahmsweise der Cinema-Kritik absolut recht geben. Alle Figuren unglaubwürdig, übertrieben und jedes Klischee verwendet. Aber heute reicht es scheinbar, wenn es laut ist und viele Leute völlig unnötig niedergemetzelt werden - Logik braucht es dazu nicht. Schade!!

Criminal Squad 1

nick74

Super Action, lustige coole Sprüche, guter Plot und raffinierte Plan der Bankräuber. Die Cineman Kritik kann ich nicht verstehen.

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