BlacKkKlansman USA 2018 – 135min.

BlacKkKlansman

Filmkritik

Ein Film für unsere Zeit

Patrick Heidmann
Filmkritik: Patrick Heidmann

27 Jahre ist es her, dass Spike Lee mit Jungle Fever das letzte Mal in Cannes um die Goldene Palme konkurrierte. In diesen Jahren hat seine Karriere manche Höhe (Malcolm X) und noch mehr Tiefpunkte (Miracle at St. Anna, Oldboy) erlebt, und nicht wenige waren überzeugt, dass der einst revolutionäre Regisseur seine besten Zeiten lange hinter sich hat. Doch das widerlegt er mit BlacKkKlansman nun eindrücklich.

Die auf wahren Begebenheiten basierende Geschichte des Films ist bemerkenswert: In den späten siebziger Jahren infiltriert Ron Stallworth (John David Washington), erster afroamerikanischer Polizist in Colorado Springs, mit der Hilfe seines jüdischen Kollegen Flip (Adam Driver) den Ku Klux Klan.

Spike Lee, dem als Produzent hier Oscar-Gewinner Jordan Peele zur Seite stand, macht daraus einen Film, der gleichermassen bitter, energiegeladen, herrlich komisch und als umfangreiche Auseinandersetzung mit dem Rassismus in den USA (inklusive Gastauftritt von Bürgerrechtsikone Harry Belafonte) enorm kraftvoll ist. Subtilität ist dabei seine Sache einmal mehr nicht. Doch die hätte womöglich auch nur im Weg gestanden, wenn es am Ende darum geht, den Bogen zu schlagen zur amerikanischen Gegenwart, in der weisse Polizisten noch immer unschuldige Schwarze erschiessen, Neonazis durch Charlottesville marodieren und Präsident Trump hemmungslos mit rechten Extremisten sympathisiert. Und so ist BlacKkKlansman definitiv genau der Film für unsere Zeit.

05.07.2018

4

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Kommentare

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gpluess

vor 6 Tagen

Toller Film


Ashton

vor 8 Tagen

Ich habe mir diesen Film gleich zweimal angesehen und war beide Male begeistert. Klar wird einem allzu schnell klar, dass es letztlich ein wenig auf Plattheiten hinausläuft, wenn hier der Jude und Schwarze dort der KKK stehen. Dass die Mitglieder des KKK als vordergründig verrrückt und geistig eingeschränkt dargestellt werden, überzeugt bisweilen auch nicht so ganz. Da regiert mehr das Klischee, von dem sich letztlich auch der Film nährt. But, why not? Denn der Stoff wird amüsant und gewitzt erzählt und meinem Empfinden nach schleppt sich die Handlung auch nicht. Äußerst wirkungsvoll ist die Szene im Haus der Studentin, als Spike Lee die reale Geschichte eines jungen Schwarzen erzählen lässt, der auf offener Straße hingerichtet und dessen Leiche geschändet wird. Trump in die Reihe bzw. in die Nähe des KKK zu rücken ([white] america first), finde ich ich ebenso überzeugend wie konsequent.
Ein Film, der nicht überdramatisiert und sich gegen Fremdenhass und für Toleranz ausspricht.Mehr anzeigen

Zuletzt geändert vor 8 Tagen


as1960

vor 15 Tagen

"BlacKkKlansman" erzählt die wahre Geschichte wie ein dunkelhäutiger Polizist den Ku Klux Klan infiltriert. Der Film unterhält, aber plätschert etwas dahin. Und das ist bei dieser interessanten Ausgangslage sehr, sehr wenig. Es hätte wirklich Raum gehabt für tiefgründige, vielleicht zynische zum nachdenken anregende Dialoge gehabt. Aber das fehlt fast gänzlich, und so muss ich sagen, dass mich Spike Lee's Umsetzung enttäuscht.Mehr anzeigen


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