CH.FILM

Being with Animals Schweiz 2018 – 91min.

Being with Animals

Filmkritik

Wenn Tiere sprechen können

Urs Arnold
Filmkritik: Urs Arnold

Salome Pitschen geht in ihrem Dokumentarfilm Being with Animals dem Phänomen der Tierkommunikation nach.

Der Mensch liebt Tiere, hält Tiere, isst Tiere – das Verhältnis zwischen Mensch und Tier als ein ambivalentes zu beschreiben, scheint berechtigt. Wie würde sich dieses verändern, wenn Tiere zu uns sprechen, und wir mit ihnen in den Dialog treten könnten? Dies ist nur eine von vielen weiterführenden Fragen, die sich nach der Visionierung von Being with Animals stellen.

Der Ausgangspunkt von Salome Pitschens Dokumentarfilm ist die Not der Regisseurin: Ihre junge Hündin Billa ist leicht erregbar und hat gesundheitliche Probleme. Der Tierarzt kann nur begrenzt weiterhelfen. Pitschen wendet sich deshalb als Hundehalterin und Dokumentarfilmerin in Person dem Phänomen der Tierkommunikation zu. Dabei untersucht sie unterschiedliche Ansätze. Bereits der Besuch der Pferdeschule von Fredy Knie Jr. und Maycol Errani sowie der bei der Tiershiatsu-Therapeutin Monika Obi zeigen zwei divergierende Aspekte auf, wie sich die Kommunikation zwischen Mensch und Tier gestalten kann.

Pitschens Recherche führt sie bald darauf nach England und in die USA zu James French und zu Maia Kincaid. Beide kommunizieren mit Tieren auf eine Art und Weise, die gleichsam Erstaunen und Stirnrunzeln hervorruft. Ihr Austausch basiert nämlich, wie sie selbst sagen, auf einer telepathischen Verbindung. Kincaid kann, so scheint es, über tausende Kilometer mit Billa in Kontakt treten. Bei French legen sich die traumatisierten Pferde, die er betreut, nach und nach in grosser Entspanntheit hin.

Ist eine solche Form der Kommunikation tatsächlich möglich, oder nur ein esoterisch gefärbtes Hirngespinst? Wenngleich der rationale Geist reflexartig zu zweitem tendiert, ist eine tiefere Verbindung zwischen Tieren und French und Kincaid zweifellos ausmachbar. Um eine wissenschaftliche Sicht einzubringen, lässt Pitschen den Biologen Rupert Sheldrake mehrmals zu Wort kommen. Sheldrake hat intensiv über das Thema Telepathie geforscht hat, seine Hypothesen werden jedoch vom Gros der Naturwissenschaftler abgelehnt. Maycol Errani seinerseits lässt sich erst gar nicht auf eine Diskussion über Telepathie ein.

Tatsächlich wird hier das Fehlen ausformulierter Gegenargumente offensichtlich. Diese hätten die Abwägung des Themas der telepathischen Tierkommunikation erleichtert. Seinen grossen Wert besitzt Pitschens Doku letztendlich darin, dass die Verbindung und das Verständnis zwischen Mensch und Tier sehr wohl intensiviert werden kann, wenn der Mensch tiefe Achtsamkeit und Empathie gegenüber dem Tier zeigt, ihm Empfänglichkeit bedeutet und sein eigenes Verhalten in Relation zu dem des Tieres setzt.



19.11.2018

3.5

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Kommentare

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salome_grisard

vor 10 Tagen

Mir hat der Film sehr gefallen. Die Wahl aller Protagonisten überzeugt sehr. Eine Schlüsselfigur ist für mich James French. Er schafft es eindrücklich am Beispiel seiner Pferde und Ihrer Reaktionen aufzuzeigen wann die Tiere Vertrauen fassen, loslassen, friedlich sind und wann sie nur „mutig“ sind. Mit seiner einfachen Sprache kann er dies gut vermitteln.

Der Film zeigt viele Magische Momente, unglaublich schöne Landschaften, Vogelschwärme im Flug und Pferde in der Manege des Zirkus Knie welche sich gegenläufig im Kreis bewegen. Er ist ein Plädoyer dafür die Tiere als unsere wichtigen Begleiter zu sehen und mit Ihnen zu komunizieren.Mehr anzeigen


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