Aquaman USA 2018 – 143min.

Aquaman

Filmkritik

Wegschwimmen verboten!

Christopher  Diekhaus
Filmkritik: Christopher Diekhaus

Abgesehen vom grösstenteils positiv aufgenommenen Actionspektakel Wonder Woman erhielten die Filme des DC-Universums allenfalls durchwachsene Kritiken. Ändern wird sich daran auch beim sechsten Beitrag der fortlaufenden Superheldenreihe nur wenig. Trotz schöner Bilder und eines sympathischen Protagonisten-Duos bietet Aquaman in erster Linie Blockbuster-Kost nach Schema F.

Im Jahr 1985 rettet der Leuchtturmwärter Tom Curry (Temuera Morrison) der Atlantis-Königin Atlanna (Nicole Kidman) das Leben und verliebt sich nur wenig später in die Unterwasserherrscherin. Gemeinsam bekommen die beiden ein Kind, dem sie den Namen Arthur geben. Das familiäre Glück wird jedoch jäh zerstört, als ein Soldatentrupp aus Atlantis die verschwundene Monarchin aufspürt. Atlanna sieht sich daraufhin gezwungen, in ihre Heimat zurückzukehren, und lässt ihren neuen Mann und ihren Sohn schweren Herzens hinter sich.

In der Gegenwart ist aus dem kleinen Arthur ein muskelbepackter Draufgänger (nun gespielt von Jason Momoa) geworden, der seine aussergewöhnlichen Fähigkeiten einsetzt, um Menschen aus Notlagen zu befreien. Dass ihm eigentlich der Thron von Atlantis zusteht, interessiert den Haudegen kein bisschen. Eines Tages muss er sich allerdings seiner Herkunft stellen, da sein Halbbruder Orm (Patrick Wilson) die Armeen der sieben Unterwasserreiche vereinen und einen Krieg gegen die an der Oberfläche lebende Bevölkerung anzetteln will. Gemeinsam mit der wagemutigen Prinzessin Mera (Amber Heard) und seinem alten Lehrmeister Vulko (Willem Dafoe) versucht Arthur alias Aquaman, die unheilvollen Pläne zu vereiteln.

Der Titelheld, der seinen ersten grösseren Auftritt im DC-Giganten-Treffen Justice League feierte, versprüht in Jason Momoas kerniger Darbietung ein einnehmendes Charisma und hat mit Mera eine Kämpferin an seiner Seite, die erfreulicherweise deutlich über eine Statistenrolle hinauskommt. Ihre augenzwinkernden Scharmützel treffen sicherlich nicht immer ins Schwarze, sind aber allemal unterhaltsamer als die recht formelhaft angebahnte Romanze zwischen den beiden Verbündeten.

Regisseur James Wan (The Conjuring 2) entführt den Zuschauer in eine schillernde Unterwasserwelt, lässt seiner Liebe zum Horrorfilm gelegentlich freien Lauf und reichert seine vor allem auf Überwältigung setzende, manchmal arg kitschige Inszenierung mit einigen netten ironischen Brechungen an. Besonders ins Auge sticht die agile Kameraarbeit von Don Burgess, die das Publikum wiederholt – unter anderem während einer fulminanten Actionsequenz in Sizilien – im wahrsten Sinne des Wortes mitreisst.

Alles andere als umwerfend präsentiert sich dagegen der Plot, der wenig inspiriert von einer Station zur nächsten springt und sich vieler abgegriffener Motive des Superheldenkinos bedient. Obwohl familiäre Streitigkeiten ausgefochten werden, Aquaman lernen muss, sein Schicksal anzunehmen, und handfeste Rachegedanken eine Rolle spielen, hält sich die emotionale Wucht in überschaubaren Grenzen.

17.12.2018

3

Dein Film-Rating

Kommentare

Sie müssen sich zuerst einloggen um Kommentare zu verfassen.

Login & Registrierung

Barbarum

vor 7 Monaten

Solange niemand sein Maul aufmacht und sich das grundlegend Lächerliche in dem Meer aus Künstlichem noch steigert, macht "Aquaman" ausgiebig Spass.

Zuletzt geändert vor 7 Monaten


martinu

vor 9 Monaten

In 4DX ein cooles Erlebnis, obwohl man manchmal etwas abgelenkt wurde, wenn man mit Wasser betröpfelt oder durchgeschüttelt wurde. Ansonsten Jason Mamoa ist eine Wucht! Nicht unbedingt schauspielerisch aber visuell ganz bestimmt. Gefallen haben mir der dezent eingestreute Humor, der tolle Soundtrack, die sozialkritischen Untertöne (Umweltverschmutzung) und natürlich die Special Effects. Visuell war der Film als Ganzes eine Wucht und ich hoffe auf entsprechende Fortsetzungen. Wirklich coole Popcorn-Kino...obwohl man das Popcorn in 4DX weglassen solle ;-)Mehr anzeigen


Tabea13

vor 9 Monaten

Super Film mit guten Schauspieler/innen.
Der Inhalt ist sehr interessant und
wunderschön mit tollen Effekten.
Bitte macht einen weiteren Teil.


Mehr Filmkritiken

Die Eiskönigin II

Bruno Manser - Die Stimme des Regenwaldes

Das perfekte Geheimnis

Le Mans 66: Gegen jede Chance