Ant-Man and the Wasp Grossbritannien, USA 2018 – 125min.

Ant-Man and the Wasp

Filmkritik

Kleiner Hoffnungsschimmer

Christopher  Diekhaus
Filmkritik: Christopher Diekhaus

2015 überraschte Peyton Reed (Der Ja-Sager) die Fans des Marvel Cinematic Universe mit einem gewitzten Blockbuster, der ein wenig aus der Reihe tanzte. Ant-Man setzte im Gegensatz zu vielen anderen Superheldenfilmen nicht auf ein möglichst grosses, weltumspannendes Katastrophenszenario, sondern jonglierte vielmehr gekonnt mit der Schrumpffähigkeit seiner Titelfigur, die sich am Ende mit ihrem Widersacher einen Showdown im einem Kinderzimmer lieferte. Auch wenn der grosse Wow-Effekt im zweiten Teil zwangsläufig nicht mehr gegeben ist, gelingt mit Ant-Man and the Wasp ein verspieltes, unterhaltsames, in visueller Hinsicht kreatives Abenteuer.

Nachdem er in The First Avenger: Civil War am Flughafen Leipzig/Halle für Chaos und Verwüstung gesorgt hat, steht Scott Lang alias Ant-Man (Paul Rudd) in den USA schon seit geraumer Zeit unter Hausarrest. Nur wenige Tage vor dem Ende seiner Strafe wird der einstige Kriminelle von Hope Van Dyne (Evangeline Lilly), der Tochter seines früheren Mentors Dr. Pym (Michael Douglas), entführt, da er den beiden helfen soll, Hopes Mutter Janet (Michelle Pfeiffer) aufzuspüren, die vor mehreren Jahrzehnten in der Quantenebene verschwand. Die Tatsache, dass Scott der Vermissten in einer hochgradig verwirrenden Vision begegnet ist, nährt die Hoffnung, Janet aus den Tiefen des subatomaren Raumes befreien zu können. An die Fersen des Trios heften sich nicht nur der FBI-Beamte Jimmy Woo (Randall Park), sondern auch der skrupellose Schwarzmarkthändler Sonny Burch (Walton Goggins) und die geheimnisvolle Ava alias Ghost (Hannah John-Kamen).

Wie schon im ersten Film fällt die Handlung eher überschaubar aus und dient im Grunde nur als Vorwand, um den Protagonisten und seine Mitstreiter in möglichst verrückte Spektakelszenen zu schleudern. Mit der Suche nach Hopes verschollener Mutter ziehen Reed und seine Drehbuchautoren – fünf an der Zahl, darunter Hauptdarsteller Rudd – eine tragfähige emotionale Ebene ein, die man aber sicher noch stärker hätte auskosten können. Etwas kurzatmig bleibt das Skript auch bei Gegenspielerin Ghost, deren spannend-tragische Hintergrundgeschichte leider nicht zu einem eindringlichen Charakterbild verdichtet wird.

Was Ant-Man and the Wasp in erzählerischer Hinsicht versäumt, gleicht der kurzweilige Superheldenspass durch seine zackig-fantasievolle Inszenierung und seine optischen Kabinettstücke aus. Das Überraschungsmoment des ersten Films mag sich verflüchtigt haben. Und doch spielt der Regisseur erneut auf pfiffige Weise mit den von Dr. Pym entwickelten Schrumpf- beziehungsweise Wachstumsmöglichkeiten. Autos, die urplötzlich Miniaturgrösse annehmen. Ein Labor, das im verkleinerten Zustand als Rollkoffer fungiert. Oder ein riesenhafter Ant-Man, der während einer fulminanten Verfolgungsjagd durch San Francisco einen Laster zu einem Skateboard umfunktioniert. Regelmässig kommen die Macher mit amüsanten Einfällen um die Ecke und lassen den Zuschauer so vergessen, dass ihm inhaltliche Magerkost serviert wird.

19.07.2018

4

Dein Film-Rating

Kommentare

Sie müssen sich zuerst einloggen um Kommentare zu verfassen.

Login & Registrierung

navj

vor 5 Stunden

Während der erste Teil sich mehrheitlich auf das Schrumpfen von Menschen beschränkt hat, wird in „Ant-Man and the Wasp“ heftig mit vergrössern und verkleinern aller möglichen Dinge (Autos, Gebäude, Pez-Spender usw.) rumgespielt. Dass dabei alles wunderbar getrickst und gut anzusehen ist, versteht sich von selbst, denn das MCU ist eine dermassen gut geölte Maschinerie, dass man weiss: Hier bekommt man nichts schlechtes mehr geliefert. Allerdings bleiben in der letzten Zeit auch die grossen Highlights leider meist aus. Zu "Ant-Man and the Wasp" kann man sagen, dass das Sequel besser geglückt ist, als erwartet. Regisseur Peyton Reed bleibt sich treu und inszeniert mit „Ant-Man and the Wasp“ eine unterhaltsame Actionkomödie mit vielen skurrilen Nebenfiguren (besonders hervorzuheben ist Michael Peña als Luis), treffsicheren Pointen und spektakulären Actionszenen, die darüber hinwegtäuschen, dass erzählerisch eigentlich gar nicht viel passiert.Mehr anzeigen

Zuletzt geändert vor 4 Stunden


frozone

vor 12 Tagen

Kann man getrost überspringen: Nimmt KEINEN Bezug auf die Ereignisse von Infinity War und treibt auch sonst die Handlung des Marvel Universe nicht voran. Ansonsten vor allem wortreicher Klamauk mit flachen Charakteren, wenn auch mit einigen netten Gross/Klein-Spielereien...


dulik

vor 15 Tagen

Im Verhältnis zu anderen Marvel Filmen eher bescheiden. Die Handlung hat leider zu wenig Anreiz, um den Zuschauer abzuholen und zu fordern und so kommt der Film auch etwas zäh daher. Dank der hohen Gagdichte, bleibt "Ant-Man and the Wasp" aber trotzdem über weite Strecken unterhaltsam.
6.5/10Mehr anzeigen


Mehr Filmkritiken

Mission: Impossible - Fallout

Mamma Mia! Here We Go Again

The Equalizer 2

Hotel Transylvania 3: A Monster Vacation