Ella & John - Das Leuchten der Erinnerung Frankreich, Italien 2017 – 112min.

Ella & John - Das Leuchten der Erinnerung

Filmkritik

Was bleibt, ist die Erinnerung

Peter Osteried
Filmkritik: Peter Osteried

Der italienische Regisseur Paolo Virzi hat sich mit Ella & John – Das Leuchten der Erinnerung eine sehr menschliche, schöne Geschichte vorgenommen, die über leisen Humor verfügt, vor allem aber auch eine Emotionalität mitbringt, der man sich nicht entziehen kann.

Ihr Sohn und ihre Tochter sind überrascht, als Ella (Helen Mirren) und ihr Mann John (Donald Sutherland) einfach verschwunden sind. Sie haben sich mit ihrem Wohnmobil aufgemacht zu einem letzten Roadtrip, der in die Vergangenheit und zu besseren Zeiten zurückführt. Denn Ella ist krank und John leidet an Alzheimer. Immer weniger erinnert er sich daran, wer er einmal war, und immer häufiger entschwindet er ihr. Beiden läuft entsprechend die Zeit davon, doch ein letztes Mal wollen sie das Leben so leben, wie sie es immer getan haben. Dies ist auch eine Reise, die einige Enthüllungen und Offenbarungen mit sich bringt …

Ella & John – Das Leuchten der Erinnerung ist ein Film, der das Leben zelebriert, der die Gemeinschaft hochhält und von den guten Momenten erzählt, die auch inmitten all der schlechten immer wie ein Leuchtfeuer herausstechen. Dass im Mittelpunkt zwei Menschen am Ende ihres Weges stehen, ist nur konsequent, da sich so die Möglichkeit ergibt, auch darüber zu reden, was selbstbestimmtes Leben ist und wie es um das Recht bestellt ist, selbst den Moment des Abschieds bewusst zu wählen.

Helen Mirren und Donald Sutherland spielen das mit viel Gefühl. Man merkt ihnen die gegenseitige Liebe an, die letzten Endes alles überwinden kann – auch Geheimnisse, die vor Jahren vielleicht zur Trennung geführt hätten. Weil im Angesicht des Endes so manches an Bedeutung verliert, während anderes ganz deutlich an Wichtigkeit gewinnt.

Natürlich ist Ella & John – Das Leuchten der Erinnerung nicht frei von Klischees, aber es gelingt dem Film doch gut genug, die Auswirkungen von Demenz oder dem hohen Alter so zu zeigen, dass sich ein Gefühl von Authentizität ergibt. Entsprechend sorgt er dafür, dass man selbst über das Leben nachdenkt, über das Älterwerden, über das Sterben, vor allem aber darüber, was man noch machen möchte, bevor der Vorhang fällt. Das Ende ist entsprechend konsequent: traurig als auch befreiend, auch wenn man das Gefühl nicht ganz abstreifen kann, dass Ella & John – Das Leuchten der Erinnerung in mancherlei Hinsicht zu manipulativ ist. Demgegenüber steht aber das wunderbare Schauspiel der beiden Hauptdarsteller, die das Werk deutlich aufwerten: Als Zuschauer wird man zum Schluss auf jeden Fall mit einem guten Gefühl aus dem Kino entlassen.

02.03.2018

4

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Kommentare

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Patrick

vor 6 Monaten

Wo hin die Reise führt ist wohl von Anfang an klar, das ganze wird von den Hauptdarstellern Liebe voll gespielt.Das Movie kommt mit schönen Bilder Buch Aufnahmen von Florida daher und macht Lust auf einen Roadtrip.


as1960

vor 8 Monaten

"Ella and John" gehen auf eine letzte gemeinsame Reise. Sie krank, bei ihm nimmt die Demens immer mehr zu. Ein Filme der zeigt, dass auch ein nicht perfektes Eheleben viele kleine, berühende Momente bringt, die in der Gemeinsamkeit schlussendlich die Schönheit des Lebens darstellen. Die Charaktermimen Donald Sutherland und Hellen Mirren tragen den Film, der ab und zu eine Länge hat, aber insgesamt doch berührt.Mehr anzeigen


Gombo

vor 8 Monaten

Großartiger Film mit wunderbaren Schauspieler.


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