The Commuter Frankreich, Grossbritannien, USA 2018 – 105min.

The Commuter

Filmkritik

Eine Action-Fahrt auf die Abstellgleise

Irina Blum
Filmkritik: Irina Blum

Die Ausgangslage in Jaume Collet-Serras The Commuter hat Potential für eine Achterbahnfahrt mit Nervenkitzel – leider ist diese aber zu Ende, kurz nachdem sie begonnen hat.



Der 60-jährige Amerikaner Michael (Liam Neeson) führt ein beschauliches Leben: Seinen Job als Polizist hat er vor einigen Jahren an den Nagel gehängt, um mehr Zeit für seine Frau (Elizabeth McGovern) und seinen Sohn Danny (Dean-Charles Chapman) zu haben. Um das Geld für desseb Privatcollege aufzutreiben, pendelt er jeden Tag nach New York und verdient als Versicherungsvertreter seine Brötchen – bis er eines Tages überraschend entlassen wird. Nach ein paar Trostbieren mit seinem Ex-Partner bei der Polizei (Alex Murphy) macht sich Michael schliesslich niedergeschlagen auf den Heimweg.

Im Zug nimmt der Thriller dann langsam an Fahrt auf. Michael wird von einer fremden Frau (Vera Farmiga) angesprochen, die ihm zunächst gegen eine Belohnung von 100'000 Dollar, später dann mit der Drohung, seiner Familie zu schaden, einen Auftrag gibt: Bis zur Endstation soll er diejenige Person an Bord zu finden, die nicht ins normale Pendler-Chaos passt und an deren Tasche einen GPS-Tracker befestigen. Da der Ex-Polizist ein regelmässiger Pendler ist, kennt er praktisch alle anwesenden Passagiere zumindest vom Sehen – und macht sich verzweifelt auf den Grund des mysteriösen Rätsels.

Wir wären nicht in einem Thriller mit Liam Neeson, wenn nicht bald eine gehörige Portion Action mit ins Spiel kommen würde. Das Katz-und-Maus-Spiel zwischen dem frisch entlassenen, verzweifelten Ex-Polizisten und einem blinden Passagier endet relativ schnell mit den ersten Toten und bietet einiges an Spannungspotential, um einen zumindest auf dem ersten Teil der Fahrt an den Kinosessel zu fesseln. Auch die Actionszenen sind erstaunlich glaubwürdig und hochwertig gemacht: Als Zuschauer ist man dank einigen interessanten Kameraperspektiven (Paul Cameron) im engen, für New York typischen Zug nah dran am Geschehen. Leider verzettelt sich The Commuter irgendwann mit vorhersehbaren Wendungen und unlogischen Begründungen, weshalb man der Verfolgungsjagd irgendwann nicht mehr folgen kann beziehungsweise alle mitdenkenden Kinogänger irgendwo zwischen einem sich ordentlich abmühenden Liam Neeson und dem nächsten Toten aufs Abstellgleis gestellt werden.

11.01.2018

3

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Kommentare

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Rico.Schaub

vor 7 Monaten

Der Film hat mir sehr gut gefallen. Wem schon Taken gut gefällt dem gefällt dieser Film sicher!


nick74

vor 8 Monaten

Hat mir gut gefallen, nur die Entgleisungsszene hätte man sich sparen können, war total unrealistisch, daher statt 4 nur 3 Sterne.


tuvock

vor 8 Monaten Spoiler

Wie schafft man es einen Film 105 Minuten spannend zu halten? Indem man den fast unbekannten Regisseur Jaume Collet-Serra nimmt der damals durch „Shallow Graves“ berühmt wurde, ein nervenaufreibender Super Film über einen Hai. Und man nimmt einen sichtlich gealterten aber um keineswegs schlechteren Liam Neeson, der mit seinen 60 Jahren immer noch unterhalten kann. Dann vermischt man den Film „Run all Night“ mit „Non-Stop“ und man kriegt einen herrlichen Action Reißer wie es ihn schon lange nicht mehr gab.

Der Versicherungsmakler und ehemalige Polizist MICHAEL MCCAULEY pendelt bereits seit Jahren mit der Bahn aus dem kleinen Vorort, in dem er mit seiner Familie lebt, nach Manhattan. Als er jedoch eines Tages ohne jede Vorwarnung entlassen wird, steigt er abends zum zunächst letzten Mal in den Zug, der ihn nach Hause bringen soll. Genau diese Fahrt gestaltet sich jedoch anders als üblich. Eine fremde Frau, die sich ihm als JOANNA vorstellt, spricht ihn an und macht ihm nach einiger Zeit ein Angebot: Wenn er es schafft, vor der Endstation des Zuges einen bestimmten Passagier ausfindig zu machen, winken ihm 100.000 Dollar. Der Haken an der Sache ist, dass er von der Frau nur zwei sehr vage Hinweise zu dem Unbekannten bekommt und die Endstation bereits in weniger als einer Stunde erreicht sein wird. Später wird jedoch auch deutlich, dass nicht nur das Leben aller Mitreisenden, sondern auch das von MICHAELS Familie in Gefahr gerät, sollte dieser sich weigern, das Angebot anzunehmen. So bleibt diesem keine andere Wahl, als sich auf die Suche nach dem gefragten Passagier zu machen. Im Laufe der Suche fordert McCauley mit Waffe dazu auf, die Notbremse zu ziehen, um nicht Menschenleben zu riskieren. Doch diese ist manipuliert, das Bremssystem fällt aus, der Zug droht zu entgleisen. Zuvor gelingt es MCCAULEY jedoch immerhin, den letzten Waggon, in dem sich sämtliche Passagiere befinden, vom Rest des Zuges zu trennen. Der dennoch unvermeidliche Unfall fällt daher glimpflich aus. Es finden sich zuletzt sechs verdächtige Passagiere. Letztendlich stellt sich heraus, dass die gesuchte Person die Zeugin eines Mordes ist und liquidiert werden soll.

So was geht wie weiter? Es geht um den Zug, wer ist die gesuchte Person? Wie wird MICHAEL reagieren? Wie wird er weiterleben oder wird er es gar nicht? Findet er die Person? Wer ist der Mensch den er sucht? Wer ist die Frau JOANNA die ihn anspricht? Wieso sprach sie ihn an? Fragen über Fragen, und das Puzzle geht weiter.

Ich finde dass der Film eine überzeugende Darstellung von Gefahr, Kampf, Drama, Thriller und Verschwörung ist. Natürlich kann er mit den Granden der Filmgeschichte nicht mithalten, allen voran eigentlich „Der Staatsfeind Nummer 1“ aber wer ein bisschen sich für Verschwörung in der Filmgeschichte interessiert, sollte an dieser Verfilmung nicht vorbeigehen.

Die Spannung in dem Film ist recht groß, man merkt wie die Schraube der Spannung hochgedreht wird und ich finde das wirklich gut, denn in diesem Film gibt es so fast keinen Patzer und das ist eine Sache die wenige Filme haben, die meisten Filme verstricken sich in Nebenrollen, während dieser Film von der Regie her so konstruiert ist dass er seinem roten Faden folgt und viele Überraschungen parat hält, bis zum bitteren Ende.

Klar kann man am Drehbuch etwas unglaubwürdiges finden und auch die Zusammenhänge oder die realistische Umsetzung würde keiner Fachkraft stand halten, das ist aber egal da es ein Film ist und von dem Faktor aus als Film, muss ich sagen dass ich mich gut unterhalten habe, meine Fußnägel habe ich abgeknabbert vor Spannung, und ich muss sagen, super der Film.

Der Film ist auch von der Kamera Recht nett, überhaupt gegen Ende hin als sich was ereignet, ja das war wirklich wow muss Ich sagen, gut gefilmt, sonst ist es eher ein ruhiger Film, ein Kammerspiel, 20 Leute in einem Zug, die 10 kleinen werden dezimiert und nur einer bleibt über oder doch nicht?

Vera Farmiga die ja die mysteriöse Fremde spielt, ich muss sagen, eine gute Rolle hat die Dame, und ich finde den Film wirklich gut, nicht übel. Alle eigentlich haben gut gespielt, die Schauspieler meine ich, allerdings war von den Rollen keine Glanzleistung von Nöten, ich freue mich schon auf eine Blu Ray Veröffentlichung.

Guter unterhaltsamer spannender Film für 91 PunkteMehr anzeigen


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