CH.FILM

Sarah joue un loup garou Deutschland, Schweiz 2017 – 86min.

Filmkritik

Werwölfe singen nicht

Zurich Film Festival
Filmkritik: Zurich Film Festival

Der Spielfilm Sarah joue un loup garou, der am ZFF im Wettbewerb in der Kategorie Fokus Schweiz, Deutschland, Österreich läuft, zeigt auf ungewöhnliche Weise, wie eine 17-Jährige mit ihrem normalen Alltag kämpft und nur im Schauspiel einen Ausdruck für ihre Emotionen findet.

Für Sarah (gespielt von Loane Balthasar) ist es das Grösste auf der Bühne zu stehen und neue Charakter zum Leben zu erwecken. Ihre Leidenschaft für Kunst hat sie von ihrem Vater, der ebenso wie sie an die grosse Liebe bis in den Tod glaubt. Die Mutter von Sarah ist da rationaler und macht sich zunehmend Sorgen, als sich Sarah immer mehr zurückzieht.

Sarah fühlt sich von niemandem verstanden, und will dies auch gar nicht erst versuchen. Sie scheint auf eine seltsame Art vom Dunkeln und dem Tod fasziniert zu sein. So spricht sie ständig davon, spricht vom Tod von Leuten, die es gar nicht gibt und erfindet den Selbstmord ihres Bruders. Schliesslich will sie sich sogar selber das Leben nehmen, was ihr Vater erstaunlich gelassen hinzunehmen scheint.

Der Zuschauer bekommt manchmal fast den Eindruck in einem Horrorfilm gelandet zu sein, wenn Sarah zum Beispiel gespenstisch in einem weissen Kleid im Wald herumläuft. Nur dass es keine Monster gibt, sondern Sarah das Monster in sich drin trägt. In manchen Szenen könnte man sogar fast Angst bekommen vor der zerstörerischen Wut Sarahs.

Wie düster und kompliziert das Leben eines Teenagers sein kann, mutet zuweilen etwas überspitzt an. So auch die dramatischen Momente des Films. Sarah scheint ohne Grund zu provozieren und die Figuren zeigen keine Einsicht. Der Film wirkt dadurch ein wenig überzeichnet und auch die Dialoge holpern etwas unnatürlich.

Die Regisseurin und Co-Autorin Katharina Wyss zeigte Sarah joue un loup garou als Premiere auf den Filmfestspielen in Venedig. Ein grundsätzlich stark inszenierter Film, der voll aus Leben und Drama besteht, an manchen Stellen jedoch etwas zu viel Drama und zu wenig Leben besitzt. Und so weiss der Zuschauer am Ende nicht wirklich, was er jetzt denken soll.

08.03.2018

3

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