Pettersson & Findus: Findus zieht um Deutschland 2017 – 81min.

Pettersson & Findus: Findus zieht um

Filmkritik

Zwischen Nähe und Distanz

Björn Schneider
Filmkritik: Björn Schneider

Findus zieht um handelt davon, selbstständig erste Schritte zu gehen und das Vertraute auch mal hinter sich zu lassen. Der dritte Film der Reihe überzeugt mit wichtiger Botschaft und einer Weiterentwicklung der Figuren, kann beim Humor die Qualität der Vorgänger aber nicht halten.

Kater Findus ist wieder ein bisschen größer geworden und so langsam will er in ein eigenes Häuschen umzuziehen. Zudem ist Pettersson (Stefan Kurt) ziemlich genervt davon, dass der Kater immer auf seiner neuen Matratze herumhüpft. Die Sache ist klar: Ein großer Kater braucht sein eigenes Haus, um sich austoben zu können. Wenig später funktionieren Pettersson und Findus ein altes Klohäuschen zu einer kuscheligen Kater-Wohnung um. Doch während Findus sein neues Leben genießt, wird bei Pettersson die Sehnsucht nach seinem Kater immer größer.

Die Pettersson und Findus-Filme beruhen auf den Kinderbüchern des Schweden Sven Nordqvist. Er ließ sich seine in der Natur angesiedelten Alltagsgeschichten um den alten Pettersson und seinen Kater in den frühen 80er-Jahren einfallen. Findus zieht um wurde, wie schon die vorherigen Teile, von Ali Samadi Ahadi inszeniert.

Den Machern gebührt ein Kompliment dafür, dass sie bei der Entwicklung der Reihe und ihrer Charaktere nicht stehen bleiben. Die Protagonisten des erneut liebevoll ausgestatteten Films sind älter geworden, haben sich weiter entwickelt und damit auch andere Bedürfnisse als noch in den ersten Filmen. Thematisch geht es in Findus zieht um vor allem um das allmähliche Loslösen von vertrauten, Sicherheit verschaffenden Umgebungen und Personen.

Der Film behandelt ebenso die damit einhergehenden emotionalen Konfusionen und inneren Konflikte. Vor allem bei Pettersson, dem die Trennung von Findus sehr schwer fällt. Überhaupt erscheint die Figur des Pettersson hier vielschichtiger, tiefgründiger und (zum Glück) weniger tölpelhaft als im Vorgängerfilm. Für Abwechslung und Unterhaltung sorgt zudem der etwas höhere Action-Anteil, der sich unter anderem bei einigen Szenen auf dem nahegelegenen See zeigt. Dort erleben die Hauptfiguren beim Angeln so manche Überraschung, während sich der Zuschauer über ein paar spektakuläre, pfiffige Slapstick-Momente freuen darf.

Abgesehen davon zündet der Humor jedoch nur selten. Viele (Wort-)Witze laufen ins Leere und für einige Pointen sind die jüngsten Zuschauer schlicht zu jung. Dazu kommt das enervierende Dauergehopse von Findus, der übertrieben aufgedreht und hyperaktiv erscheint. Leider erweist sich auch ein eingeschobener Subplot von einer Übernachtung im Zelt als unpassend. Diese Nebenhandlung steht in keinem Zusammenhang zur eigentlichen Story und fügt dem Film – außer einer längeren Laufzeit – nichts Elementares hinzu.

24.09.2018

3

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