Paddington 2 Frankreich, Grossbritannien, USA 2017 – 103min.

Paddington 2

Filmkritik

Never change a winning team

Irina Blum
Filmkritik: Irina Blum

Die erste Leinwandadaption der Bücher um den putzigen Bären entpuppte sich mit einem Millionenpublikum als Überraschungserfolg. „Never change a winning Team“ war deshalb das Motto: Nebst dem altbewährten Cast konnte für die Forstetzung erneut Paul King als Regisseur gewonnen werden. Und das hat sich gelohnt.

Nachdem sich der knuffige Bär im ersten Teil zuerst ans hektische Grossstadtleben gewöhnen musste, wird er in der Fortsetzung aus seinem nun so vertrauten Heim vertrieben: Der 100. Geburtstag seiner Tante Lucy naht, und Paddington befindet ein antikes Pop-Up Buch von London als das perfekte Geschenk. Weil dieses für einen mittellosen Bären nicht gerade erschwinglich ist, finanziert sich Paddington das Geschenk mit Gelegenheitsjobs. Kurz bevor der liebenswerte Bär das Buch sein Eigen nennen kann, wird dieses aber unter mysteriösen Umständen geklaut. Als wäre das nicht schon schlimm genug, wird Paddington während der Jagd nach dem Dieb irrtümlicherweise selbst als Verantwortlicher hingestellt und kurzerhand ins Gefängnis gesteckt – nun ist es an der Familie Brown, Paddingtons Namen wieder reinzuwaschen.

Zusätzlich zu einer liebenswerten und detailreichen Geschichte profitiert das Bärenabenteuer enorm von seinem witzigen Bösewicht: Hugh Grant spielt nebst dem bisherigen Cast (z.B. Hugh Bonneville und Sally Potter) und inszeniert sich ganz selbstironisch als verkappten TV-Star, der nun Werbung für Hundefutter macht, es aus bestimmten Gründen auf das Pop-Up-Buch abgesehen hat und damit Paddington das Leben schwermacht. Paddington ist dabei eine äusserst liebenswerte Figur, der man sowohl beim ziemlich missglückten Haareschneiden im Friseursalon als auch beim Wäschewaschen im harten Gefängnisalltag absolut gerne zuschaut und für die man schon zu Beginn Mitgefühl entwickelt –  das macht die Rückschläge und Enttäuschungen, die der tollpatschige Bär im zweiten Abenteuer einstecken muss, umso emotionaler und den Film – insbesondere für Kinder – zu einer Gefühlsachterbahn.

Denn so emotional die eher ernsteren, feinfühligen Szenen sind, so witzig sind die verrückten Situationen, in die sich Paddington und die Leute um ihn herum immer wieder manövrieren: Der Humor ist sowohl treffsicher als auch feinsinnig und driftet trotz Absurditäten nie ins Lächerliche ab. Dazu trägt auch die extrem gelungene Optik bei: Viele Szenen, wie zum Beispiel, wenn das Pop-Up-Buch von London inklusive Bären zum Leben erweckt wird, sprühen nur so vor Fantasie und lassen einen Parallelen zum bunten und kreativen Stil von Wes Anderson ziehen. Nicht zuletzt machen der Schauplatz London und die im Film gezeigten Wahrzeichen Lust darauf, der englischen Metropole einen Besuch abzustatten. Auch der Humor ist very british: Spritzige Anspielungen auf englische Klischees sind gut platziert und geben dem Film eine eigene Note.

Würde man das Haar in der Suppe finden wollen, könnte man dem Film wohl vorwerfen, dass Paddingtons Gefängnisaufenthalt zur Mitte hin etwas in die Länge gezogen wird. Gleichzeigtig ist Paddington 2 aber so witzig, feinfühlig, kreativ, temporeich und fantasievoll, dass man das zum Schluss hin schon längst wieder vergessen hat und einem bloss Paddingtons Liebenswürdigkeit und die vielen Lacher in Erinnerung bleiben.

20.11.2017

5

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Kommentare

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Carlo_3510

Ein toller Film - gleich wie der 1. Teil. Der Bär ist einfach putzig um ihn zu sehen.
Ein Film sehenswert für die ganze Familie vom Kind bis zu den Grosseltern.

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