Life USA 2017 – 104min.

Life

Filmkritik

Grauen im All

Christopher  Diekhaus
Filmkritik: Christopher Diekhaus

Dass es für ein aufregendes Filmerlebnis nicht zwingend eine originelle Geschichte und facettenreiche Figuren braucht, zeigt Daniel Espinosas packend inszenierter Weltraum-Thriller Life. Vieles darin erinnert an Ridley Scotts Science-Fiction-Klassiker Alien. Und doch kommt zu keinem Zeitpunkt Langeweile auf.

Während einer Marsmission macht die sechsköpfige Crew der Internationalen Raumstation ISS eine bahnbrechende Entdeckung, die vor allem den Mikrobiologen Dr. Hugh Derry (Ariyon Bakare) in Begeisterung versetzt. Aus einer Gesteinsprobe kann er einen außerirdischen Organismus isolieren, der schon bald medienwirksam auf den Namen "Calvin" getauft wird. Als das kleine Wesen im Labor stetig wächst und irgendwann zum Angriff auf die Wissenschaftler und Astronauten übergeht, beginnt für Expeditionsleiterin Dr. Miranda North (Rebecca Ferguson) und ihre Kollegen an Bord ein erbitterter Kampf ums Überleben.

Der Plot ist denkbar simpel. Die internationalen Protagonisten werden nur knapp umrissen. Und aus jedem Winkel lugt Alien als große Inspirationsquelle hervor. Betrachtet man bloß diese Fakten, scheint eine Enttäuschung unausweichlich. Umso deutlicher demonstriert der Weltraum-Albtraum allerdings, was eine souveräne Inszenierung und eine kompetente Kameraarbeit zu leisten im Stande sind. Nach dem Auftaktdrittel, das uns die ISS-Besatzung als sympathische und verschworene Einheit präsentiert, lässt der in Schweden geborene Daniel Espinosa (Child 44, Safe House) das Grauen ohne Kompromisse von der Kette. Schon Calvins erste Attacken haben es in sich und enden nicht nur mit einer äußerst unangenehmen Verletzung, sondern dem Tod eines mutigen Crewmitglieds. Das Ableben wird einerseits äußerst brutal dargestellt, da die fremdartige Kreatur über den Mund in das hilflose Opfer eindringt. Andererseits wirkt der ausgespuckte, durch den Raum schwebende Blutschwall eigenartig ästhetisch.

Ist Calvin einmal aus dem Hochsicherheitslabor entkommen, legt der SciFi-Thriller nur noch wenige Verschnaufpausen ein. Im verwinkelten Inneren der ISS macht sich eine hochgradig beklemmende Stimmung breit, die von spannungsgeladenen Musikeinsätzen (verantwortlich: Jon Ekstrand) befeuert wird. Seamus McGarvey folgt mit seiner beweglichen, manchmal auch auf dem Kopf dahingleitenden Kamera den panischen Insassen und gibt die Schwerelosigkeit an Bord überzeugend wieder. Abgerundet wird das positive Gesamtbild des intensiven Weltall-Kammerspiels durch die authentisch-detailreiche Gestaltung der Raumstation und das effektiv unheimliche Design des überraschend intelligenten Aliens.

21.03.2017

4

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Kommentare

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Patrick

SciFi-Thriller der urängste wachruft und durch die unheimliche Filmmusik noch verstörender wirkt.

Life 4

Deg89

Realitätsnahe Science Fiction über die Enstehung des Lebens. Zu Beginn wird gezeigt wie wundervoll, unschuldig die Geburt eines Lebewesens sein kann. Anschließend wird deutlich wie gewaltvoll die Aufrechterhaltung des eigenen Leben ist. Die Figuren und der Plot sind ansonsten sehr solide, aber eben auch nicht so außergewöhnlich wie die Präsenz des Alien.

Life 4

dulik

"Life" ist eine Mischung aus "Alien" und "Gravity", kann aber deren Niveau nicht erreichen. Der Film bietet schöne Bilder,ist sehr kurzweilig und schafft es auch das ein oder andere Mal, die Angst der Astronauten gut zu vermitteln. Die Story bietet wenig originelles und somit auch kaum etwas, dass einem längere Zeit in Erinnerung bleiben wird. Dies ist ein wenig schade, denn mit dem namhaften Cast wäre hier definitiv mehr drin gewesen. Insgesamt ein durchschnittlicher Sci-Fi Streifen.
6.5/10

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