C'est la vie - Das Leben ist ein Fest Frankreich 2017 – 115min.

C'est la vie - Das Leben ist ein Fest

Filmkritik

Wenn das Chaos regiert

Peter Osteried
Filmkritik: Peter Osteried

Bei Hochzeiten geht selten immer alles glatt – das ist im echten Leben, vor allem aber auch im Film so. Entsprechend präsentiert sich das neueste Werk von Olivier Nakache und Eric Toledano, die mit Ziemlich beste Freunde einen riesigen Hit vorzuweisen hatten, an diesen aber nicht ganz anschließen können.

Ein Wedding Planner richtet seit vielen Jahren luxuriöse Hochzeiten aus, doch das aktuelle Projekt, das eine Traumhochzeit in einem prächtigen Landschloss werden soll, droht ganz und gar im Chaos zu versinken. Und das, obwohl es sich eigentlich um einen ganz normalen Auftrag handelt, aber dennoch läuft alles immer mehr aus dem Ruder – und das nicht nur der Hochzeit selbst wegen. Denn was macht man, wenn das Buffet verdorben, die Hochzeitsgesellschaft im Stau steckt, der Fotograf daneben ist, die Band abspringt und das Team an einer Lebensmittelvergiftung leidet? Immer weiter, was auch sonst?

Die Stärke der Arbeiten der beiden Regisseure ist wohl am ehesten die, dass sie es verstehen, Klassenunterschiede nicht nur zu benennen, sondern auch in gewisser Weise zu egalisieren. Das funktionierte bei dem Duo aus Ziemlich beste Freunde ebenso wie es nun auch hier überzeugt, weil die Hauptfigur zwar als eine Art Snob eingeführt wird, dem aber eigentlich doch nicht entspricht. Überhaupt hegt man eine große Sympathie für den Wedding Planner, der im Chaos versinkt und wie ein Ertrinkender um jeden Atemzug kämpft. Der Humor ist dabei nicht immer besonders feinsinnig, bisweilen gleitet der Film zu sehr ins Alberne ab, insbesondere auch dann, wenn versucht wird, neben dem Hochzeitsfiasko auch noch ein paar Nebenkriegsschauplätze zu eröffnen.

Es gibt bessere, vielleicht auch liebevollere Komödien über Hochzeiten, Wedding Planner und das sich entwickelnde Chaos, aber diese französische Produktion ist – trotz dem Fakt, dass die Geschichte vollgestopft erscheint – sehr liebenswert.

Die Kunst des Wedding Planners ist es, auf Fehler zu reagieren, sie zu übertünchen und die Gäste gar nicht merken zu lassen, dass nicht alles perfekt ist. Im Grunde kann man dies auch für den vorliegenden Film attestieren, denn die Fehler und Schwächen in Drehbuch und Umsetzung kaschieren die beiden Regisseure dank eines gut aufgelegten Hauptdarstellers, eines stimmigen Ensembles und mit reichlich Esprit mühelos. Erst im Nachgang merkt man, dass die zwei eben doch auch nur mit Wasser kochen – und dass C'est la vie – Das Leben ist ein Fest Ecken und Kanten hat, an denen man sich stoßen kann. Amüsant ist das Ganze auf eine unschuldig-amüsante Art aber auf alle Fälle.

04.01.2018

3

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Kommentare

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adi82

Naja, gibt beßere franz. Komödien. Ich war eher entäuscht vom Film

C'est la vie - Das Leben ist ein Fest 2

eisbar

Echt gute Film und gelacht, aber etwas so lalalala =)

C'est la vie - Das Leben ist ein Fest 3

armur

Schade um das Eintrittsgeld. Man muss schon einen sehr flachen Humor haben um den Film als Komödie einzustufen. Die Stimmung im Publikum war eher die auf einer Beerdigung. Lachen Fehlanzeige, Szenen zum Schmunzeln die Ausnahme.

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