John Wick: Chapter Two USA 2017 – 122min.

John Wick: Chapter Two

Filmkritik

Kein Mann vieler Worte

Gaby Tscharner
Filmkritik: Gaby Tscharner

John Wick: Chapter Two, die Fortsetzung von Keanu Reeves' unerwartet erfolgreichem Actionfilm, erhebt das Genre auf neue Höhen. Mehr Leichen, besser choreografierte Kampfszenen, überraschend originelle Kameraeinstellungen und ein neues Hündchen entzücken die Legionen von John Wick Fans.

Wie schon im ersten Film will John Wick sich vom Auftragskiller-Dasein zur Ruhe setzen, aber seine alten Geschäftspartner lassen das nicht zu. Santino D'Antonio (Riccardo Scamarcio) hat eine alte Schuld, die er eintreiben will und John muss wohl oder übel in sein altes Metier zurückkehren, um Santinos Schwester Gianna (Claudia Gerini) umzubringen. Als auch auf John ein Kopfgeld ausgesetzt wird, heften sich plötzlich die Henkerin Ares (Ruby Rose), Giannas Bodyguard Cassian (Common) und scheinbar der Rest der Unterwelt an seine Fersen.

Als erstes möchte ich ein Geständnis machen: Ich habe damals die Beliebtheit des ersten John Wick Films in meiner Besprechung völlig unterschätzt. In den Kinos hat der Film weltweit zwar "nur" etwas über 85 Millionen Franken eingespielt, auf DVD und inklusive Downloads hat er seither aber Kultstatus erreicht und hat die Karriere seines mittelalterlichen Hauptdarstellers wiederbelebt.

Während mir der erste Film etwas zu einfach und formelhaft erschien, verblüfft John Wick: Chapter Two mit seiner innovativen Bildsprache. Das Schicksal klopft sprichwörtlich an Johns Türe, als er gerade wieder sein Arsenal an Feuerwaffen im Keller unter einer Schicht Zement begraben will. Während ihn im letzten Film der Tod seines Hündchens aus der Pension zurückgeholt hat, ist es diesmal sein Haus, das von den Gangstern in die Luft gesprengt wird.

Der erste Film war dunkel und schien wie durch einen Nebel gefilmt worden zu sein. Chapter Two hingegen ist hell und klar. Von den Postkarten-Aufnahmen der Sehenswürdigkeiten Roms bis zu den Telefondamen, die Anrufe von Killern und Mord-Auftraggebern entgegennehmen, als wären es Grüsse fürs Radio-Wunschkonzert, ist der Film in warme und saftige Farben getaucht. Die Kampfszenen sind wie ein Ballett, finden einmal stimmungsvoll in Roms Katakomben, ein anderes Mal im Neonlicht einer U-Bahn Haltestelle statt. Höhepunkt ist der Showdown in einer Spiegelkabinett-Ausstellung, die neckisch "Reflektionen der Seele" genannt wird. Eine technische Meisterleistung des Regisseurs Chad Stahelski, dass in den hunderten von Spiegeln nie eine Kamera, ein Mikrofongalgen oder ein Kabel zu sehen ist.

Reeves funktioniert als Action-Held noch immer. Ähnlich wie Liam Neeson und Taken ist ihm die Rolle des John Wick auf den Leib geschrieben. Körperlich fitter, aber wortkarger denn je, brummt John Wick nur, als er mit seinem neuen Hündchen wieder ins Continental Hotel eincheckt und den Concierge (Lance Reddick) fragt: "Haben Sie Vollpension?" Es ist unklar, ob er für sich oder den Pitbull fragt. Natürlich hat auch die römische Filiale dieser Unterkunft für Berufskiller alle Annehmlichkeiten, vom 24-Stunden Arzt bis zum Schneider für Anzüge, die Kugelhagel abhalten sollen, damit John Wick auch für Chapter Three überlebt.

15.02.2017

4

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Kommentare

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dulik

Der neue John Wick kommt zwar nicht ganz an seinen starken Vorgänger heran, ist aber durchaus sehenswert. Während den 2 Stunden Laufzeit fallen gefühlt mehr Schüsse als Worte, dennoch wird der Film nicht langweilig, da es einfach Spass macht John Wick alias "Mister unbesiegbar" zuzusehen. Während einigen Schiessereien entstehen sogar witzige Momente, die zwar nicht viel mit der Realität zu tun haben, aber dem Film eine gekonnte Portion Humor verleihen. Insgesamt bietet der Streifen genau das, was man sich in erster Linie erhofft: Gute Unterhaltung.

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magix

Ich erwarte bei einem Actionfilm ja nicht die grosse Handlung, aber doch mehr als 2000 Kopfschüsse

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zuckerwättli

Super stylisch gefilmt und die Formel funktioniert weiterhin ganz gut, aber nach dem fünfzigsten Bauch-Kopf-Schuss wird dieses Muster doch etwas arg monoton. Zudem ist der Film auch etwas zu lang. Wem rotes Hirn auf weisser Wand aber alleine schon zusagt, der darf sich reinwagen...

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