Iron Sky: The Coming Race Finnland 2017 – 97min.

Iron Sky: The Coming Race

Filmkritik

Ein wildes Sequel

Peter Osteried
Filmkritik: Peter Osteried

Sieben Jahre nach dem ersten Teil konnten Timo Vuorensola und seine Mitstreiter das Sequel namens Iron Sky: The Coming Race endlich abschliessen. Die Frage war, wie man den äusserst skurrilen ersten Teil überhaupt fortsetzen könnte. Die Antwort ist denkbar einfach: Auf die abstruseste Art, die man sich nur vorstellen kann.

Gut 30 Jahre, nachdem der Krieg mit den Mondnazis die Erde als nuklear verseuchtes Ödland zurückgelassen haben, leben die letzten Menschen auf der ehemaligen Mondnazibasis, sind aber vom Aussterben bedroht, da Mondbeben und dergleichen ihnen allen schon bald den Garaus machen könnten. Doch um mit dem einzig noch verbliebenen Raumschiff ins All fliehen zu können, muss ein Trupp wackerer Helden zurück zur Erde und in deren Inneren von den Reptilien-Menschen eine Energiequelle stehlen. Das gefällt dem Reptilien-Hitler gar gar nicht, weshalb er sich auf seinen T-Rex schwingt…

Die Nazis auf dem Mond waren schon eine feine Überspitzung abgefahrener Verschwörungsideen, diesmal wirft man aber noch weit mehr in die Waagschale: Reptilien-Menschen, die hohle Erde, den Heiligen Gral, die Geburt der Menschheit. Kurz gesagt: Bei Iron Sky: The Coming Race ist einfach nichts sicher. Nur eines ist gewiss: Das Ganze kommt herrlich respektlos daher.

Der Film ist unglaublicher Trash. Man stelle sich die abstrusesten Produktionen der US-Schmiede Asylum vor und multipliziere das Ganze mit einem Vielfachen. Dann hat man eine Ahnung, was hier geboten ist, denn auf gut 80 Minuten gibt es eine Vielzahl irrer Ideen. Manche zünden, andere verpuffen. Das gilt auch für die Gags. Einige sind ganz übel, andere zum Schreien komisch. Punkten kann der Film aber immer wieder, wenn er das Skurrile noch überhöht – etwa mit einem der ungewöhnlichsten Wagenrennen aller Zeiten oder Udo Kier in einer Doppelrolle, die herrlich abgedreht ist.

Der zweite Teil ist deutlich weniger stringent als der erste. Man merkt ihm auch an, dass einfach weniger an Geschichte vorhanden ist. Aber das übertüncht der Film ganz gut, denn langweilig ist dieser wilde Trip nie. Dafür gibt es viel zu schöne Bilder und viel zu viel zu entdecken, sodass man immer interessiert gespannt auf die Dinge ausharrt, die als nächstes kommen.

Das Ende ist dabei ein echter Knaller. Weil es so schön passt, aber auch, weil Vuorensola damit gleich den Boden für einen dritten Film legt. Es bleibt nur zu hoffen, dass man nicht wieder sieben Jahre warten muss, bis dieser Film dann in die Kinos kommt. Jeder sei jedoch gewarnt: Dieser Film macht Spass, man muss aber schon ein grosses Faible für Trash haben.

15.03.2019

3

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