Mein Freund, die Giraffe Niederlande 2017 – 74min.

Mein Freund, die Giraffe

Filmkritik

Freundschaft kennt keine Grenzen

Noëlle Tschudi
Filmkritik: Noëlle Tschudi

Dominik und Raff sind von klein auf die allerbesten Freunde: Sie spielen zusammen, erzählen sich von ihren Sorgen und verbringen jede freie Minute miteinander. Doch Raff ist alles andere als ein normaler Spielkamerad…

Raff ist eine sprechende Giraffe, die jeden Tag von ihrem besten Kumpel Dominik besucht wird – bis zu dessen ersten Schultag. Als dem Jungen plötzlich bewusst wird, dass Raff ihn nicht begleiten kann, löst sich seine anfängliche Begeisterung schon bald in Luft auf – und das, obwohl er bereits einen neuen Menschen-Freund kennengelernt hat. Eine handfeste Lösung muss her, und so tüftelt Dominik an einem Plan, wie er seinen besten Freund aus dem Zoo doch noch in die Schule bringen kann.

Mein Freund, die Giraffe ist ein niederländischer Gute-Laune-Film für die Allerkleinsten, der nicht nur die aussergewöhnliche Beziehung zwischen Mensch und Tier beleuchtet, sondern Kindern auch eine wertvolle Botschaft mit auf den Weg gibt: Nämlich, dass Freundschaft keine Grenzen kennt und man mehr als nur einen einzigen Freund haben kann. Dass die kleinsten der Zuschauer neben dieser pädagogischen Unterweisung auch ihre grosse Freude am Film haben können, ist dem langhalsigen Protagonisten Raff zu danken, der grundsätzlich als liebenswerter Freund angelegt ist und auch für einige süsse Szenen auf Grossleinwand zu haben ist.

Einige Abstriche muss aber auch der braun gescheckte Hauptdarsteller einstecken. Animatronisch und nicht etwa durch CGI zum Leben erweckt, wirkt er – wie der Film – einfach gestrickt. Das muss in einer Kinderkomödie nichts zu bedeuten haben, fällt einem, wenn es um die Synchronisation des niederländischen Werks geht, aber besonders negativ auf: Beispielsweise, wenn Raff zwar spricht, sein Mund aber regungslos bleibt. Dialoge mit der Giraffe machen dann auch deutlich, dass sonst noch so einiges mit der Synchronisation schiefgelaufen ist. So wirkt der KiKa-Moderator Tobias Krell a.k.a. Checker Tobi (Synchronsprecher von Raff) zuweilen so, als würde er einen Text aufsagen: Zwar fehlerfrei, aber etwas verkrampft, monoton und emotionslos – und auch die übrigen Sprecher scheinen hin und wieder in die gleiche Falle zu tappen.

Ein solider Kinderfilm mit einer wichtigen Message ist Mein Freund, die Giraffe mit dem süssen Raff allemal – wäre da nur nicht die deutsche Synchronisation, die den Film zuweilen leider um seinen Charme bringt. Mit einem zugekniffenen Auge oder mit Kinderaugen kann man darüber aber allenfalls hinwegsehen.

20.06.2018

3

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