D'après une histoire vraie Belgien, Frankreich, Polen 2017 – 110min.

D'après une histoire vraie

Filmkritik

Bedrohliche Frauenbekanntschaften

Patrick Heidmann
Filmkritik: Patrick Heidmann

Als inoffizieller Abschlussfilm feierte nach zehn Tagen Filmfestival am letzten Samstag in Cannes außer Konkurrenz auch noch D’après une histoire vraie von Roman Polanski Premiere. Was womöglich für den Film die bestmögliche Programmierung war: denn die gesenkten Erwartungen, mit denen man – gerade nach einem starken Wettbewerbs-Endspurt – in einen Abschlussfilm geht, spielten dem Gewinner der Goldenen Palme 2002 (für Der Pianist) durchaus in die Hände.

Basierend auf dem gleichnamigen Roman von Delphine de Vigan erzählt Polanski von einer erfolgreichen Schriftstellerin gleichen Namens (Emmanuelle Seigner), die nach dem Erfolg ihres autobiografischen Enthüllungsbuches in eine Schaffenskrise gerät. Das scheint sich zu ändern, als sie die Bekanntschaft der mysteriösen Elle (Eva Green, in ihrer ersten französischsprachigen Rolle seit langem) macht. Allerdings scheint die sich schnell unerwartet forsch in Delphines Leben zu drängen.

Frauenbekanntschaften, die vom Reizvollen ins Bedrohliche kippen, irgendwo zwischen Stalking, Erotik, Konkurrenz, Freundschaft und Doppelgängertum, kennt man in verschiedensten Facetten, von Alles über Eva über Weiblich, ledig, jung sucht bis hin zum britischen TV-Mehrteiler The Replacement aus diesem Frühjahr. Bei Polanski mischt sich darein auch noch eine gute Portion der aus Misery bekannten Fan-Besessenheit, und weil er das Drehbuch gemeinsam mit Olivier Assayas verfasste, winkt aus deutlich intellektuelleren Untiefen natürlich auch der Schatten von Die Wolken von Sils Maria. Bei Licht betrachtet sind allerdings die Unglaubwürdigkeiten in Drehbuch und Figurenzeichnung kaum zu übersehen, und man hätte sich gewünscht, dass Polanski die Spannung und das Trash-Potential der Geschichte noch viel weiter auf die Spitze treibt.

30.05.2017

2

Dein Film-Rating

Kommentare

Sie müssen sich zuerst einloggen um Kommentare zu verfassen.

Login & Registrierung

Patrick

vor einem Jahr

Über den Film hindurch wird ein beklemmender& ein unheimlicher Sog versprüht durch den Soundtrack wird das Ganze noch verstärkt.Eva Green&Emanuelle Seigner spielen famos.Leider plätschert die Story Anfangs dahin und es kommt Langeweile auf,aber das Finale ist wieder packend.Ich habe Based on a true Story am ZFF.2017 in Anwesenheit von Emanuelle Seigner&Roman Polanski gesehen.Fazit:Ich verleihe dem Film 3.1/2 Sterne von 5.Mehr anzeigen


Mehr Filmkritiken

Pets 2

Aladdin

Men In Black: International

Long Shot – Unwahrscheinlich, aber nicht unmöglich